Donnerstag, 08.03.2012 | Autor: mb

EU plant strengere Energiestandards

Worum geht´s
  • strengere Energiestandards im Gebäudebestand
  • EU-Energieeffizienzrichtlinie geplant

In Deutschland gelten seit Jahren strenge Regeln für den Energieverbrauch von neu errichteten und vermieteten Gebäuden. Jetzt will auch die EU eine neue Richtlinie einführen. Sollte der bisherige Entwurf durchgehen, hätte das auch Konsequenzen für deutsche Hausbesitzer. Der Eigentümerverband Haus & Grund kritisiert die Pläne für neue EU-bestimmte Energiestandards heftig.

Die EU arbeitet an einer neuen Richtlinie für mehr strengere Energiestandards. Laut Haus & Grund betrifft der bisherige Entwurf des Energieausschuss des Europäischen Parlaments auch viele Hauseigentümer in Deutschland. Denn nach dem vorliegenden Entwurf zur neuen Energieeffizienzrichtlinie möchte das Parlament die Mitgliedsstaaten dazu verpflichten, den Energieverbrauch im Gebäudebestand bis 2050 um 80 Prozent gegenüber 2010 zu senken. Darauf weist die Eigentümergemeinschaft Haus & Grund in einer Pressemitteilung hin. 

 

Auch Hauseigentümer wären von neuen EU-Energiestandards betroffen

 

Der Entwurf des EU-Parlaments wurde demnach nun auch im Wirtschaftsausschuss des Bundestags diskutiert. Im Vorfeld kritisierte Haus & Grund-Präsident Dr. Rolf Kornemann die Vorschläge der EU: „Damit würden all jene Hauseigentümer bestraft, die vor 2010 in die energetische Sanierung ihrer Gebäude investiert haben. Die bisherigen Bemühungen Deutschlands, Vorreiter bei der Energieeffizienz in Europa zu sein, rächten sich dann. Ich appelliere an die Bundesregierung, derartig unrealistische und unbezahlbare Verpflichtungen im Interesse der Eigentümer und Mieter nicht einzugehen.“

 

Forderung: Keine Zwangssanierungen für Hauseigentümer

 

Zwar gelten in Deutschland bereits strenge Energiestandards für neue und vermietete Gebäude, doch Hauseigentümer von Bestandsimmobilien werden derzeit generell dazu angehalten, ihre Immobilie freiwillig und im Sinne von langfristiger Kostenersparnis zu sanieren. Kornemann erinnerte die Bundesregierung an ihr Bekenntnis im geltenden Energiekonzept, Hauseigentümern keine Zwangssanierungen aufzubürden. „Ich gehe davon aus, dass dieses Wort der Bundesregierung gilt“, betonte Kornemann. Statt permanent in Europa und in Deutschland neue Debatten über weitere Verschärfungen loszutreten, sollten die Mietrechtsänderungen und steuerlichen Erleichterungen endlich auf den Weg gebracht werden, so Kornemann.

 

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