Donnerstag, 13.08.2015 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © openlens - Fotolia.com

Altersgerecht wohnen: Die häufigsten Fragen

Foto: © openlens - Fotolia.com
Worum geht´s

So sorgen Sie für Barrierefreiheit in Ihrem Haus!

Der demografische Wandel lässt grüßen. Und für Sie als Vermieter oder Hausbesitzer kann es sich deshalb lohnen, mal einen Blick auf Ihre Wohnung zu werfen: Ist die barrierefrei und altersgerecht?

Der Verband der Privaten Bausparkassen (VPB) hat eine Liste mit den häufigsten Fragen zur Barrierefreiheit erstellt. Ein hilfreiches FAQ zu Umbau und Finanzierung.

  • Wie komme ich ins Haus? Der VPB rät hier zu niedrigen schwellen und automatischen Haustüröffnungen. Auch eine Rampe ist manchmal sinnvoll, um Stufe zu überwinden. Die DIN 18040/2 schreibt hier übrigens maximal sechs Prozent an Steigung vor. Je breiter, desto besser: 90 Zentimeter sind das Minimum.
  • Wie kann ich die Treppe überwinden? Beidseitige Handläufe, ein Umzug in Erdgeschosswohnungen sind Tipps des VDP. Oder ein Treppenlift: „Die Entscheidung für einen Treppenlift will aber gut bedacht sein – nicht nur wegen der Kosten“, sagt er in der Pressemitteilung. Denn hier stellt sich die Frage, ob er auch für Rollstuhlfahrer benötigt wird. Übrigens: Ein echter Aufzug kostet ab 60.000 Euro aufwärts im nachträglichen Einbau, die Baunebenkosten noch nicht mitgerechnet.
  • Wie komme ich durch den Flur? Häufig bieten Flure zu wenig Raum, um mit einem Rollator oder gar mit einem Rollstuhl zu rangieren. Eine Möglichkeit, mehr Platz zu schaffen, kann darin bestehen, auf die Flurmöbel zu verzichten, das heißt, die Wohnung einfach umzuräumen, so der VPB. Für Rollstuhlfahrer gilt hier: 90 Zentimeter Platz ist das Minimum, wenn rangiert werden muss, muss es entsprechend mehr sein.
  • Wie komme ich bequem durch die Zimmertüren? 90 Zentimeter Breite ist auch hier die allgemeine Empfehlung. Der VPB rät deshalb auch dazu Türöffnungen zu verbreitern. Seine Empfehlung, eine platzsparende Schiebetür einzubauen, kann ich aber nicht unterstützen. Versuchen Sie mal, wenn Sie im Rollstuhl sitzen, eine Schiebetür zu öffnen! Natürlich hängt es davon ab, wie stark die Beeinträchtigung ist, was angebracht ist. Bei nur 90 Zentimetern ist es übrigens schon extrem schwierig, wenn eine zweite Person mit durch die Tür passen will, weil sie die andere Person stützen will.
  • Wie bewege ich mich in der Wohnung? „Barrierefrei“ bedeutet noch nicht „rollstuhlgerecht“, klärt der VPB auf. Existieren Bewegungsflächen von 1,20 Meter im Quadrat, spricht man von „barrierefrei“. „Rollstuhlgerecht“ ist eine Wohnung dann, wenn Bewegungsflächen von 1,50 Meter im Quadrat vorhanden sind.
  • Wie komme ich auf Balkon oder Terrasse? Auch hier gilt natürlich: je weniger Schwellen, desto besser. Wer das nicht hat, behilft sich mit Erhöhungen des Balkonbodesn oder der Terrasse oder eine Rampe. Auch eine neue Fenstertür mit Magnetdoppeldichtung, könne helfen, so der VPB.
  • Wie kann ich mich sicher und bequem im Bad bewegen? Alleine über das barrierefreie Bad ließen sich ganze Bücher schreiben! Der VPB hat hier ein paar allgemeine Tipps parat: Die Badtür sollte nach außen zu öffnen sein, eine Badewanne lieber durch eine Dusche ersetzt werden, diverse Haltegriffe angebracht werden, ein Waschbecken unterfahrbar sein. Ein Tipp von mir: Sorgen Sie für Kontraste im Bad, damit Halterungen auch gut erkennbar sind. Das können Sie schon mit Aufklebern bewerkstelligen. Und es sollte wirklich reichlich Licht da sein.
  • Wo stelle ich Rollator oder Rollstuhl ab? Wer auf einen Rollator oder auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sollte daran denken, dass für diese Hilfsmittel auch ein „Parkplatz“ vorhanden sein muss, rät der VPB. Dieser liegt idealerweise innerhalb der Wohnung – zum Beispiel im Flur. Muss eine geeignete und diebstahlsichere Abstellmöglichkeit außerhalb der Wohnung gefunden werden, ist es ratsam, die anderen Eigentümer oder Mieter, gegebenenfalls auch den Vermieter, einzubeziehen.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

Es schreibt für Sie

Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch

 meineimmobilie.de-Tipp

Barrierefreiheit ist ein Topthema derzeit. Entsprechend gibt es bei der KfW einige sehr attraktive Zuschuss- und Kreditprogramme. Der VPB weist auch darauf hin, dass Wohnriestern für die Barrierefreiheit einsetzen lässt. Fragen Sie auch in Ihrem Bundesland nach, ob es hier vielleicht entsprechende Programme gibt!