Montag, 06.07.2009 | Autor: Jörg Stroisch

Gift in der Luft

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Asbest, PCB und Lindan: Zu früheren Zeiten waren das gefragte Baustoffe. Heute sind es bekannte Schadstoffe in der Wohnraumluft und im Gemäuer. Sie können dabei extrem gesundheitsschädigend sein. Tipps zum Umgang mit Schadstoffen im Haus.

Es steht außer Frage, dass Schädlinge erheblichen Schaden verursachen. Allerdings rufen auch die zu ihrer Bekämpfung eingesetzten Imprägnierungs- und Lackierverfahren oft Luftverunreinigungen hervor.

Mit diesen Maßnahmen versucht man ein Problem zu lösen, indem ein anderes erzeugt wird, denn Schadstoffe in der Luft können extrem gesundheitsschädlich sein. Die Verbraucherzentralen gehen davon aus, dass gerade in gut isolierten Häusern in der Innenluft viel höhere Schadstoffkonzentrationen vorkommen können als in der Außenluft.

Vielfältige Ursachen für Schadstoffe in Wohnräumen

Die Ursachen für Schadstoffe in der Wohnraumluft sind dabei einfach: Zur Verbesserung der Konstruktion, aus Gründen der Mode oder eben als Abwehr gegen Schädlinge werden in allen Baustoffen chemische und biologische Substanzen eingesetzt.

Der Aspekt der Gesundheitsschädlichkeit ist dabei erst in den letzten Jahrzehnten immer mehr in den Blickwinkel der Öffentlichkeit geraten, ihm wurde und wird zum Teil immer noch beim Einsatz von Baumaterial zu wenig Beachtung geschenkt.

Lange Schadstoff-Liste

Die Liste der gefährdenden Schadstoffe ist sehr lang und die Konzentration, ab der sie gesundheitsschädlich wirken, ist äußerst unterschiedlich. Einige Schadstoffe haben in den letzten Jahrzehnten traurige Berühmtheit erlangt. Bekannt sind beispielsweise Asbest, Formaldehyd, PCB oder Lindan. Sie kommen in Holzschutzmitteln, Feuerschutzmaterialien, Klebern, Spannholzplatten oder Textilbezügen vor.

Durch Ausdünstungen verströmen die Schadstoffe oft jahrelang in der Umwelt. Immer höhere Ansprüche an die Immobilie und die Baukostenkalkulation brachten immer mehr - oft auch minderwertige - Schutzmittel auf den Markt. Oft erst nach Jahren tauchen dann Anzeichen für Gesundheitsgefährdung auf: Bekannt ist hier beispielsweise das Dämm- und Feuerschutzmaterial Asbest. Es ist bis in die 1970er-Jahre in vielfältigen Formen im Wohnungsbau eingesetzt worden, und befindet sich bis heute in Nachtspeicheröfen aus dieser Zeit.

Schadstoff-Beseitigung unterschiedlich schwierig

Die Beseitigung von Schadstoffen kann manchmal recht einfach sein, zum Teil aber sehr schwierig werden. Ein Möbelstück mit einem gesundheitsschädlichen Holzschutzmittel braucht nur entsorgt zu werden. In vielen Fällen ist es damit aber nicht getan: Zum einen sind die Substanzen häufig fest verbaut, etwa in der Wandverkleidung oder im Putz.

Zum anderen ist die nicht fachmännische Entsorgung extrem gesundheitsschädlich. So darf die aufwändige und teure Asbestsanierung nur von spezialisierten Firmen durchgeführt werden. Bei einer Sanierung sollte deshalb nicht an der falschen Stelle gespart und auf den Einsatz gesundheitlich unbedenklicher Materialien Wert gelegt werden.

Die Schadstoffe suchen

Schon die Suche nach Schadstoffen in der Raumluft erweist sich als schwierig. Zwar sind einige deutlich mit der Nase wahrnehmbar, viele weitere aber geruchlos. Bei einem ersten Verdacht auf eine Verunreinigung helfen für wenig Geld Messtests aus der Apotheke weiter. Diese gibt es für Formaldehyd und Asbest als Einzeltest und für Schadstoffe wie PCB oder Lindan in mehreren Testbaukästen.

Diese Tests sind zwar einfach durchzuführen, allerdings auch nicht sehr genau. Sie basieren auf Lufttests oder werden als Hausstaubprobe an ein Labor gesandt. Materialproben ergeben hier genauere Ergebnisse, obwohl sie oft nur sehr schwer Rückschlüsse auf die Gesamtbelastung eines Möbelstücks zulassen.

meineimmobilie.de-Tipp
Denken Sie im Extremfall über eine Raumluftmessung durch ein Fachlabor nach. Seriöse Labors klären dabei durch Fragebögen schon im Vorfeld ab, welche Schadstoffe gemessen werden könnten. Nur solche Gutachten haben im Ernstfall auch vor Gericht Bestand. In jedem Fall gilt in Wohnhäusern auch wegen der Schadstoff-Belastung in der Luft: Die Wohnung sollten Sie mindestens zwei Mal am Tag lüften.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
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