Mittwoch, 16.07.2008 | Autor: Mirjam Büttner

Schön, aber gefährlich: Giftpflanzen im Garten

Worum geht´s

Ob eine Pflanze essbar oder giftig ist, lässt sich oft nur schwer unterscheiden. Mit Giftpflanzen im Garten sollte gerade bei Kindern im Haushalt vorsichtig umgegangen werden.

Topstory: Das Kind hat im Garten Beeren genascht. Jetzt sind die Eltern in Sorge: Hoffentlich waren die roten Früchte nicht giftig. Um solche Situationen zu vermeiden, sollten Hausbesitzer und Vermieter schon bei der Auswahl an Gartenpflanzen daran denken, ungiftige Sorten zu kaufen. Wenn bereits Giftpflanzen im Garten wachsen, sollten die Erwachsenen über die Gefahren Bescheid wissen.

Sie sind knallrot, schön glatt und sie verführen zum Anfassen: Vogelbeeren. Ähnliche Früchte wachsen am Seidelbast, am Aronstab und an der Eibe. Doch von diesen verlockenden Beeren sollten vor allem Kinder die Finger lassen, denn sie sind giftig.

Nach Angaben der Aktion "Das sichere Haus" vergiften sich in Deutschland pro Jahr etwa 8000 Kinder durch Pflanzen - das sind zehn Prozent aller Vergiftungsunfälle bei Kindern. Häufig wären solche Unfälle vermeidbar.

Essbar oder giftig - kein Unterschied erkennbar

Kinder können nicht unterscheiden, welche Beeren und Früchte im Garten essbar sind und welche im schlimmsten Fall eine tödliche Wirkung haben. Deshalb sollten Eltern die Pflanzen für den eigenen Garten bewusst auswählen und sich genau informieren, ob alle Gewächse ungiftig sind.

Herbstzeitlose, Schierling oder Eisenhut: Während Erwachsene sich über die schönen Pflanzen im Garten freuen, kommen Kinder häufig in Versuchung, die saftig grünen Blätter zu berühren, die prallen Beeren von Sträuchern in den Mund zu nehmen oder an den Pflanzenstengeln zu kauen.

Ähnliches Aussehen wie essbare Beeren

Zu der Entdeckungsfreude kommt, dass manche giftige Pflanzen ungiftigen Gewächsen zum Verwechseln ähnlich sehen. So hat die Tollkirsche beispielsweise fast dieselbe Form wie eine essbare Kirsche, doch sie ist giftig und für Kinder gefährlich.

Engelstrompeten sind äußerst hübsch anzusehen, aber leider auch sehr giftig. Besonders unter Jugendlichen hat sich herumgesprochen, dass sie - zu einem Tee zubereitet - eine halluzinierende Wirkung entfalten kann. Doch Experimente mit dieser Pflanze können lebensbedrohlich sein, Herzversagen ist eine mögliche Folge.

Folgen bei Vergiftung

Auch beim Verzehr von anderen Giftpflanzen kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen. Als sehr häufige Wirkung werden außerdem Atemnot, Brechreiz und Krämpfe beschrieben. Wie sich das Gift im Körper auswirkt, hängt von der Menge ab und davon, wie giftig die Pflanze ist.

Unterschieden wird meist zwischen gering giftigen, giftigen und sehr giftigen Pflanzen. Während beim Kontakt mit gering giftigen Gewächsen meist nur Erbrechen und Durchfall die Folge sind, können sehr giftige Pflanzen sogar lebensbedrohlich sein.

Informationen über Pflanzen im Garten

Damit die Gefahr durch giftige Pflanzen besonders für Kinder gar nicht erst besteht, sollten Hausbesitzer und Vermieter darauf achten, dass sie in ihrem Garten möglichst keine toxischen Gewächse anbauen. Die Giftinformationszentrale Bonn hat eine Liste mit unbedenklichen Pflanzen veröffentlicht, die bei der Auswahl der richtigen Gartenbepflanzung hilft.

Sind bereits Sträucher und andere Pflanzen im Garten vorhanden, sollten sich die Hausbewohner darüber informieren, ob auch giftige Exemplare darunter sind. Giftpflanzen haben kein bestimmtes Erkennungsmerkmal und genau das macht sie so gefährlich. Wenn Eltern wissen, welche Pflanzen in ihrem Garten wachsen, hilft das dem Arzt beim Behandeln einer Vergiftung.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat eine Informationsbroschüre mit dem Titel "Risiko Pflanze? Einschätzung und Hinweise" herausgegeben. Anhand von Farbfotos und Beschreibungen giftiger Pflanzen können Gartenbesitzer ihr Wissen über gefährliche Gewächse auffrischen.

Im Notfall Arzt rufen

Um Unfälle mit Giftpflanzen zu vermeiden, sollten Eltern ihren Kindern beibringen, grundsätzlich keine Früchte oder andere Pflanzenteile aus dem Garten zu essen, bevor sie nachgefragt haben, ob sie genießbar sind.

Sobald auch nur der Verdacht besteht, dass ein Kind giftige Pflanzenteile verzehrt hat, sollte sofort ein Arzt gerufen werden. Denn bei manchen Pflanzenarten treten die Vergiftungserscheinungen erst nach ein paar Stunden auf - dann kann es unter Umständen bereits zu spät sein.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Wenn Sie nicht ganz sicher sind, ob Ihr Kind eine giftige Pflanze gegessen hat, können Sie bei einer Giftnotrufzentrale anrufen. Es gibt in Deutschland keinen allgemeinen Giftnotruf, sondern verschiedene Giftinformationszentren mit eigener Hotline. Eine davon ist der Giftnotruf Berlin vom Institut für Toxikologie. Die 24-Stunden-Notrufnummer lautet: 030/19240.