Montag, 11.08.2008 | Autor: jst

Liebe zur Schrebergarten-Laube

News: Wer den Garten nicht vor der Tür hat, findet ihn vielleicht in der Umgebung. Der Schrebergarten erlebt laut BHW Bausparkasse ein Revival. Die Regeln für die Nutzung dieses Gartens sind aber nach wie vor streng.

Über eine Million Schrebergärten gibt es laut BHW Bausparkasse in Deutschland. Ursprünglich dienten die Gartenparzellen ärmeren Stadtbewohnern zum Anbau des eigenen Gemüses. Er hat eine sehr lange Tradition und ist fest integriert ins Vereinsgefüge einer Stadt. In Köln zum Beispiel nehmen Schrebergartenvereine an den lokalen Karnevalsumzügen teil. Heute werden die Hälfte der neu verpachteten Kleingärten von Familien aller Bevölkerungsschichten bewirtschaftet.

Und auch das Alter der Pächter ist in den letzten Jahren deutlich gesunken - um durchschnittlich zehn Jahre. Schrebergärten sind die "kleinen Fluchten" für erholungsbedürftige Stadtfamilien, die ihre Gestaltungsfreiheit und ihr solidarisches "Wir-Gefühl" ausleben wollen. Ganz in der Tradition der Laubenpieper nutzen die Neupächter ihre Gärten zum Anbau des eigenen Bio-Gemüses, um es im heimischen Kochtopf zur Haute Cuisine zu veredeln.

Regeln eines Schrebergartens

Die alten Regeln und Gesetze der Vereine gelten weiterhin: Übernachten am Wochenende darf sein, dauerndes Wohnen ist untersagt. Ein Drittel der Gartenfläche muss zum Gemüseanbau verwendet werden. Und eine Schrebergartengemeinschaft findet im Verein oft noch weitere Vorschriften, wie etwa die maximale Höhe der Heckenbepflanzung.

Ein Schrebergarten kann dabei gekauft oder gepachtet werden: Uta Schaller von der BHW Bausparkasse: "Die Kosten für Grundstück, Häuschen und Pflanzenbestand belaufen sich je Zustand der Laube auf einmalig 1 000 bis 5 000 Euro. Die jährliche Pacht hingegen beträgt bis zu 500 Euro." In jedem Fall gilt: Schnell zu bekommen ist das begehrte Grundstück heute nicht mehr, es wird geradezu von den Besitzern an gute Freunde oder Verwandte "vererbt".

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch

 meineimmobilie.de-Tipp


Schrebergärten bedeuten nicht nur sonnige Erholung, sondern bringen auch viele Pflichten mit sich. Die betrachten die einen als überholt-spießig, die anderen als notwendiges und sinnvolles Reglement. Sollten Sie sich für einen Schrebergarten interessieren, sollten Sie sich aber auf jeden Fall mit Gartenarbeit und mit Gemüseanbau in der Freizeit anfreunden können. Sonst werden Sie in der Schrebergartenkolonie nicht viele Freunde finden.