Montag, 06.10.2008 | Autor: heihec

Energieausweis im Praxistest

News: In der Praxis erfüllt der Energieausweis seine Funktion als Transparenzinstrument nicht. Viele Vermieter kennen ihre Verpflichtung, den Energieausweis zu erstellen, nicht oder ignorieren die gesetzlichen Vorgaben. Dies ergab ein Praxistest des Deutschen Mieterbundes.

"Der Praxistest zeigt, dass der Gesetzgeber beim Energieausweis dringend nachbessern muss. Die Energieeinsparverordnung muss so geändert werden, dass künftig allen Kauf- und Mietinteressenten ein Energieausweis vorgelegt wird. Auf Wunsch von Mietern oder Käufern ist ihnen eine Kopie des Energieausweises auszuhändigen", erklärte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Franz-Georg Rips.

Ergebnisse des Praxistests zum Energieausweis

Der Berliner Mietervereins testet in einem Praxistest 170 Wohnungsbewerbungen. In 38 Prozent aller Fälle war der Energieausweis dem Eigentümer oder Vermieter unbekannt oder nicht vorhanden. In 34 Prozent der Fälle wurde der Energieausweis erst auf Nachfrage als "vorhanden" bezeichnet.

Elf Prozent wollten den Energieausweis erst zu einem späteren Zeitpunkt präsentieren oder an einem anderen Ort als der angebotenen Wohnung. Und bei neun Prozent der Bewerbungen führte die Nachfrage nach einem Energieausweis Energieausweis dazu, dass der Mieter aus dem Kreis der Bewerber für die Wohnung ausgeschlossen wurde.

Mieterbund appelliert an den Bundesrat

"Der Stellenwert des Energieausweises muss deutlich erhöht werden. Dazu gehört, dass der Energieausweis zwingend allen Kauf- oder Mietinteressenten vorgelegt und ihnen auf Wunsch eine Kopie ausgehändigt werden muss", appellierte Rips an den Bundesrat. Gleichzeitig forderte Rips, die Energieeinsparverordnung dahin gehend zu ändern, dass ein einheitlicher, für alle Immobilien verbindlicher bedarfsorientierter Energieausweis vorgeschrieben wird.

"Die weitgehende Wahlmöglichkeit zurzeit zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis erhöht nicht die geforderte Transparenz auf den Wohnungsmärkten. Im Gegenteil, die Vergleichbarkeit des energetischen Zustandes der Immobilien wird erschwert bzw. unmöglich gemacht."

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