Freitag, 18.07.2008 | Autor: heihec/mb

Gütesiegel - Konzept der Zukunft

News: Nach dem einheitlichen Energieausweis steht schon ein weiteres Immobilien-Zertifikat in den Startlöchern. Ab 2009 können sich Neu- und Altbauten mit dem freiwilligen "Deutschen Gütesiegel für nachhaltiges Bauen" auszeichnen lassen.

Das freiwillige "Deutsche Gütesiegel für nachhaltiges Bauen" zeichnet sowohl Neu- als auch Altbauten mit einem geringen Energie- und Materialverbrauch aus. "Das Zertifikat soll es Bauherren ermöglichen, eine besonders hohe Gebäudequalität und niedrige Betriebskosten anhand messbarer Kriterien nachzuweisen", heißt es in der Pressemitteilung von Immonet.de.

Mehr Transparenz für Investoren und Nutzer

Das neue Qualitätszeichen für Bauwerke jeder Art wurde von der unabhängigen Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) mit dem Ziel entwickelt, sämtliche Bauwerke unter dem Aspekt des nachhaltigen Bauens zu bewerten. Das Gütesiegel bietet Nutzern und Investoren mehr Transparenz und gibt Aufschluss über den Ressourcenverbrauch und damit über die genauen Kosten einer Immobilie.

Ausweis für hohe Qualität und niedrige Betriebskosten

Das neue Ökosiegel gibt es in den Zertifizierungsstufen Bronze, Silber oder Gold. Damit ein Gebäude ein Siegel bekommt muss der Energie- und Ressourcenverbrauch deutlich mehr erfüllen, als es die gesetzlichen Standards erfordern. Bewertet werden vor allem Aspekte wie beispielsweise Einflüsse auf den wirtschaftlichen Wert des Gebäudes, Umweltverträglichkeit, Qualität der ingenieurtechnischen Bauausführung, sowie Wohlfühlfaktoren und Behaglichkeit.

Mit dem neuen Gütesiegel wird Qualitätsmanagement künftig noch stärker bereits in der Vertragsgestaltung beginnen. So muss vor Baubeginn klar definiert werden, welche Baustoffe zum Einsatz kommen und wie Knotenpunkte auszuführen sind. Während der Bauphase werden Abweichungen protokolliert, die es zum Erreichen der entsprechenden Zertifizierungsstufe nachzubessern gilt.

Vorteil im Vergleich zu bestehenden Immobilien-Zertifikaten

Um eine möglichst hohe Transparenz zu erzielen, wird die Leistungsfähigkeit der Immobilie in den Kategorien Ökologie, Ökonomie und technische Qualität einzeln bewertet. Schwächen, die in einem Bewertungsbereich aufkommen, lassen sich allerdings nicht durch Stärken in einem anderen Segment ausgleichen.

Außerdem geht das DGNB-Gütesiegel auf regionale Besonderheiten sowie Baustoffe ein und erlaubt somit die Vergleichbarkeit auf dem nationalen wie internationalen Markt. Im Gegensatz zu anderen Immobilien-Zertifikaten, sollen neben der Umwelt- und Sozialverträglichkeit Aspekte wie Wirtschaftlichkeit stärker mit einfließen.

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