Montag, 17.01.2011 | Autor: Marc Popp/mb

Günstiger heizen und Energie sparen

Alte Heizkessel können echte Energiefresser sein. Der Gesetzgeber schreibt mittlerweile vor, dass solche Anlagen modernisiert werden müssen. Denn es gibt inzwischen jede Menge Alternativen, durch die beim Heizen langfristig nicht nur Energie, sondern auch bares Geld gespart werden kann.

Im Zuge der Wärmeschutzverordnung sowie der Energieeinsparverordung (EnEV) ist eine Absaugung warmer, verbrauchter Raumluft optimal, um eine sehr gute Luftqualität bei einem Minimum an Wärmeverlust zu erreichen. Am besten funktioniert dies durch eine Wärmerückgewinnungsanlage.

Unter Verwendung eines Wärmetauschers wird verbrauchter Raumluft die Wärme entzogen und auf die zugeführte Frischluft übertragen. Aus der verbrauchten Luft können so wieder 90 Prozent der Wärme zur Erwärmung kalter Frischluft genutzt werden.

Höherer Wirkungsgrad bei neuen Geräten

Das Kernstück einer Wärmerückgewinnungsanlage ist der Wärmetauscher. Bei Geräten, die nach dem sogenannten Kanalstromprinzip arbeiten, ist die Wärmetauschfläche etwa doppelt so groß wie bei älteren Plattenwärmetauschern. Die neuen Geräte haben damit einen deutlich höheren Wirkungsgrad.

Während die älteren eine Wärmerückgewinnung zwischen 60 und 70 Prozent erreichen, schafft ein Wärmetauscher mit Kanalstromprinzip 90 Prozent.

Beim Heizen Energie und Kosten sparen

So kann beispielsweise durch verbrauchte Luft mit einer Temperatur von 20 Grad Celsius, zugeführte Frischluft von 0 Grad Celsius auf 18 Grad Celsius erwärmt werden. Auf diese Weise werden 20 bis 50 Prozent der Heizenergie und -kosten eingespart.

Die Preise für eine Wärmerückgewinnungsanlage hängen stark von der Art und Gestaltung des Gebäudes ab. Die Investitionskosten liegen in der Größenordnung zwischen 3.500 und 5.000 Euro für eine Etage bzw. eine Wohneinheit von maximal 150 Quadratmetern.

Aufgrund der enormen Heizkosteneinsparung amortisieren sich Wärmerückgewinnungsanlagen nach rund zehn Jahren. Eine Reihe von Förderprogrammen des Bundes und der Länder unterstützen den Einbau von Wärmerückgewinnungsanlagen.

Heizen mit Brennwerttechnik

Die momentan effektivsten gasbetriebenen Heizungsanlagen nutzen die sogenannte Brennwerttechnik. Ein Brennwertkessel gibt durch Kondensation des im Abgas vorhandenen Wasserdampfes zusätzliche Wärme ab.

Diese Anlagen arbeiten zuverlässig, sind schadstoffarm und verbrauchen etwa zehn Prozent weniger Gas als moderne Niedrigtemperatur-Gasheizungen. Die Brennwerttechnik lässt sich darüber hinaus sehr gut mit der solaren Brauchwassererwärmung kombinieren.

Heizen mit Fernwärme

Fernwärme entsteht als Nebenprodukt bei der Erzeugung von Strom. Die hierbei entstehende Wärme wird nicht ungenutzt abgegeben, sondern von einem zentralen Heizwerk oder Heizkraftwerk durch Leitungen als Heizwasser oder Heizdampf zu den Verbrauchern geleitet.

Fernheizungen sind im Vergleich zu Einzelheizungen energiesparender. Bei herkömmlicher Stromerzeugung in Kraftwerken werden nur etwa 40 Prozent der verwendeten Primärenergien, also Kohle, Öl oder Gas, in Strom umgewandelt. Der übrige Energieanteil erzeugt Wärme.

