Donnerstag, 29.04.2010 | Autor: mb

Bauherrenverband: EnEV 2009 führt zu höheren Neubaukosten

News: Neue Zahlen: Seit dem Inkrafttreten der neuen Energieeinsparverordnung 2009 müssten Bauherren mit deutlich höheren Neubaukosten rechnen, heißt es beim Verband Privater Bauherren.

Bauen nach der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) sei im Vergleich zur alten Verordnung deutlich teurer geworden, meldet der Verband Privater Bauherren (VPB) in einer Pressemitteilung. "Die im Oktober 2009 in Kraft getretene Energieeinsparverordnung hat das Bauen um fast zehn Prozent verteuert", sagt Verbandsvorsitzender Thomas Penningh. "Nach einem halben Jahr Erfahrung mit der neuen EnEV in der Praxis haben wir konkrete Ergebnisse, die das belegen. Zwischen einem Neubau nach EnEV 2007 und einem Neubau heute liegt fast der Wert eines Mittelklassewagens."

Unterschiedliche Energiekonzepte

Der Bauherrenverband führt den Preisanstieg auf "unterschiedliche Energiekonzepte" zurück. Wer viel Wert auf eine gute Dämmung lege, müsse mit hohen Mehrkosten rechnen, so der VPB. Dem Architekten stehe es jedoch frei, mit welchem Konzept er das Haus energetisch sinnvoll plane: "Die Energieeinsparverordnung lässt Planern weitgehende Freiheit bei der Gestaltung und energetischen Auslegung eines Gebäudes. Energieeinsparpotenziale werden entweder durch moderne Heiztechnik oder durch Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung erreicht", erläutert Penningh. "Energie sparen lässt sich beim Neubau auch über zusätzliche Wärmedämmung. Diese Alternative ist allerdings auch die teuerste."

Wer auf die Wärmedämmung verzichtet und seinen Massivbau stattdessen mit moderner Heiztechnik ausstattet, kommt nach Einschätzung des VPB günstiger davon. "Am günstigsten fährt, wer auf moderne Brennwerttechnik setzt und sein Haus mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausstattet. Ein solches Haus kostet lediglich 7.500 Euro oder 4,3 Prozent mehr als ein vergleichbares Haus nach der alten EnEV", sagt Thomas Penningh. "Ein vergleichbares Wohnhaus ohne zusätzliche Dämmung, dafür mit zweifacher Fensterverglasung, einer Wärmepumpe oder Pelletheizung, kostet gegenüber der EnEV 2007 heute 10.000 Euro Aufpreis."

Neutrale Beratung bei der Neubauplanung

Laut VPB halten die meisten Bauherren dagegen die zusätzliche Wärmedämmung für die ideale Lösung. "Dabei ist das die teuerste Variante von allen", betont Penningh. Wer stattdessen auf Technik setze, der könne 9000 Euro sparen. Bei der Neubauplanung zeigt sich also in allen Details, wie wichtig die firmen- und produktneutrale Beratung im Vorfeld ist."

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Mehrere Einrichtungen, darunter Bauherren-Schutzverbände und Verbraucherzentralen, bieten eine ausführliche Energieberatung für Bauherren an. Informieren Sie sich gut über technische Möglichkeiten und wägen Sie ab. Dabei sollten Sie auch berechnen, wieviel Energieverbrauch und damit laufende Kosten bei den einzelnen Varianten entstehen.