Montag, 05.10.2009 | Autor: Jörg Stroisch/mb, Foto: Pixelio.de/ Andreas Morlok

Dem Strom den Hahn abdrehen

Foto: Pixelio.de/ Andreas Morlok
Eines ist sicher: Die fossilen Brennstoffe wie Kohle, Gas und Öl verknappen und verteuern sich immer mehr. Überdurchschnittlich gestiegene Preise für Gas, Strom und Öl sorgen für Unmut. Dagegen hilft nur: sparen.

Der sinnvolle und effiziente Einsatz der zur Verfügung stehenden Ressourcen steht im Blickpunkt beim Sparen der Energiekosten. Nicht nur aufgrund politischer Rahmenbedingungen etwa mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) und zahlreichen zinsgünstigen Kreditprogrammen ist die energetische Modernisierung einer Immobilie derzeit ein wichtiges Thema.

Auch die wirtschaftliche Notwendigkeit im Wettbewerb um den Mieter, der einen weiteren Anstieg der Wohnnebenkosten nur zum Teil auffangen mag, wird immer offensichtlicher. Soll so die eigene Immobilie in einigen Jahren noch marktfähig sein, muss das Haus jetzt modernisiert werden. Der Druck, auch mit der Immobilie Energiekosten zu sparen, wird weiter zunehmen und ein überlegtes Handeln erfordern.

Staatliche Förderprogramme gegen hohe Energiekosten

Um Eigentümern dabei finanziell unter die Arme zu greifen, haben Bund, Länder und Kommunen üppige Finanzierungsprogramme für neue Heizungsanlagen und die Fassaden-Dämmung aufgelegt. Immobilienbesitzer profitieren von Zinskonditionen, die zum Teil 2,5 Prozent unter den marktüblichen Sätzen liegen. Wer besonders fleißig Energie und Energiekosten spart, bekommt bei einem Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sogar einen finanziellen Zuschuss.

Sind Bauherren schon länger verpflichtet, neue Gebäude nach den Standards der Niedrigenergiebauweise zu fertigen, so müssen in Zukunft auch die Besitzer von Alt-Immobilien Energieeffizienz umsetzen. Dabei kommt die EnEV vor allem dann zum Tragen, wenn ohnehin eine Modernisierung bestimmter Bauteile ansteht. Hier müssen die Anforderungen an die Energieeffizienz strikt eingehalten werden.

Berücksichtigung der Primärenergie

Die EnEV bringt dabei einen Systemwechsel. Mit ihr wird nicht einfach die Heizwärme eines Gebäudes zugrunde gelegt, sondern die Primärenergie. Stoppten die Bestimmungen in der Vergangenheit vor der heimischen Heizung, beziehen sie nun bewusst auch die Erzeugungswege der Wärme mit ein - also etwa durch die Gasversorgung oder durch den Strom vom Kraftwerk.

Verschiedene Energieträger wirken sich deshalb verschieden auf die Gesamtrechnung aus. Und fordern damit zu einer wesentlich ehrlicheren Energiebilanzierung auf. Außerdem wird erstmalig die Anlagen- und Gebäudetechnik ganzheitlich betrachtet, Heizung und Dämmung gehen gleichberechtigt in die Berechnung für die Immobilie ein.

Bedingte Anforderungen

Konkret unterscheidet die EnEV nach den sogenannten bedingten Anforderungen und den Nachrüstpflichten. Wenn die Veränderung mehr als 20 Prozent einer Bauteilfläche betragen, also etwa beim Dach, greift nach dem Willen des Gesetzgebers die bedingte Anforderung. Der Bauherr darf dann für alle modernisierten Bauteile einen bestimmten Wärmedurchgangskoeffizienten U nicht mehr überschreiten. Dieser Koeffizient misst, wie viel Wärme aus dem Inneren nach außen dringt.

Ziel ist es nicht, einen Altbau auf Niedrigenergiehausstandard zu trimmen. Allerdings darf er nur 40 Prozent mehr Jahresprimärenergie verbrauchen als ein vergleichbarer Neubau. Generell gilt ein Verschlechterungsverbot, wenn Maßnahmen geplant sind.

Waren und sind Besitzer von Mehrfamilienhäusern in jedem Fall an diese Fristen gebunden, so gilt für Eigenheimbesitzer in selbst bewohnten Ein- oder Zweifamilienhäusern eine Ausnahme. Hier muss erst binnen zwei Jahren nach einem Eigentümerwechsel die Verordnung eingehalten werden.

meineimmobilie-Tipp:
Staatliche Kredite sind zinsgünstig und die Vielfalt der unterschiedlichen Kreditprogramme ist groß. Da sich jedoch beinahe jährlich etwas ändert, ist es auch für den Bankberater der Hausbank schwierig, den Überblick zu behalten. Sie sollten also selbst im Vorfeld schon die Details der unterschiedlichen Programme genau recherchieren.

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
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