Dienstag, 26.11.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © ponsulak - Fotolia.com

Hydraulischer Abgleich: Wie Sie schon am Brennwertkessel Heizkosten sparen

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Worum geht´s
  • Brennwertkessel mit hydraulischem Abgleich effizient nutzen
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Alle reden vom Energiesparen - aber die wenigsten sagen, wie es geht. Vielleicht haben Sie in diesem Zusammenhang schon mal vom "hydraulischen Abgleich" gehört.

Tatsächlich gibt es 4,5 Millionen Brennwertkessel in Deutschland. Doch nicht jeder arbeitet effizient: Rund 3 Millionen Brennwertkessel verschenken ihr Potenzial. Und das nur, weil sie falsch eingestellt sind. Dabei ist die Lösung sehr einfach und auch nicht teuer: Mit einem hydraulischen Abgleich können Sie bis zu 660 Euro im Jahr sparen.

Die Heizkosten steigen von Jahr zu Jahr. Je moderner Ihr Brennwertkessel, umso mehr Kosten können Sie hier sparen. 

Doch oft wird das Potenzial dieser Brennwertkessel nicht optimal ausgenutzt, weil die Heizung nicht optimal eingestellt ist. Ein hydraulischer Abgleich bietet hier die Lösung, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Kampagne der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online.

Wie ein hydraulischer Abgleich funktioniert

Das Prinzip des hydraulischen Abgleichs ist einfach erklärt: Stellen Sie sich vor, Sie kippen heißes Wasser in einen Behälter. Danach schütten Sie das Wasser in ein anderes Gefäß. Nun kippen Sie das Wasser in ein drittes Behältnis - und immer so weiter.

Je häufiger Sie umfüllen, umso kühler wird das Wasser. So ähnlich läuft es auch bei einer nicht korrekt eingestellten Heizung.

Während die Heizkörper, die am nächsten an der Heizanlage stehen, richtig heiß werden, bleiben die Körper, die am weitesten von der Anlage entfernt sind, nur lauwarm oder bleiben sogar kalt.

Um die von der Heizungsanlage weit entfernten Räume vernünftig zu beheizen, müssen sie also in den vorderen Räumen sehr viel Energie vergeuden. Mithilfe des hydraulischen Abgleichs  wird die Heizung so eingestellt, dass in allen Räumen die optimalen Temperaturen herrschen. Dadurch sparen Sie Energie und somit bares Geld.

Mit einem neuen Brennwertkessel sparen Sie jährlich 20 % Energie 

Ein Brennwertkessel kann mittlerweile nicht nur mit Gas oder Öl beheizt werden, sondern auch mit Pellets. Er kostet Sie inklusive Einbau zwar zwischen 6.000 und 10.000 Euro. Auf der anderen Seite sparen Sie damit aber gegenüber einem 20 Jahre alten Standardkessel jährlich zwischen 10 und 20 Prozent Energie!

Die Kosten für einen hydraulischen Abgleich sind unterschiedlich. Folgende Werte können Sie als Richtschnur zugrunde legen:

2 Wohneinheiten ca. 580,00 EUR
3 Wohneinheiten ca. 750,00 EUR
30 Wohneinheiten ca. 1.350,00 EUR
60 Wohneinheiten ca. 1.850,00 EUR
120 Wohneinheiten ca. 2.450,00 EUR

Dank der Energieeinsparung dürften sich Ihre Kosten innerhalb von 3 bis 4 Jahren amortisieren.

Brennwertkessel: Neu allein reicht nicht

Den energiesparenden Brennwerteffekt Ihres neuen Brennwertkessels nutzen Sie allerdings nur dann optimal, wenn das Heizwasser auf dem Weg vom Heizkörper zum Kessel auf weniger als circa 50 Grad abkühlen kann.

Je niedriger diese sogenannte Rücklauftemperatur, desto besser für den Brennwerteffekt. Allerdings lässt sich die Rücklauftemperatur nicht einfach an der Heizungsanlage einstellen. Sie ergibt sich indirekt aus einer geringen Vorlauftemperatur.

Um alle Räume gleichmäßig zu beheizen, wird bei einer nicht abgeglichenen Heizung eine höhere Vorlauftemperatur benötigt. Das führt allerdings zu Wärmeverlusten am Rohrnetz. Sie merken das auch daran, dass es plötzlich in Ihrem unbeheizten Keller, durch den die Leitungen laufen, viel wärmer ist.

Ein hydraulischer Abgleich hält die Vorlauftemperatur niedrig

Eine Heizungsoptimierung mit hydraulischem Abgleich hält diese Vorlauftemperatur niedrig. Zudem fließt das Heizungswasser damit langsam genug durch die Rohre und kühlt sich entsprechend ab.

"Ein hydraulischer Abgleich ist eine wichtige Voraussetzung für effizientes Heizen. Hauseigentümer sollten ihn beim Einbau eines neuen Kessels gleich mit vornehmen lassen", rät Tanja Loitz, Geschäftsführerin der co2online gemeinnützige GmbH.

Bei bereits installierten Brennwertkesseln kann der hydraulische Abgleich vom Fachhandwerker auch nachträglich vorgenommen werden.

Achten Sie auf diese 5 Alarmzeichen Ihrer Heizung

Wenn Sie Geld sparen wollen, gibt es nur eins: Achten Sie auf die Alarmzeichen Ihrer Heizung!

Folgende 5 Anzeichen sind ein deutlicher Hinweis an Sie, dass ein Abgleich der Heizung sinnvoll wäre:

  1. Ihre Heizkörper werden nicht richtig warm. Das kann ein Zeichen dafür sein, dass andere Anlagenteile überversorgt werden. Hier spricht man auch von einem sogenannten hydraulischen Kurzschluss. Sie sollten dann unbedingt einen Abgleich durchführen.
  2. Die Ventile am Heizkörper geben Geräusche von sich. Hier dürfte der Differenzdruck im Ventil zu hoch liegen. Auch dieses Problem kann in vielen Fällen durch den hydraulischen Abgleich beseitigt werden.
  3. Die Rohrleitungen geben Geräusche von sich. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Strömungsgeschwindigkeit zu hoch ist.
  4. Auch ein Alarmsignal: Die Ventile an den Heizkörpern schließen nicht richtig, wenn die gewünschte Innentemperatur erreicht ist.
  5. Die Heizungsanlage arbeitet ineffizient. Schuld daran könnte eine viel zu hohe Temperatur sein, die eine etwaige Unterversorgung ausgleichen soll.

 

 

 

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