Mittwoch, 18.06.2008 | Autor: Dr. Wolfgang Naumer/mb, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Das KfW-Energiesparhaus

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
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Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt Förderkredite für energiesparendes Bauen. Zwei Standardvorgaben für energiesparende Lösungen sind das KfW-Energiesparhaus-40 und -60.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) fördert im Rahmen bestimmter Programme mit zinsgünstigen Krediten die Errichtung von zwei Arten energiesparender Gebäude: das KfW-60- und das KfW-40-Haus.

Das KfW-Energiesparhaus-60

Das KfW-Energiesparhaus-60 ist dabei vergleichbar mit einem Niedrigenergiehaus und wird gefördert, wenn folgende zwei Kriterien erfüllt sind:

  • Zum einen darf der Jahres-Primärenergiebedarf (Qp) nach der EnEV nicht mehr als 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche (An) betragen. Dies ist die Kennziffer, die der Gesamtenergieverbrauch des Gebäudes zum Ausdruck bringt.
  • Zum anderen werden konkrete Anforderungen an die Qualität der thermischen Hülle des Neubaus gestellt: Hier muss der auf die Wärme übertragende Umfassungsfläche des Gebäudes bezogene spezifische Transmissionswärmeverlust (Ht') den in der EnEV angegebenen Höchstwert um mindestens 30 Prozent unterschreiten.

Um in den Genuss der Förderung zu gelangen, muss der Nachweis, dass beide Kriterien erfüllt werden, von einem Sachverständigen erbracht werden. Der geforderte, niedrige Energiebedarf kann am besten erreicht werden, wenn bei dem Gebäude folgende bauliche Maßnahmen kombiniert werden:

  • Gut gedämmte Außenwände, je nach Dämmstoffqualität zwischen 16 und 30 Zentimeter Dämmstoff-Dicke,
  • Gut gedämmtes Dach oder gut gedämmte oberste Geschossdecke gegen ein nicht ausgebautes Dachgeschoss mit mindestens 20 Zentimeter Dämmung,
  • Gut gedämmte Kellerdecke,
  • Zweischeiben- oder Dreischeiben-Wärmeschutzglas mit wärmedämmenden Fensterrahmen,
  • Vermeidung von Wärmebrücken, also Bauteilen, die Wärme nach außen transportieren können,
  • Lüftungsanlage, kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung aus der Abluft,
  • Hohe Luftdichtigkeit des Gebäudes,
  • Thermische Solaranlage zur Unterstützung der Warmwasserversorgung, eventuell auch der Heizung,
  • Energieeffiziente elektrische Antriebe der Haustechnik,
  • Energieeffiziente Heizungsanlage, Brennwertkessel oder Niedertemperaturkessel sowie Holzheizung oder Fern-/Nahwärme.

Verschiedene Umsetzungsstrategien für das KfW-Energiesparhaus-60 bei einem freistehenden Einfamilienhaus sind auch unter www.kfw.de abrufbar. Die dort gezeigten Beispiele lassen sich ebenfalls auf Reihenhäuser übertragen.

Das KfW-Energiesparhaus-40

Das KfW-Energiesparhaus-40 dagegen geht schon einen entscheidenden Schritt hin zu einem Passivhaus. Die Kennziffern sind identisch wie beim KfW-Energiesparhaus-60, jedoch sind die Anforderungen sehr viel weitreichender:

Der Jahres-Primärenergiebedarf (Qp) nach der EnEV darf nicht mehr als 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche (An) betragen und der auf die Wärme übertragende Umfassungsfläche des Gebäudes bezogene spezifische Transmissionswärmeverlust (Ht') muss den in der EnEV angegebenen Höchstwert um mindestens 45 Prozent unterschreiten.

Diese Vorgaben können nur dann erreicht werden, wenn Heiztechnik und energetische Qualität der Gebäudehülle optimal aufeinander abgestimmt sind. Das sollte der sachverständige Architekt bereits bei der Planung des Hauses berücksichtigen und den äußerst niedrigen Energieverbrauch zum Beispiel durch die Kombinationen folgender Maßnahmen garantieren:

  • Hoch gedämmte Außenwände, je nach Dämmstoff und Wandaufbau bis zu 45 cm Dämmstoff-Dicke,
  • Hoch gedämmtes Dach und hoch gedämmte oberste Geschossdecke gegen ein nicht ausgebautes Dachgeschoss,
  • Gedämmte Kellerdecke,
  • Dreischeiben-Wärmeschutzglas, hoch wärmedämmende Fensterrahmen,
  • Vollständige Vermeidung von Wärmebrücken,
  • Lüftungsanlage, kontrollierte Lüftung mit mehr als 80 Prozent Wärmerückgewinnung aus der Abluft,
  • Hohe Luftdichtheit des Gebäudes,
  • Thermische Solaranlage zur Unterstützung der Warmwasserversorgung, Aufheizung der Zuluft aus dem Solarspeicher,
  • Energieeffiziente elektrische Antriebe für die Haustechnik,
  • Energieeffiziente Heizung, eventuell Zusatzheizung für die Zuluft und Erdwärmetauscher.

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