Freitag, 12.09.2008 | Autor: Dr. Wolfgang Naumer/mb

Für jedes Dach die richtige Dämmung

Wärme steigt nach oben. Doch nicht nur aus diesem Grund kommt dem Dach und dem oberen Gebäudeabschluss eine große Bedeutung zu. Dies beginnt bei den extremen Temperaturunterschieden, denen das Dach ausgesetzt ist und umfasst die starken Belastungen durch Wind, Regen und Schnee. Nahe liegend, dass richtiges Dämmen hier besonders wichtig ist, um Wärme- und Energieverlusten vorzubeugen.

Die Art der Dämmung hängt von der Art des Daches ab. Die meisten Neubauten haben heutzutage wieder ein geneigtes Dach. Gängige Formen sind das Satteldach, das Pultdach und das Walmdach. Die Ausführung erfolgt üblicherweise als "Leichtbauskelett" in Holz, die - anders als bei einer gemauerten Wand - Belastungsunterschiede, durch Windsog und -druck oder Schneelast, durch leichte Bewegungen ausgleicht.

Es bedarf deshalb einer sorgfältigen Planung und Ausführung, um insbesondere die notwendige Luftdichtheit herzustellen. Nur sie verhindert Energieverluste durch unkontrollierte Lüftung und Feuchtigkeitsschäden durch Ausfall von Kondenswasser in der Dämmung.

Geneigte Dächer

Bei den geneigten Dächern ist Stand der Technik, dass die Dämmung zwischen den Sparren die volle Sparrenhöhe ausfüllt. Empfehlenswert sind daher schlanke, hohe Sparren um mindestens 20 Zentimeter Dämmung zu erreichen. Sollte die Dämmung zwischen den Sparren jedoch nicht ausreichen, kann ein weiterer Teil unter beziehungsweise auf den Sparren durchgehend angeordnet werden. Diese Anordnung verringert zudem wirksam die Wärmebrückenwirkung der Sparren auf ein Minimum.

Wurde in der Vergangenheit bei solchen Dächern auf eine Belüftung durch eine Luftschicht unterhalb des Unterdachs großen Wert gelegt, so kann inzwischen darauf verzichtet werden. Insbesondere moderne Unterspannbahnen beziehungsweise ein festes, diffusionsoffenes Unterdach beziehungsweise eine ausreichend dichte Dampfbremse unterhalb der Dämmung erzielen denselben Effekt. Allerdings ist auf einen wesentlichen Aspekt, eine lückenlose Luftdichtheit zu achten, und diese vor allem im Bereich der Anschlüsse sehr sorgfältig auszuführen.

Aufsparrendämmung

Es ist grundsätzlich auch denkbar, nur eine Aufsparrendämmung zu verwenden. Diese wird jedoch eher bei einer Modernisierung eingesetzt. Die Innenwandflächen und die Verkleidung der Dachschrägen bleiben bei diesem System dann unberührt, sodass die Wohnung unter dem Dach von der Baumaßnahme nicht betroffen ist.

Selbstverständlich ist es auch möglich, ein Dach in Massivbauweise auszuführen. Wie bereits ausgeführt, liegt der Vorteil einer massiven Ausführung zum einen im Schallschutz; zum anderen - unter gewissen Voraussetzungen - im zusätzlichen Schutz vor der Wärme im Sommer. Moderne Dämmmaterialien können - vor allem bei einer sehr hohen Dämmdicke - diesen Effekt eliminieren. Im Hinblick auf die Dämmwirkung ist auch hier eine Detailausbildung für luftdichte Konstruktionen von Vorteil.

Nachteile bei Massivbauweise

Allerdings hat die Massivbauweise auch ihre Nachteile. Diese liegen vor allem im höheren Aufwand. So ist in der Regel zusätzlich zur Massivkonstruktion ein Aufbau für die Dämmung notwendig, der meist aus einer Tragkonstruktion in Holzbauweise besteht. Während sich bei der Dämmung nur unwesentlich Kosten sparen lassen, ist eine Tragkonstruktion aus Holz weder von den Kosten noch von den Querschnitten günstiger als bei einem konstruktiv tragend ausgeführten Dach.

Eine Besonderheit stellen heute die früher häufiger anzutreffenden Flachdächer dar, die inzwischen meist als Warm- oder Umkehrdach ausgeführt werden. Konstruktiv sind diese in aller Regel sehr einfach zu dämmen. Durch die Dachabdichtung unterhalb der dämmenden Schicht kann bei der Konstruktion des Umkehrdachs der Vorteil moderner, feuchteunempfindlicher Dämmmaterialien genutzt werden. Weil die Dämmschicht die Dachabdichtung vor größeren Temperaturschwankungen schützt, hat sich deren Lebensdauer beträchtlich erhöht.

Mindestgefälle bei Flachdächern

Allerdings sollte hier beachtet werden, dass bei Flachdächern ein Mindestgefälle von zwei Prozent eingehalten wird, damit das Regenwasser ablaufen kann. Außerdem sind zusätzlich Vorkehrungsmaßnahmen zu treffen, damit die Wasser führende Schicht nicht durchdrungen wird.

So sollte die Sperrschicht bei seitlichen Anschlüssen etwa 15 Zentimeter hoch ausgeführt und durch ein spezielles Abdeckblech geschützt werden, damit kein Regenwasser eindringen kann. Speziell bei leichten Dachkonstruktionen sollte darauf geachtet werden, dass die diffusionsoffene Unterspannbahn lückenlos und luftdicht verlegt wird, damit keine unkontrollierten Wärmeverluste auftreten können.

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