Donnerstag, 18.08.2011 | Autor: mb

Handwerkervertrag: Leistungen richtig vereinbaren

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News: Ärger mit Handwerkern hatte wohl jeder Bauherr, Immobilieneigentümer oder Vermieter schon einmal. Um Streit zu vermeiden, sollte der Auftraggeber seine Rechte kennen - und sie nutzen. Die Details regelt der Handwerkervertrag.

Wer Handwerker beauftragt, sollte die Leistungen immer in einem schriftlichen Vertrag vereinbaren, rät der Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) in einer Pressemitteilung. Ein Handwerkervertrag sei demnach selbst bei kleineren Aufträgen sinnvoll, um Streitigkeiten zu vermeiden. In einem solchen Vertrag sollten Leistungsumfang, Fertigstellungstermin und Höhe des Werklohns verbindlich festgelegt werden. Das schriftliche Angebot des Handwerkers muss die Bestätigung enthalten, dass alle Leistungen im Angebotspreis berücksichtigt sind. Teure Nachtragsangebote würden damit ausgeschlossen, so der BSB.

Verbindlichkeit muss zugesagt werden

Der Verbraucherverein empfiehlt, vorab die Kostenvoranschläge von mehreren Firmen einzuholen, um die Angebote vergleichen zu können. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass ein Kostenvoranschlag unverbindlich ist, solange nicht ausdrücklich Verbindlichkeit zugesagt wurde. Bei einem unverbindlichen Kostenvoranschlag kann der Handwerker mit plausibler Begründung den Preis um 25 Prozent überschreiten. Der Auftraggeber kann mit dem Handwerker auch einen Festpreis vereinbaren. Das ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn keine Änderungswünsche aufkommen.

Auch nach Vertragsschluss sind einige Dinge zu beachten. So steht zum Beispiel dem Handwerker seit 2009 laut Gesetz eine pauschale Vergütung noch ausstehender Werkleistungen in Höhe von fünf Prozent zu, wenn der Auftraggeber den bereits zustande gekommenen Vertrag vorzeitig und grundlos kündigt.

Mängel und Gewährleistung im Handwerkervertrag

Wenn der Auftraggeber mit der Leistung des Handwerkers nicht zufrieden ist, weil nach Abschluss der Arbeiten Mängel auftreten, sollte er die Fehler in einer schriftlichen Rüge konkret benennen und ihre Beseitigung unter Setzen einer angemessenen Frist fordern. Erst danach gerät der Handwerker in Verzug. Da die Materie - oft auch zu Fragen der Gewährleistung und den Geschäftsbedingungen der Handwerksunternehmen - kompliziert ist, empfiehlt der BSB, bei Streitigkeiten einen Anwalt hinzuziehen.

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