Montag, 29.06.2009 | Autor: heihec

Schimmelbefall in der Wohnung

News: Immer häufiger kommt es zu Schimmelpilzbefall in der eigenen Wohnung oder im Haus. Diesen möchte man natürlich rasch wieder loswerden und greift zu chemischen Desinfektionsmitteln. Das Umweltbundesamt (UBA) warnt vor dieser Methode.

Bei Schimmelpilzbefall in der Wohnung kommen immer öfter chemische Desinfektionsmittel zum Einsatz. Doch die dabei verwendeten Desinfektionsmittel lösen das Problem nicht auf Dauer und können darüber hinaus zu gesundheitlichen Beschwerden bei den Bewohnern führen oder unerwünschte Folgen, wie z. B. monatelange Geruchsbelästigung, haben. Aus diesem Grund empfiehlt das Umweltbundesamt eine fachgerechte Sanierung ohne Desinfektionsmittel.

Die fachgerechte Sanierung

Eine fachgerechte Sanierung umfasst die Beseitigung der Ursachen, die zum Feuchtschaden und damit zum Schimmelpilzwachstum führten, die Reinigung von mit Schimmelpilzen befallenen Materialien, wo dies nicht möglich ist, deren Entfernung sowie eine abschließende Feinreinigung der ganzen Wohnung, um noch vorhandene Schimmelpilzsporen zu beseitigen. Während der Arbeiten werden Arbeiter und Bewohner durch Schutzmaßnahmen geschützt.

"Bei einer fachgerechten Sanierung, die die Schimmelbelastung an der Wurzel packt, ist eine Desinfektion nicht notwendig - sie kann sogar der Gesundheit schaden", sagt Dr. Thomas Holzmann, UBA-Vizepräsident. Aus Kostengründen entscheiden sich jedoch viele Betroffene dennoch immer häufiger gegen die Ursachenbeseitigung mit abschließender Feinreinigung und entscheiden sich für die oberflächliche Anwendung von Desinfektionsmitteln.

Sanierung mit Desinfektionsmitteln

Nach Angaben es Umweltamtes sind viele Desinfektionsverfahren in der Praxis nicht wirksam, auch wenn ihre Wirksamkeit in Laborversuchen nachgewiesen ist. Insbesondere ist oft die Dauerhaftigkeit der Maßnahme nicht gegeben. Zum anderen reicht eine Desinfektion nicht aus, um die gesundheitlichen Auswirkungen der Schimmelpilzsporen zu beseitigen. Auch von abgetöteten Sporen können allergische und toxische Wirkungen ausgehen. Nach der Desinfektion besteht außerdem die Gefahr, dass Bewohner Desinfektionsmittelreste oder Reaktionsprodukte einatmen, was auch zu toxischen oder allergischen Reaktionen führen kann.

Nur in speziellen Situationen, in denen eine Infektion empfindlicher Personen mit Schimmelpilzen zu verhindern ist - beispielsweise bei abwehrgeschwächten Patienten im Krankenhaus - kann eine Desinfektion zusätzliche Sicherheit bieten. Diese muss aber mit Desinfektionsmitteln erfolgen, deren Wirksamkeit unter Praxisbedingungen belegt ist. Auch bei der Entfernung von Schimmelpilzbefall kleineren Umfangs durch die Bewohner selbst, bei der oft die Ursachen für das Schimmelpilzwachstum nicht bekannt sind, kann eine Desinfektion mit Ethanol (Brennspiritus) als zusätzlicher Schritt zur Verhinderung weiteren Schimmelpilzwachstums sinnvoll sein. Alles andere sollte durch eine fachgerechte Sanierung ohne Desinfektionsmittel erfolgen.

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