Montag, 25.11.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © freshidea - Fotolia.com

Bitte blei- und legionellenfrei: "Galgenfristen" bei Trinkwasserverordnung laufen jetzt ab

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Worum geht´s
  • Was die Trinkwasserverordnung vorschreibt
  • Bis wann Sie reagieren müssen 
  • Welche Bleigrenzen fürs Trinkwasser gelten
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Am 1.12.2013 läuft die "Galgenfrist" für Bleileitungen ab. Da endet die zehnjährige Übergangsfrist für den Austausch bleihaltiger Rohre. Und noch eine wichtige Frist läuft am 31.12.2013 ab: Ihre Prüffrist fürs Trinkwasser! 

 

Noch in diesem Jahr endet die zehnjährige Übergangsfrist für den Austausch bleihaltiger Rohre. Das schreibt die Trinkwasserverordnung aus dem Jahre 2001 vor, die am 01.01.2003 in Kraft trat. Sie sieht eine stufenweise Herabsetzung des Bleigrenzwertes im Trinkwasser bis zum 1.12.2013 vor.

Pro Liter Wasser dürfen dann nicht mehr als 0,010 Milligramm Blei enthalten sein. Als Vermieter müssen Sie dafür sorgen, dass die Trinkwasserbeschaffenheit einwandfrei ist und bei einem Überschreiten der Grenzwerte müssen Sie vorhandene Bleirohre sofort austauschen.

Trinkwasserverordnung: Nicht jedes Bleirohr ist Ihre Sache 

Die Austauschpflicht für Bleileitungen betrifft vor allem Immobilieneigentümer von Objekten, die vor 1970 gebaut wurden. In Süddeutschland wird bereits seit über 100 Jahren komplett auf Bleileitungen verzichtet.

Im Rest von Deutschland wurden Bleirohre jedoch teilweise sowohl für Hausanschlussleitungen als auch für die Trinkwasser-Installation in Gebäuden verwendet.

Bei den Hausanschlussleitungen sind Sie in der Regel fein raus: Die liegen in der Verantwortung des Wasserversorgers und können nur von ihm ausgetauscht werden. Dagegem sind die Rohre der Trinkwasser-Installation Ihre Sache als Hauseigentümer. Sie müssen also dafür sorgen, dass Ihre Trinkwasserbeschaffenheit einwandfrei ist. Notfalls müssen Sie eventuell vorhandene Bleirohre austauschen - und zwar sofort! 

Bleileitungen: Schlimmstenfalls schreitet das Gesundheitsamt ein

Mit dem neuen Grenzwert werden Bleirohre als Trinkwasserleitung quasi unbrauchbar. Wird der Blei-Grenzwert in einer Leitung überschritten, kann das Gesundheitsamt den Wasserversorger oder den Vermieter verpflichten, die Ursache der Überschreitung zu beseitigen. Faktisch wird dazu meist ein kompletter Austausch der Bleirohre nötig sein“, sagte Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA).

Was Sie Ihren Mietern über Ihre Bleirohre verraten müssen

Haben Sie also noch eine Hausanschlussleitung aus Blei oder gibt es in Ihrem Haus noch Bleirohre, müssen Sie die betroffenen Mieter ab dem 01.12.2013 darüber schriftlich oder per Aushang informieren - selbst wenn der Blei-Grenzwert nicht überschritten wird.

Diese Information ist für bestimmte Risikogruppen wie beispielsweise Schwangere wichtig.

Legionellenprüfung: Frist läuft am 31.12.2013 ab 

Wer bis jetzt noch immer nichts unternommen hat, muss sich beeilen: Die Untersuchungsfrist für die Legionellenprüfung in der Trinkwasserverordnung läuft am 31.12.2013 ab.

Danach müssen Sie das Trinkwasser aus Anlagen, aus denen gewerblich, aber nicht öffentlich Trinkwasser abgegeben wird, alle 3 Jahre regelmäßig untersuchen lassen. 

Eigentlich sollte schon am 31.10.2012 die Frist enden, innerhalb der viele Vermieter ihre Trinkwasseranlagen im Haus erstmals auf Legionellen untersuchen lassen müssen.

Wer eine Legionellenprüfung durchführen lassen muss

Ernst wird es für Eigentümer von Mehrfamilienhäusern, dessen zentraler Wasserspeicher (z. B. Wasserboiler) mehr als 400 Liter fasst. Die müssen seit der letzten Änderung der Trinkwasserverordnung am 1.12.2012 alle 3 Jahre an speziell festgelegten Entnahmestellen Wasserproben entnehmen und diese von akkreditierten Speziallabors auf Legionellen untersuchen lassen.

Für die "Erstbeprobung" sieht die Verordnung eine Frist bis zum 31.12.2013 vor.

Betriebskosten: Die Legionellenprüfung ist umlegbar

Bislang war es zwischen den Mietervereinen und den Haus- und Grundeigentümervereinen hart umstritten, ob die Kosten für diese Legionellenprüfung auf den Mieter umlegbar sind.

Mittlerweile musste jedoch selbst der Mieterbund zähneknirschend eingestehen, dass es sich dabei um umlegbare Betriebskosten handelt.

Die können Sie in Ihrer Betriebskostenabrechnung nach § 2 Nr. 2 BetrKV unter den "Kosten des Betriebs der zentralen Warmwasserversorgungsanlage" problemlos auf die Mieter umlegen.

Schließlich fallen die Kosten alle 3 Jahre regelmäßig an. Damit weisen sie das typische Merkmal von Betriebskosten auf und sind deswegen ohne Weiteres umlegbar.

 

 

 

 

 

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Ab dem 1.12.2013 gelten für den zulässigen Bleigehalt in Wasserleitungen strengere Vorgaben. Eigentümer sollten deswegen bleihaltige Trinkwasserleitungen möglichst schnell austauschen.
Topstory: Die sehr gefährlichen Legionellen werden durch das Sprühwasser etwa einer Dusche auf den Menschen übertragen. Damit sie nicht gefährlich werden, müssen Vermieter seit dem 1. November 2011 das Wasser eventuell überprüfen lassen. Das schreibt die neue Trinkwasserverordnung vor.
Bis zum 31. Dezember dieses Jahres müssen Vermieter erstmals die Warmwasserbereitungsanlagen auf Legionellen untersuchen. Die Prüfpflicht gilt für fast alle Mehrfamilienhäuser, ausgenommen Mehrfamilienhäuser mit einer dezentralen Warmwasserbereitung sowie Ein- und Zweifamilienhäuser.

 meineimmobilie.de-Tipp

2 wichtige Fristen sollten Sie sich rot im Kalender anstreichen: Die Austauschfrist für Bleileitungen, die am 1.12.2013 abläuft und die Legionellen-Prüffrist fürs Trinkwasser, die am 31.12.2013 endet.   

Sind Sie sich unsicher, ob Ihr Gebäude betroffen ist, können Sie mit einer Probeentnahme und einer Laboruntersuchung den Bleigehalt prüfen lassen.