Donnerstag, 08.10.2009 | Autor: mb, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Heizen mit Strom lohnt sich nicht

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
News: Die neue Energieeinsparverordnung EnEV 2009, die seit dem 1. Oktober in Kraft ist, schreibt den Austausch von alten Nachtspeicheröfen vor. Einige Firmen werben nun für den Einbau von Elektrodirektheizungen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät dagegen von strombetriebenen Heizungen ab.

Seit einigen Tagen gilt für Bauherren die neue Energieeinsparverordnung. Im Vergleich zur bislang geltenden EnEV 2007 werden nun die energetischen Anforderungen an Gebäude nochmals erheblich verschärft. "Mit der neuen Energieeinsparverordnung wird Bauen wieder einmal erheblich teurer", befürchtet Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB).

Anforderungen der EnEV 2009

Mit der Einführung der EnEV 2009 wird beispielsweise bei der Errichtung neuer Wohngebäude die Obergrenze für den zulässigen Jahres-Primärenergiebedarf durchschnittlich um weitere 30 Prozent gegenüber dem erst seit zwei Jahren geltenden Recht gesenkt. Die Wärmedämmung der Gebäudehülle von Neubauten muss in Zukunft noch einmal um durchschnittlich 15 Prozent besser ausfallen als bisher.

"Das ist nicht nur mit erheblichen Mehrausgaben für die privaten Bauherren verbunden", kritisiert Penningh, "sondern technisch auch schwer umsetzbar." Bauherren müssen sich in Zukunft sorgfältig beraten lassen, damit sie ihr Geld sinnvoll ausgeben und nicht in den Wind schießen." Der Verbraucherschutzverband rät deshalb besonders beim Kauf schlüsselfertiger Häuser zu großer Vorsicht: "Viele Anbieter werden die Unsicherheit der potenziellen Käufer ausnutzen und mit Komplettlösungen werben."

Wahlfreiheit beim Energiesparen

Das Problem beim Energiesparen im Neubau ist die Wahlfreiheit. Wer neu baut, der kann sich weitgehend frei entscheiden, wie er Energie einsparen will, entweder durch den Einsatz regenerativer Energien, durch moderne Anlagentechnik, durch hervorragende Dämmung oder durch einen Mix aus mehreren Varianten. "Die bestmögliche Lösung wird daher immer individuell und maßgeschneidert sein müssen", erklärt Penningh. Dies bedeutet, dass Bauherrn sich ausführlich beraten lassen müssen.

Allerdings kritisiert der VPB nicht nur die hohen Kosten der EnEV 2009, sondern auch die Auswirkungen auf den Bestand. "Manche Vorschriften sind finanziell unsinnig", erläutert er und fügt hinzu: "Experten befürchten in Zukunft außerdem erhebliche Bauschäden, die durch die Umsetzung der neuen Forderungen überhaupt erst verursacht werden." Die ab sofort vorgeschriebenen Dämmstärken dichten nämlich jedes Haus nahezu hermetisch ab. Wird es dann nicht sorgfältig und regelmäßig gelüftet, kommt es unweigerlich zu Feuchte- und Schimmelschäden. "Wir erwarten in Zukunft noch mehr Probleme mit dem Schimmel als bisher schon. Vermeiden ließe sich das nur durch den Einbau von kontrollierten Lüftungsanlagen. Die sind aber teuer und müssen regelmäßig gewartet werden.

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