Mittwoch, 09.07.2008 | Autor: Mirjam Büttner

Vom Rauchmelder zum Treppengeländer: Sicherheit im Haushalt

Worum geht´s

Sicherheit sollte im Haushalt groß geschrieben werden. Gerade für Kinder drohen Gefahren, aber auch der Brandschutz kann mit wenig Geld verbessert werden.

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Topstory: Im Haushalt warten so einige Gefahren: Ein kleiner Kurzschluss und schon steht die Wohnung in Flammen, eine ungesicherte Treppe und der Sturz ist beinahe vorprogrammiert. Manche Unfälle und Gefahrensituationen lassen sich jedoch vermeiden, wenn die Hausbewohner ein paar Maßnahmen zu ihrer eigenen Sicherheit treffen.

Unfälle in den eigenen vier Wänden passieren häufig. Von der brennenden Gardine bis zum herunterfallenden Wasserkocher: Zu Hause lauern viele Gefahren. Einige entstehen durch Leichtsinn, andere durch reinen Zufall.

Viele Kinder verunglücken im Haus

Wenn etwas schief geht, trifft es nicht nur Erwachsene. Nach Angaben des TÜV Rheinland verunglücken jedes Jahr mehr als eine viertel Million Kinder in Deutschland im häuslichen Umfeld. "Viele Unglücke können Eltern durch simple Vorsichtsmaßnahmen vermeiden", sagt TÜV Rheinland-Experte Volker Meuser. "Gerade das Kinderzimmer, in dem sich die Kleinen viel aufhalten, birgt Gefahren, an die die wenigsten denken."

So seien besonders Schränke und Regale gefährlich, die nicht in der Wand verankert sind. Wenn Kinder sich daran hochziehen, könnte ein umfallendes Möbelstück die Kleinen erschlagen. Auch scharfe Kanten und spitze Ecken in der Wohnung sollten mit einem Schutz versehen sein, damit sich die Kinder nicht verletzen. Geländer im Treppenbereich können vielleicht den ein oder anderen Sturz verhindern.

Küche ist kein Spielplatz

Eine weitere Gefahrenquelle ist die Küche. Kleine Kinder können nicht sehen, was auf der Arbeitsplatte oder auf dem Herd steht, aber sie sind neugierig. Sie berühren glühende Herdplatten, tasten nach dem Brot im heißen Toaster oder ziehen am Kabel des Wasserkochers.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. gab eine Studie über Verletzungen durch Wasserkocher in Auftrag. "Die Ergebnisse der Studie zeigen sehr deutlich, dass der Aufklärungsbedarf von Eltern noch lange nicht gedeckt ist", sagt Martina Abel, Geschäftsführerin des Vereins. "Thermische Unfälle mit Wasserkochern können durch einfache Verhaltensmaßnahmen verhindert werden, indem Eltern zum Beispiel das Kabel aufrollen oder den Wasserkocher nach hinten auf die Arbeitsplatte schieben."

Die Aktion "Das sichere Haus" empfiehlt Eltern, herabhängende Tischdecken zu vermeiden. Wenn ein Kind daran zieht, könnte zum Beispiel eine Tasse mit heißem Kaffee vom Tisch fallen und das Kind verletzen.

Verletzungen bei Erwachsenen

Obwohl Erwachsene Gefahren meist besser einschätzen können als Kinder, verletzen auch sie sich häufig im Haushalt. Besonders beim Putzen und Heimwerken ist das Risiko hoch, von der Leiter zu fallen oder sich eine Schnittverletzung zuzuziehen. Sicherheitsvorkehrungen im Haus schützen nicht unbedingt vor eigener Unachtsamkeit. Doch wer ein paar einfache Schutzmaßnahmen beherzigt, kann oft Schlimmeres verhindern.

Dazu gehört zum Beispiel, die eigene Bequemlichkeit zu überwinden und doch lieber die Leiter zu holen, statt auf einen wackeligen Stuhl zu steigen. Die Leiter sollte einen sicheren Stand haben, damit sie nicht plötzlich kippen oder zusammenklappen kann.

Geräte im Haushalt

Auch in der Küche ist das Verletzungsrisiko hoch. Dampfendes Nudelwasser führt schnell zu Verbrühungen und am heißen Backofen kommt es schnell zu Brandblasen. Wichtig ist hier, sich beim Kochen Platz zu schaffen. Der Topf mit brühwarmer Suppe sollte nicht gerade am Rand der Arbeitsplatte stehen und der Stabmixer nicht unbedingt bei der Spüle benutzt werden.

Defekte Elektrogeräte und Strom sind besonders häufig der Grund für Unfälle im Haushalt. Sie können Brände auslösen oder zu gefährlichen Verletzungen führen. Deshalb sollte bei kaputten Geräten oder Stromleitungen immer ein Fachmann beauftragt werden.

An einer Steckdose sollten möglichst nicht mehrere Geräte gleichzeitig betrieben werden. Das kann zu Überspannung und Kurzschluss führen. Auch vom Einsatz von Mehrfachsteckern wird aus demselben Grund abgeraten.

Brandschutzmaßnahmen

Wenn es doch zu einem Brand in der Wohnung kommt - zum Beispiel durch einen Kurzschluss - kann ein Feuerlöscher Leben retten. Dabei ist zu beachten, dass sämtliche Brandschutz- und Feuerbekämpfungsmittel regelmäßig gewartet werden müssen, sonst kann es passieren, dass sie im Ernstfall nicht richtig funktionieren.

Die Wartungspflicht betrifft auch alle Rauchwarnmelder im Haus. Obwohl es in Deutschland keine einheitliche Regelung für die Installation solcher Warnmelder im Wohnbereich gibt, besteht in einigen Bundesländern die Pflicht, Rauchmelder bei Neu- und Umbauten anzubringen. Manche Länder führen zu bestimmten Stichtagen eine Warnmelderpflicht für alle Gebäude ein.

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