Donnerstag, 29.12.2011 | Autor: mb

Schneeräumen auf dem Dach

Worum geht´s
  • Schneelasten auf dem Dach
  • Traglast erhöhen
  • Vorsichtsmaßnahmen treffen
  • Dach absichern

Der Wintereinbruch mit Schnee und Eis lässt in diesem Jahr noch auf sich warten. Fällt eine große Menge Schnee - so wie im letzten Winter - kann es passieren, dass Hausdächer der Schneelast nicht standhalten und einstürzen. Hausbesitzer und Vermieter sollten darauf vorbereitet sein, dass sie ihr Dach unter Umständen räumen müssen und rechtzeitig vor dem ersten starken Schneefall Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Für den Winter nur die Schneeschaufel bereitzustellen, reicht nach Einschätzung der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) nicht aus. Hausbesitzer und Vermieter sollten sich auch darauf einstellen, dass der Winter ungewöhnlich viel Schnee bringen kann - so wie im letzten Jahr. Dann muss das Hausdach unter Umständen vom Schnee befreit werden, um nicht zuammenzubrechen. Deshalb sollte schon vor Schneefällen die Tragfähigkeit des Daches geprüft und nach Möglichkeit erhöht werden, empfiehlt die BG BAU in einer Pressemitteilung. Außerdem sollten rechtzeitig Vorsichtsmaßnahmen gegen Absturzgefahren ergriffen werden für den Fall, dass der Schnee auf dem Dach geräumt werden muss.

Bei normalen Schneemengen ist keine Räumung auf dem Dach erforderlich. Denn diese werden bei der statischen Berechnung der Traglast des Daches miteinkalkuliert. Doch in den letzten Wintern fiel außergewöhnlich viel Schnee und die Erfahrung hat gezeigt, dass manche Dächer der hohen Last nicht mehr standhalten konnten.

Deshalb sollten Hausbesitzer schon vor dem ersten richtigen Schneefall vorsorgen und sichere Verkehrswege zum Dach und auf dem Dach einrichten und diese von Schnee und Eis frei halten, so die BG BAU. Hierfür sollten rechtzeitig Maßnahmen gegen Absturzgefahren während der Räumarbeiten eingeplant werden. So sind Lichtkuppeln, Lichtbänder und Geländer an den Außenkanten der Gebäude so anzulegen, dass Personen, die Räumarbeiten durchführen, nicht abstürzen können. Von elektrischen Freileitungen oder Photovoltaikanlagen können Gefahren durch Stromschläge ausgehen. Photovoltaikanlagen sollten deshalb kenntlich gemacht werden.

Die Last, die ein Dach aushalten muss, liegt bei 100 Kilogramm Schnee pro Quadratmeter Grundrissfläche. Damit kann ermittelt werden, in welchen zeitlichen Abständen Räumungsarbeiten nötig sind, bevor die kritische Dachlast erreicht ist. Regelmäßig sollte zudem kontrolliert werden, ob die Dachentwässerung trotz wechselnder Frost- und Tauphasen funktioniert.

Bevor die Räumarbeiten beginnen, sind örtliche Gegebenheiten zu sichten: Eine geschlossene Schneedecke gaukele eine Stabilität vor, die nicht immer gegeben ist, so die BG BAU. Denn auf dem Dach könnte es Lichtkuppeln, Lichtbänder oder Eindeckungen geben, die nicht trägfähig sind. Blitzschutzanlagen können zusätzliche Stolperstellen sein. Vor allem jedoch ist die tatsächliche Dachlast durch Schnee zu prüfen. Ist diese zu hoch, besteht Einsturzgefahr. Dann muss der Schnee von außerhalb geräumt werden, bei Steildächern zum Beispiel von einer Hubarbeitsbühne aus.2Weitere Gefahren können durch Fehler bei den Schneeräumarbeiten selbst entstehen, ergänzt die BG BAU. So kann es durch das Zusammenschieben des Schnees auf Haufen zu Punktlasten kommen. Dann wird die Tragkonstruktion des Daches überlastet und kann zusammenbrechen.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Als Hausbesitzer sind Sie verpflichtet, im Winter die Wege vor Ihrem Haus zu räumen und zu streuen. Außerdem müssen Sie darauf achten, dass Passanten nicht von Dachlawinen oder Eiszapfen getroffen werden können. Als Vermieter können Sie im Mietvertrag die Räumpflicht auf Ihre Mieter übertragen.