Mittwoch, 13.08.2008 | Autor: Janine Schneider

Ohne Stress ins neue Heim

Worum geht´s

Der Umzug und die Wohnungsübergabe besiegeln den Wechsel des der Wohnung. Vermieter müssen sich hier an Regeln halten.

Topstory: Drei Mal umgezogen ist wie einmal abgebrannt: Für viele Menschen ist der Umzug zusätzlich sehr stressig. Doch mit der richtigen Vorbereitung und hilfreichen Tipps bekommen Vermieter und Mieter den Wohnungswechsel leichter über die Bühne.

Unbefristete Mietverträge können Mieter laut dem Kieler Mieterverein ohne Angaben von Gründen mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen. Vermieter brauchen demnach immer einen gesetzlichen Kündigungsgrund, zum Beispiel Eigenbedarf.

Wohnungsübergabe protokollieren

Bei der Wohnungsübergabe sollte der Vermieter immer einen Zeugen mitbringen und ein Übergabeprotokoll anfertigen. Das sollte vom Mieter, zumindest aber vom Zeugen und dem Vermieter unterschrieben werden. Die Wohnungsabgabe läuft laut dem Eigentümerverband Haus und Grund in zwei Schritten ab. Bei einer Vorabnahme wird der Mieter auf noch zu behebende Schäden hingewiesen. Beim zweiten Abnahmetermin wird geklärt, ob diese Arbeiten ordentlich erledigt wurden.

Der Vermieter hat einen Anspruch darauf, dass die Wohnung so zurückgegeben wird, wie sie zu Vertragsbeginn zur Verfügung gestellt wurde. Er kann verlangen, dass der Mieter Umbauarbeiten, die er während des Mietverhältnisses durchführte, wieder rückgängig macht. Zum Beispiel muss dann das Laminat vom Mieter wieder entfernt und ein Teppichboden verlegt werden.

Allerdings ist der Mieter laut einem Urteil (BGH, Az.: VIII ZR 316/06) grundsätzlich nicht verpflichtet, Schönheitsreparaturen unabhängig vom tatsächlichen Renovierungsbedarf zu erledigen, wenn er auszieht. Starre Regelungen, wonach der Mieter anteilig für noch nicht fällige Schönheitsreparaturen zahlen muss, wenn er auszieht, sind ebenfalls ungültig.

Für Menschen, die nun ihr eigenes Haus gebaut oder die Eigentumswohnung erworben haben, gelten solche Regeln natürlich gleichermaßen. Erst im selbst genutzten Eigenheim brauchen sie keine Rücksicht mehr auf Vermieter nehmen.

Umzug leicht gemacht

Mit diesen Tipps von Schwäbisch-Hall verläuft der Umzug ohne Stress und Ärger:

  • Die alten und die neuen Nachbarn über den Umzugstermin informieren. Bei der Gelegenheit kann man auch gleich darum bitten, dass Flure und der Eingangsbereich freigehalten werden. Außerdem sollte ein Stellplatz für den Umzugswagen reserviert werden.
  • Kleinere Kartons packen, die jeder Helfer tragen kann. Zerbrechliches unbedingt entsprechend kennzeichnen. Eventuelle Treppen und Aufzüge in der neuen Wohnung vorher ausmessen. Ein Umzug bietet immer auch die Chance, den Besitzstand zu überprüfen und Veraltetes und Defektes auszusortieren.
  • Wenn beim Kistenschleppen einem Helfer doch mal was zu Bruch geht, trägt der Besitzer den Schaden. Denn solche Schäden sind in der Regel nicht durch die private Haftpflichtversicherung des Helfers abgedeckt. Einige Versicherungen haben aber mittlerweile auf dieses Problem reagiert und zahlen auch dann, wenn jemand einem anderen einen Gefallen erweist.
  • Wertgegenstände, Ausweise oder Dokumente separat aufbewahren. Diese am Umzugstag persönlich transportieren. Gleiches gilt für wichtige Alltagsutensilien, die man zwischendurch benötigt, wie etwa Kleidung zum Wechseln, eine Notapotheke und gegebenenfalls Babybedarf und Haustierfutter.
  • Formales rechtzeitig erledigen: Arbeitgeber, Finanzamt, Einwohnermeldeamt, Krankenkasse, GEZ, Abo-Lieferanten (zum Beispiel Tageszeitung) und Versicherungen müssen über die Adressänderung informiert werden. Bei der Post kann ein Nachsendeantrag gestellt werden, Telefon und Computer müssen abgemeldet und für die neue Wohnung angemeldet werden, Daueraufträge bei der Bank abmelden sowie Strom, Gas und Wasser beim Versorger kündigen und am neuen Wohnort anmelden.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.

 meineimmobilie.de-Tipp


Umfrageergebnissen zufolge lassen sich mehr als 35 Prozent der anfallenden Umzugshandlungen per Mausklick erleichtern. Viele Kommunen bieten Ihnen Anmelde-Formulare zum Download im Internet an. Auch das Ummelden des Telefonanschlusses oder das Einrichten des Nachsendeauftrags bei der Post per Internet spart viel Zeit.