Montag, 22.08.2011 | Autor: Dr. Wolfgang Naumer/mb, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Das Nullenergie- und Plusenergiehaus

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Die Kosten für Strom und Heizung sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Wer ein Nullenergie- oder Plusenergiehaus besitzt, muss sich um die Preise für Öl, Gas und Strom keine Gedanken mehr machen - im Gegenteil: Hauseigentümer, die mit ihrer eigenen Solaranlage selbst Strom produzieren, bekommen von den Energieversorgungsunternehmen Geld dafür.

Ein Nullenergiehaus ist ein Haus mit einer ausgeglichenen Jahres- energiebilanz. Das heißt, die benötigte Energie für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom wird mit aktiver und passiver Solarnutzung selber produziert.

Kein zusätzlicher Energieaufwand

Bei Nullenergiehäusern, beziehungsweise korrekter als Nullheizenergiehäuser bezeichnet, ist somit kein zusätzlicher Energieaufwand für die Beheizung des Gebäudes erforderlich.

Leider sind diese Anlagensysteme zur Energiebedarfsdeckung für Heizung und Warmwasserbereitung bislang noch relativ teuer und viele Bauherren schrecken vor den hohen Investitionen zurück.

Kosten für zusätzliche Systeme

Zudem steht momentan den erhöhten Kosten für die notwendigen additiven Systeme, wie zum Beispiel saisonale Speicher, im Vergleich zum Passivhaus nur eine vergleichsweise geringe Verminderung des Heizenergiebedarfs gegenüber. Ohne eine deutliche Kostensenkung der Erstinvestition werden sich daher die Nullheizenergiehäuser, trotz staatlicher Förderung, am Markt kaum durchsetzen können.

Beim Nullenergiehaus haben die Bewohner keine Energiekosten mehr, da sie den Haushaltsstrom durch Solarenergie selbst produzieren. Gleiches gilt für das energieautarke Haus, bei dem zusätzlich die Stromerzeugung auf solarer Basis erfolgt. Diese Hausvariante braucht überhaupt keine Energie mehr von außen.

Der Restenergiebedarf zum Heizen wird durch erneuerbare Energien gedeckt. Eine größere Verbreitung und Akzeptanz wird das energieautarke Haus erst dann erfahren können, wenn die Bauteile zur solaren Wärme- und Stromgewinnung kostengünstiger werden und der Energieaufwand bei ihrer Herstellung deutlich vermindert wird.

Plusenergiehaus gewinnt Energie

Das Plusenergiehaus gewinnt durch den Einsatz erneuerbarer Energien rechnerisch mehr Energie, als es verbraucht. In der Regel handelt es sich um ein Gebäude auf höchstem Passivhaus-Standard, das zusätzlich mit zahlreichen Photovoltaikzellen zur solaren Stromerzeugung ausgestattet ist. Der Wärmeverbrauch wird durch Solarkollektoren, Wärmerückgewinnung oder Erdwärmeüberträger gedeckt.

Durch die Gewinnung von Solarstrom und den Einsatz erneuerbarer Energie ist bei einem Plusenergiehaus die erzeugte Energie höher als der Verbrauch. Da es sich hierbei nur um ein Gegenrechnen von verbrauchter und erzeugter Jahresenergiemenge handelt, fallen - bei entsprechender Stromproduktion - auch Häuser mit einem energetisch geringeren Standard unter diese Kategorie.

Auf jeden Fall ist das Betreiben solarer Anlagen sowohl in Alt- und Neubauten, als auch im privaten oder wirtschaftlichen Umfeld möglich und sinnvoll.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Unter bestimmten Voraussetzungen wird die Umrüstung der Versorgung eines Hauses auf erneuerbare Energien staatlich gefördert. Zuständig für die Genehmigung von Zuschüssen ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Dort können Sie eine Förderung Ihrer geplanten Maßnahme beantragen.