Dienstag, 10.06.2014 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © inna_astakhova - Fotolia.com

WM-Party beim Mieter: Wo und wann er sein WM-Fähnchen hissen darf

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Worum geht´s
  • Welche Art WM-Dekoration auf Balkon und im Garten erlaubt ist 
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Der Countdown zur Fußball Weltmeisterschaft 2014 läuft und schon jetzt zeigen viele Fußballfans auf dem Balkon und im Garten ihre Begeisterung für ihre Mannschaft mit bunten Fahnen oder Flaggen. Doch dürfen Mieter diese Dekoration einfach ohne Einverständnis des Vermieters verwenden – Informationen zur WM-Dekoration. 

Im ersten Stock grüßen die französischen Nationalfarben rot, blau und weiß vom Balkon. Die Dachgeschoss-Bewohner verweisen mit der italienischen Fahne auf ihren Favoriten.

Und die Bewohner der Gartenwohnung haben die deutsche Flagge gehisst: Wenn in den Wochen vom 12. Juni bis 13. Juli 2014 in Brasilien die besten Fußballmannschaften der Welt um den Titel kämpfen, sind viele Mehrfamilienhäuser und Gärten bunt beflaggt. Ob Mieter diese Dekoration ohne die Erlaubnis des Vermieters verwenden dürfen, darüber klärt die D.A.S. Rechtsschutzversicherung in einer aktuellen Pressemeldung auf.

Fahnen auf dem Balkon zur Fußball Weltmeisterschaft

Fahnen auf dem Balkon sind erlaubt, aber sie dürfen die Wohnungsnachbarn nicht wesentlich beeinträchtigen – etwa durch Übergröße. Und auch die Rechte des Vermieters dürfen nicht verletzt werden: „Wenn Fußballbegeisterte an der Balkonaußenwand oder an der Hausfassade Halterungen für Fahnen montieren wollen, benötigen sie das Einverständnis des Vermieters“, erklärt Michaela Zientek, Juristin der D.A.S. Rechtsschutzversicherung.

Denn wenn für die Halterungen Löcher in die Hauswände gebohrt werden, kann das eine Beschädigung des Mauerwerks zur Folge haben. Auch die Optik des Hauses könnte beeinträchtigt sein. Dies muss der Vermieter nicht hinnehmen. Zusätzlich muss der Mieter dafür sorgen, dass die Fahne bei Wind und Sturm nicht einfach vom Balkon stürzt und Passanten verletzt, dies kann nämlich für den Verursacher teuer enden.

Zur Fußball Weltmeisterschaft Fahnenmast im Garten aufstellen

Zwar dürfen Mieter angemietete Flächen, wie Gärten, nach eigenen Wünschen nutzen. Allerdings erfordern Eingriffe in die Gartenanlage oder bauliche Veränderungen die Erlaubnis des Vermieters. „Daher sollten Mieter mit Gärten ihren Vermieter fragen, ob sie einen Fahnenmast im Garten aufstellen dürfen. Denn wenn für den Mast beispielsweise eine Bodenvertiefung für ein Betonfundament notwendig ist, dann entspricht dies einer baulichen Maßnahme“, erklärt die D.A.S. Expertin.

Eine behördliche Baugenehmigung ist in einigen Bundesländern gar nicht, in anderen erst ab einer Fahnenmasthöhe von 10 Metern notwendig, in wieder anderen sind nur Fahnenmasten zur Brauchtumspflege genehmigungsfrei. Genauere Informationen bietet die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes.

Streiten wie diet Weltmeister: Bitte nicht mit dem Nachbar

Zwar sind weder der Lärm durch eine flatternde Fahne noch deren Anblick oder ihr Schatten eine unzumutbare Störung für die Nachbarschaft. So entschied das Verwaltungsgericht Arnsberg (Az. 8 K 1679/12).

Damit es aber zur Fußball Weltmeisterschaft keinen Ärger unter Nachbarn gibt, empfiehlt die Rechtsexpertin der D.A.S., an das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme zu denken und einen Fahnenmast nicht direkt an der Grundstücksgrenze aufzustellen, sondern einen Abstand von zwei Metern einzuhalten sowie die Fahne bei Sturm oder Regen einzuziehen, um den Geräuschpegel durch das Flattern zu verringern.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Zu einer guten WM-Party gehören Bratwürstchen, Steaks und ein kühles Bier. Ein generelles Recht, draußen zu grillen, gibt es nicht.

 

Ganz im Gegenteil: Sie können Ihrem Mieter per Hausordnung oder Mietvertrag verbieten zu grillen. Das Landgericht Essen hat entschieden, dass so ein absolutes Grillverbot - egal, ob Holzkohle- oder Elektrogrill -zulässig ist (LG Essen, Urteil v. 07.02.2002, 10 S 438/01, WM 2002, S. 337). Grillt Ihr Mieter dennoch ein EM-Extra-Würstchen, können Sie ihn abmahnen.