Mittwoch, 09.01.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Vorsicht mit Schnee auf Flachdächern

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Worum geht´s
  • Vorsicht mit Schnee auf Flachdächern
  • Dach von Experten räumen lassen

Ob Dachlawinen oder gar eingestürzte Dächer – luftig, leichter Schnee entwickelt sich nach gewisser Zeit zu einer schweren, eisigen Schneeschicht und wird auf Dächern zum Risikofaktor.

Frost und Tau sorgen auf deutschen Dächern für eine schwere, eisige Schneeschicht mit hohem Risikofaktor für den Hausbesitzer. Der TÜV Rheinland warnt in einer aktuellen Pressemitteilung vor den Schneeschichten auf Flachdächern.

Nicht die Höhe der Schneedecke ist ausschlaggebend

„Wechseln sich Frost- und Tauperioden ab, können sich Eisschichten auf flach geneigten Dächern bilden. Dabei bringt eine Eisschicht das neunfache Gewicht einer gleich dicken Schicht aus Pulverschnee auf die Waage. Durchschnittlich sind Hausdächer zum Beispiel in Köln, Düsseldorf oder Dortmund für etwa 75 Kilo pro Quadratmeter Regelschneelast ausgelegt, für andere Regionen gelten andere Regelungen. Das entspricht ungefähr acht Zentimeter Eis“, gibt Lars Hille, TÜV Rheinland-Experte für Standsicherheit von Hallendächern zu bedenken. Ob Einsturzgefahr droht, ist somit nicht an der Höhe der gefallenen Schneedecke zu erkennen, sondern hängt davon ab, was sich unter ihr verbirgt.

Schnee auf Flachdächern: Vorsorgemaßnahmen treffen

Um Eisbildung so gut wie möglich zu vermeiden, muss das Tauwasser abfließen können. „Darum ist regelmäßig zu überprüfen, ob Dachrinnen und Abflussrohre frei sind. Weiterhin müssen Schneefanggitter funktionieren und es dürfen keine undichten Stellen vorhanden sein, die die Dachkonstruktionen beschädigen können und so das Einsturzrisiko erhöhen“, erklärt Lars Hille. Wer unsicher ist, ab wann sein Dach aus Sicherheitsgründen vom Schnee befreit werden muss, kann sich Rat bei der Bauaufsichtsbehörde, der Gemeinde oder im Zweifelsfall auch bei der Feuerwehr holen. „Spätestens, wenn die Kommune anfängt, die Dächer von öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Sporthallen zu räumen, sollte auch der Privatmann darüber nachdenken“, empfiehlt Lars Hille.

Schnee richtig vom Dach räumen

Die Schnee-Räumung muss unter Beachtung der jeweiligen Statik, in der Regel gleichmäßig und von verschiedenen Seiten aus, durchgeführt werden, damit das Dach nicht überlastet wird. Bei einer Garage oder einem Carport ist das unter Umständen noch unter Eigenregie ohne Betreten des Daches möglich. Wenn es aber an die Räumung des Wohngebäudedaches geht, ist der Einsatz eines Fachmanns gefragt. Denn hier herrscht akute Absturzgefahr, besonders an den Dachkanten und bei Dacheinbauten, wie Oberlichtern. „Fachleute, etwa Dachdecker, sollten damit beauftragt werden. Sie verfügen über die entsprechenden Geräte sowie Schutzausrüstung. Die eigene Sicherheit hat schließlich höchste Priorität“, so Lars Hille von TÜV Rheinland.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Als Hausbesitzer sind Sie verpflichtet, im Winter die Wege vor Ihrem Haus zu räumen und zu streuen. Außerdem müssen Sie darauf achten, dass Passanten nicht von Dachlawinen oder Eiszapfen getroffen werden können. Als Vermieter können Sie im Mietvertrag die Räumpflicht auf Ihre Mieter übertragen.