Montag, 07.02.2011 | Autor: mb, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2004

Schadstoffbelastung in Wohnräumen

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2004
News: Die meisten Verbraucher ahnen nicht, wie viele Baustoffe aber auch Alltagsprodukte schädliche Stoffe enthalten. Sie können die Gesundheit der Bewohner angreifen und beispielsweise Allergien auslösen. Ein kritisches Auge beim Kauf und regelmäßiges Lüften der Räume sind die einzigen Mittel gegen eine Belastung durch Schadstoffe in Wohnräumen.

Die Luft in den eigenen vier Wänden ist oft schlechter, als die Bewohner ahnen: In vielen Produkten, die zum Bauen und Renovieren, aber auch im Alltag genutzt werden, sind Schadstoffe enthalten, die bei empfindlichen Menschen beispielsweise Allergien auslösen können. Darauf weist der Verband Privater Bauherren e.V. (VPB) in einer Pressemitteilung hin. Schädliche Stoffe befinden sich demnach unter anderem in Farben, Lacken, Teppichklebern oder Dichtungsmassen. Aber auch Raumsprays, Duftlampen und Ethanol-Kamine können den Atemwegen zusetzen, so der VPB. "Alle diese Stoffe sind Teil unseres Alltags", sagt Vereinsvorsitzender Thomas Penningh. "Die meisten Menschen denken bei einer Allergie aber gar nicht an ihr Raumspray, das als Auslöser durchaus in Frage kommen könnte."

Flüchtige organische Stoffe belasten Gesundheit

Verantwortlich seien flüchtige organische Stoffe - VOCs, die in feucht eingebauten Baustoffen wie Farben und Lacken vorkommen und beim Trocknen in die Raumluft übergehen. "Diese Produkte werden millionenfach von Heimwerkern verwendet. Kaum einer interessiert sich dafür, was er sich mit einem bestimmten Baustoff in die eigenen vier Wände holt", so Penningh. Auch trockene Innenausbaustoffe wie Mottenschutz im Teppichboden oder Flammschutz im Vorhangstoff können nach Angaben des VPB Schadstoffe enthalten.

Verbraucher sollten schon beim Einkauf darauf achten, nur schadstofffreie Produkte zu erwerben, so der Bauherrenverband. Bausachverständige könnten empfindlichen Menschen dabei helfen, die Baustoffe für ihr Haus sorgfältig auszuwählen und auf schadstoffbelastete Materialien zu verzichten. "Der Preis für Materialien darf nie ausschlaggebendes Kriterium sein", rät Penningh, "sondern die Qualität des Produkts. Wenn es ums gesunde Bauen und Wohnen geht, müssen Verbraucher besonders kritisch sein und sich schützen."

Regelmäßig lüften

Generell gilt, dass die Bewohner für einen regelmäßigen Luftaustausch in den Räumen sorgen sollten. "Wer neu gebaut oder frisch renoviert hat, der sollte besonders sorgfältig lüften, damit Restfeuchte aus Putz und Estrich sowie eventuelle Schadstoffe aus Klebern und Dichtungsmassen möglichst schnell aus den Räumen entweichen können." Lüften ist aber nach Erfahrung des VPB bei vielen ein wunder Punkt. Statt mehrmals täglich bis zu zehn Minuten alle Fenster weit zu öffnen, kippen sie morgens nach dem Duschen nur die in Bad und Schlafzimmer. "Das ist aber absolut falsch. Es vergeudet Energie und kann zu Feuchteschäden führen."

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.

 meineimmobilie.de-Tipp


Falls in Ihrem Haus Asbest verbaut wurde, sollten Sie in jedem Fall Fachleute zu Rate ziehen. Eine nicht fachgerechte Entfernung des schädlichen Baustoffs kann zu schweren Gesundheitsschäden führen.