Donnerstag, 29.03.2012 | Autor: mb

Einfamilienhaus: Sanieren lohnt sich

Worum geht´s
  • Rentabilität einer energetischen Sanierung
  • Kosten für eine Sanierung
  • Fördermittel

Viele Hauseigentümer  stehen vor der Entscheidung, ihre Immobilie energetisch sanieren zu lassen. Dabei stellt sich immer die Frage der Rentabilität. Die Deutsche Energieagentur hat in einer Studie festgestellt, dass die Sanierung für Eigentümer von Einfamilienhäusern eine lohnende Investition ist. Denn über die langfristige Energieeinsparung holen sie die Ausgaben wieder rein.

In einer Studie ist die Deutsche Energieagentur GmbH (dena) der Frage nachgegangen, ob eine Sanierung älterer Immobilien wirtschaftlich rentabel ist. Dabei kam heraus, dass Eigentümer von sanierungsbedürftigen Einfamilienhäusern ihre Investition tatsächlich refinanzieren können, und zwar über die Energieeinsparung. Die zur Einsparung einer Kilowattstunde Wärmeenergie notwendige Investition liege unter den Kosten, die Hausbesitzer für Wärme aus Heizöl oder Gas zahlen müssten, heißt es in einer Pressemitteilung der dena. 

"Wer sein Haus saniert und dabei nicht gleichzeitig die Energieeffizienz verbessert, verpasst eine günstige Gelegenheit", betont Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. "Eigentümer müssen so oder so Geld in die Hand nehmen. Sie stehen also vor der Wahl: Entweder einmal richtig und energiesparend sanieren oder über Jahre hinweg hohe, voraussichtlich sogar steigende Heizrechnungen bezahlen."

Energiestandard bestimmt Einsparmöglichkeiten

Wie hoch die Kosten für eine energieeffiziente Sanierung im Einzelfall ausfallen, ist laut dena abhängig davon, wie energieeffizient das Haus nach der Sanierung sein soll - je besser der Energiestandard, desto mehr Geld muss ein Eigentümer aufwenden. Doch die Investition lohnt sich: "Die dena-Studie zeigt, dass sich der hocheffiziente Energiestandard "Effizienzhaus 70", der einem Energieverbrauch von etwa fünf Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr entspricht, für den Eigentümer rentiert", erläutert dena-Chef Stephan Kohler. "Rechnet man die energetischen Sanierungskosten auf die eingesparte Heizenergie um, kostet jede eingesparte Kilowattstunde 7,1 Cent. Demgegenüber steht schon heute ein durchschnittlicher Energiepreis von 8 Cent pro Kilowattstunde - Tendenz steigend", so Kohler weiter.

Wirtschaftlichkeitsberechnung zeigt Rentabilitätsfaktor

Viele Eigentümer schrecken vor den höheren Anfangsinvestitionen einer energetischen Sanierung zurück. Hinzu kommt eine zunehmende Verunsicherung, die durch verallgemeinerte Darstellungen einzelner Negativbeispiele verstärkt wird. Beides spiegelt sich in derzeit stark zurückgegangenen Sanierungszahlen wider. Bauherren, die eine Effizienzhaus-Sanierung planen, sollten eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung von einem Energieberater durchführen lassen, rät die dena.

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News: Energetische Sanierung ist eine individuelle Sache: Jedes Haus braucht eine eigene Lösung, um die von der EnEV vorgeschriebenen Standards erfüllen zu können. Welche Sanierungsmaßnahmen die Immobilie braucht, um den Energiebedarf zu senken, erfahren Hauseigentümer und Vermieter durch eine unabhängige Energieberatung.
Topstory: Ob Neubau oder Sanierung - Bauvorhaben sind meistens mit hohem finanziellen Aufwand verbunden. Umso besser, wenn der Staat dem Bauherrn einen Teil der Kosten abnimmt. Über die KfW-Förderprogramme können Hausbesitzer und Vermieter zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse für ihr Bauvorhaben bekommen.

 meineimmobilie.de-Tipp

Wichtig für die Beurteilung des energetischen Zustands Ihrer Immobilie ist, dass Sie einen qualifizierten Energieberater beauftragen. Leider gibt es viele schwarze Schafe und selbst ernannte Experten. Fragen Sie bei einem Eigentümerverband oder einer Verbraucherzentrale nach Adressen von unabhängigen Energieberatern in Ihrer Nähe.