Montag, 14.07.2014 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Energiewende: In welchen Heizungskellern bares Geld verschenkt wird

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s
  • Verbesserte Rahmenbedingungen für die Heizungsmodernisierung gefordert
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Alle wollen weniger Heizkosten zahlen, aber der energetische Zustand der Heizungsanlagen in Deutschlands Kellern ist trotz eingeläuteter Energiewende nach wie vor katastrophal. Tatsächlich arbeiten nur 17 Prozent der Anlagen effizient und nutzen erneuerbare Energie.

Alle reden von der Energiewende, aber leider ist die noch nicht in jedem deutschen Heizungskeller angekommen.

Von den insgesamt rund 20,5 Millionen zentralen Wärmeerzeugern sind immer noch 71 Prozent der Heizungsanlagen unzureichend effizient und damit modernisierungsbedürftig. Dies geht aus einer aktuellen Auswertung des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) und des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks Zentralinnungsverband (ZIV) hervor.

Die meisten heizen mit Gas, die wenigsten aber effizient

Gas bleibt der dominierende Energieträger in den Heizungskellern. Veraltete Gas-Heizwertkessel machen mit 8,9 Millionen Geräten noch immer den Löwenanteil im Wärmemarkt aus. Demgegenüber steigt die Anzahl der installierten hocheffizienten Gas-Brennwertkessel auf insgesamt 4,2 Millionen Stück.

Nur 17 % aller Geräte arbeiten mit erneuerbarer Energie

Die Anzahl der installierten ineffizienten Öl-Heizwertkessel beträgt immer noch rund 5,3 Millionen Anlagen. Hocheffiziente Öl-Brennwertkessel schlagen im Anlagenbestand mittlerweile mit rund 0,6 Millionen Einheiten zu Buche.

Weiterhin weist die Erhebung rund 0,6 Millionen installierte Wärmepumpen sowie 0,9 Millionen Biomassekessel aus. Bei solarthermischen Anlagen lag die installierte Kollektorfläche Ende 2013 bei 17,5 Millionen Quadratmetern. Dies entspricht circa 1,9 Millionen Anlagen.

Die Anzahl der Geräte, die sich auf dem aktuellen Stand der Technik befinden und zusätzlich erneuerbare Energien einkoppeln, beträgt damit gerade einmal 17 Prozent.

Geringere Heizkosten gibt es nur mit Wärmewende

Gut ein Drittel des deutschen Endenergieverbrauchs entfällt auf die Heizung und Warmwasserbereitung in Gebäuden. Würden die hier liegenden CO2-Minderungs- und Energieeinsparpotenziale beschleunigt gehoben, könnten gut 13 Prozent des deutschen Energieverbrauchs eingespart werden“, erläutert BDH-Hauptgeschäftsführer Andreas Lücke.

Um die politischen Zielsetzungen zu erreichen, muss endlich Schwung in den Modernisierungsmarkt kommen.

Heizungsmodernisierungen müssen besser gefördert werden

Zudem würden auch "die Endverbraucher im Falle der Modernisierung durch geringere Heizkosten entlastet“, betont Manfred Greis, Präsident des BDH. „Die Politik ist nun aufgefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern und so stärkere Anreize zur Heizungsmodernisierung zu schaffen.“

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