Diese muss aber nicht ungenutzt in die Umwelt abgegeben werden, sondern kann durch Leitungen zu den Haushalten geleitet und dort zum Heizen genutzt werden. Damit wird die Effizienz der verwendeten Primärenergien von etwa 40 auf über 80 Prozent gesteigert. Die Nutzung von Fernwärme dient der Minderung der CO2-Emissionen und wird deshalb von vielen Kommunen gefördert.

Heizen durch Blockheizkraftwerke

In Blockheizkraftwerken wird, ähnlich wie in einem Heizkraftwerk, mit einem Diesel- oder Gasmotorgenerator durch Kraft Wärme erzeugt. Die Wärme des Motors, des Abgases und des Ölkühlers werden zusätzlich genutzt, um unmittelbar am Standort der Anlage zu heizen.

Somit ist eine Einsparung an Primärenergie von bis zu 37 Prozent möglich und bewirkt einen geringeren CO2-Ausstoß. Blockheizkraftwerke sind beispielsweise in größeren Wohnanlagen mit Swimmingpool einsetzbar. Es sollte aber vorab geprüft werden, ob eine solche Anlage wirtschaftlicher ist als eine Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz und Wärmeerzeugung mittels Heizkessel.

Um eine sinnvolle Entscheidung zu treffen, sind in jedem Fall Fachleute zu Rate zu ziehen. Lokale Energieberatungszentren oder professionelle Anbieter von Blockheizkraftwerken liefern hier das nötige Fachwissen.

Heizen mit Solarstromanlagen (Photovoltaikanlagen)

Photovoltaik ist die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie. Technisch erreicht man dies unter Verwendung von Solarzellen aus Silizium.

Photovoltaikanlagen bestehen aus 0,5 bis 1 Quadratmeter großen Solarmodulen, die auf dem Dach oder an der Fassade eines Gebäudes montiert werden. Bei Sonnenlicht wird Gleichstrom produziert, der in Wechselstrom mit 230 Volt Spannung umgewandelt wird.

Mit einer Fläche von zehn Quadratmetern Solarzellen kann in einer Region mit durchschnittlicher Sonnenstrahlung jährlich rund 850 kWh Strom erzeugt werden.

Neigung und Ausrichtung der Anlage

Optimal sind Dächer, die nach Südosten und Südwesten ausgerichtet sind und zwischen 20 und 55 Grad Neigung haben. Für Flachdächer gibt es Vorrichtungen, um die Anlage entsprechend auszurichten.

Solarmodule können auch als Fassadenelemente oder Schallschutz, als Sonnenschutzelemente für Fensterfassaden, Oberlichter und Wintergärten oder als Schattenspender und Überdachung für Müll- oder Abstellplätze genutzt werden.

Ob die Investition lohnt, kann bei einem Solarunternehmen durch Blick auf die Energiekarte erfragt werden. Diese zeigt an, wie viel Sonnenstrahlung jährlich durchschnittlich erreicht wird. Photovoltaik- und Solaranlagen eignen sich besonders für Regionen mit einer hohen jährlichen Sonnenstrahlung.

Heizen mit Solarkollektoranlagen

Die Energie des Sonnenlichts kann durch Solarkollektoren auch zur Erzeugung von Wärme genutzt werden. Solarwärmeanlagen - auch solarthermische Anlagen genannt - beruhen auf einem einfachen Grundprinzip: Eine Speicherfläche, also der Sonnenkollektor, nimmt Sonnenstrahlen auf und wandelt sie in Wärme um.

Diese Anlagen werden vor allem in sonnigen Gegenden immer öfter eingesetzt. 1 bis 1,3 Quadratmeter Kollektorfläche erwärmen im Sommer 90 Prozent und im Winter 10 Prozent des Wasserbedarfs einer Person. Den Rest kann eine konventionelle Heizung leisten.

Durch Nutzung der solaren Energie können zwischen 10 und 25 Prozent des Öl- oder Gasverbrauchs gespart werden. Wird ein alter Heizkessel durch eine moderne Brennwerttechnik ersetzt, kann die Energieeinsparung sogar bis zu 60 Prozent betragen.

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Marc Popp ist Rechtsanwalt in Bonn und auf Immobilien- und Mietrecht spezialisiert.
Marc Popp

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