Montag, 24.11.2014 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © gina191 - Fotolia.com

So bereiten Sie Ihre Baustelle perfekt auf den Winter vor

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Worum geht´s
  • Im Winter die Baustelle vor Frost und Nässe schützen
  • Den Winterschutz im Bauvertrag regeln 
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Früher ruhte der Bau im Winter. Heute halten Schnee und Eiseskälte niemanden mehr vom Bauen ab. Moderne Baustoffe ermöglichen die Arbeit bis fast an den Gefrierpunkt - vorausgesetzt, sie werden nach Vorschrift verarbeitet.

Eins ist allerdings immer noch gleich geblieben: Das Wasser macht im Winter noch die größten Probleme beim Bauen im Winter.

Wasser ist auch heute noch immer das größte Problem beim Bauen im Winter. Deshalb empfiehlt Volker Wittmann, Leiter des Büros des Verbandes Privater Bauherren (VPB) in Regensburg in einer aktuellen Pressemitteilung, den Winterschutz bereits im Bauvertrag verbindlich zu regeln und die Verantwortung dafür möglichst der Baufirma aufzuerlegen.

"Bauherren sollten zum Beispiel frühzeitig vereinbaren, dass die Baufirma bei ungünstigen Witterungsverhältnissen heizen und lüften muss, damit das Haus trocknet und die versprochene Bauzeit eingehalten wird."

Vereinbaren Sie, wer die Baustelle "wintersicher" machen muss

Man sollte sich also besser bereits beim Vereinbaren des Bauzeitenplanes darauf verständigen, wer die Kosten für möglicherweise erforderliche Zusatzmaßnahmen für die Baustelle im Winter tragen soll.

Alternativ kann man selbstverständlich auch die Baustelle im Winter ruhen lassen. In beiden Fällen sollte die Baustelle aber trotzdem wintersicher gemacht werden.

Wie Sie Ihre Baustelle vor Frost und Nässe schützen

Damit die wertvolle Bausubstanz nicht auffriert, müssen die Bodenplatten frostfrei bleiben, und zwar von innen und von außen. Das gilt sowohl für unterkellerte wie für nicht unterkellerte Gebäude. Dazu muss die Baugrube zumindest im unteren Bereich verfüllt, beziehungsweise das Erdreich beigefüllt werden.

"Sämtliche Gebäudeöffnungen sollten mit sturmsicheren Folien verschlossen werden", erklärt der Bausachverständige, "andernfalls dringt der Frost ungehindert in das Bauwerk."

Neben Frosteinwirkungen sollte die eingewinterte Baustelle selbstverständlich auch gegen eindringendes Wasser geschützt werden. Steht Wasser monatelang im Keller, drohen Schäden und Schimmel.

Schlimmstenfalls muss ein Notdach her

"Wird das Haus vor der Winterpause nicht mehr eingedeckt, rate ich dazu, es mit einem geeigneten Notdach abzudecken", erklärt Volker Wittmann. "Auch das sollte die Firma von Beginn an mit in ihr Angebot einkalkulieren, wenn der Bauzeitenplan auf Kante mit Dacheindeckung im Dezember geplant werden muss. Häufig können Zimmererarbeiten und Dachdeckerarbeiten dann witterungsbedingt nicht mehr ausgeführt werden."

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Moderne Materialien ermöglichen zwar die Arbeit im Winter am Bau. Allerdings gelten für viele Baustoffe Mindesttemperaturen, unterhalb derer sie nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

"Erfahrene Handwerker sollten das wissen und auch beachten", konstatiert Volker Wittmann vom Verband Privater Bauherren (VPB). "Bauherren können sich aber nicht darauf verlassen."  Deshalb rät der VPB, alle Schutzmaßnahmen für den Winter vertraglich und detailliert zu regeln und die Baustelle regelmäßig durch erfahrene Sachverständige kontrollieren zu lassen.