Mittwoch, 03.04.2013 | Autor: Jörg Stroisch , Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Kinder hoch oben in Häusern

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Worum geht´s
  • Stelzenhäuser bieten Spielräume auch im eigenen Garten
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Ein kleines Kinderhaus im eigenen Garten sorgt beim Nachwuchs für Entzückung. Die Auswahl an Stelzenhäusern ist groß. Eltern sollten aber auf einige wichtige Dinge achten, damit das Spielen auch ungefährlich ist.

Vor der Auswahl steht die Recherche: Der Markt für Stelzenhäuser ist groß, viele Anbieter setzen hier auch auf das Internet und bieten eine komfortable Bestellung des gewünschten Spielgeräts per Onlineshop an. Services sind zum Beispiel auch die Vormontage oder diverses Zubehör zur individuellen Erweiterung des Hauses.

Schnickschnack für den kindlichen Spieltrieb bietet zum Beispiel das Wickey Fun House. Schräge Fenster gibt es, natürlich eine extrabreite Leiter und auch eine angebaute Rutsche. An das Haus schließt sich eine kleine Terrasse an, auf 1,50 Metern Höhe. Das Haus selbst ist in Holz gearbeitet, die Rutsche dazu gibt es in unterschiedlichen Farben. Das Haus hat eine Standfläche von 2,40 Metern mal 1,59 Metern. Es ist für etwa 700 Euro erhältlich, wobei empfohlene Anker und auch eine Fallschutzmatte extra gekauft werden müssen.

Ein weiterer Anbieter ist Kaso, beheimatet im hessischen Mücke. Kaso positioniert sich nach eigenen Angaben im Bereich Baumstamm- und Kinderspielhäuser im nordischen Stil. Das Stelzenhaus Carlson zum Beispiel bietet eine Rutsche und es ist in vier Größen lieferbar. Es ist zum Beispiel in blau erhältlich. Die Preise rangieren hier zwischen 980 Euro für die kleinste Variante und 1980 Euro für die XXL-Version. Bei der kleinsten Variante steht der Dachgipfel in einer Höhe von 3,40 Meter. Das Haus benötigt eine Fläche von 2,60 Meter mal 1,80 Meter. 980 Euro sind dafür allerdings nicht der Endpreis: Der Anstrich kostet 300 Euro, die Vormontage 250 Euro und die Dachschindeln 114 Euro. Da Stelzenhäuser Wind und Wetter ausgesetzt sind, sollte darauf auf gar keinen Fall verzichtet werden.

Anbieter Karibu hat viele unterschiedliche Dinge für Haus und Garten im Angebot, unter anderem eben auch Kinderspielhäuser. So gibt es auch mehrere unterschiedliche Stelzenhäuser. Die Variante „Dreikäsehoch“ ist ab etwa 500 Euro erhältlich, die Variante „Gernegross“ ab etwa 680 Euro. Die Häuser sind vom TÜV Nord geprüft worden. Es gibt sehr viele inländische und ausländische Anbieter von Stelzenhäusern, die auf dem deutschen Markt in Baumärkten oder über Webshops vertreten sind. Ein Auswahlkriterium sollte dabei die Sicherheit sein.

Aspekt Sicherheit ist wichtig

Norbert Segerath, Produktmanager für den Bereich Spiel- und Sportgeräte und Projektleiter für die Prüfung von Spielplätzen beim TÜV Nord, rät, beim Kauf zwei Kriterien zu beachten: „...das GS-Prüfzeichen für geprüfte Sicherheit und eine vernünftige Bau- und Montageanleitung.“ Stelzenhäuser sollten der DIN-Norm 1176 entsprechen, die für öffentliche Spielplätze zum Beispiel genau definiert, welche Unterlagen bis zu welcher Fallhöhe erlaubt sind und wieviel Freifläche bestehen muss. „Privatleute sind frei in ihrer Entscheidung: Ich empfehle aber dringend, dass auch auf dem privaten Spielplatz die Vorschriften der DIN 1176 eingehalten werden“, rät Segerath. Generell rät er: „Eltern sollten einfach mal ihre eigene Fantasie walten lassen, was alles passieren kann. Mit etwas gesundem Menschenverstand ergeben sich die richtigen Fragestellungen.“

Die DIN 1176 schreibt zum Beispiel genau vor, dass bestimmte Sande -  in 20 Zentimeter Dicke aufgetragen - bis zu drei Meter Fallhöhe verwendet werden dürfen. Normaler Rasen ist demnach höchstens bis zu einer Fallhöhe von 1,50 Metern erlaubt. Bereits ab einer Fallhöhe von 60 Zentimetern schreibt sie stoßdämpfenden Boden vor. „Dann sind auch die freien Fallräume von mindestens 1,50 Metern einzuhalten, in denen sich keine harten Gegenstände befinden dürfen“, ergänzt Experte Segerath. Und er warnt vor einer weiteren Unfallgefahr: „Stelzenhäuser sind sehr häufig aus Holz. Holz arbeitet. Und deshalb ist es auch wichtig, dass nach dem Winter das Holz gepflegt, also geschmirgelt und geschützt wird. Auch ein Splitter, der vom Holz absteht, kann Verletzungen verursachen.“

Besonders schwierig ist der Sicherheitsaspekt übrigens bei Baumhäusern, die viele Kinder auch gerne bauen. Auch deshalb gibt es hier keine Selbstbauprodukte im klassischen Sinne. Eine niederländische Firma bietet hier zum Beispiel ein Modell an, welches um den Stamm dicker Bäume gebunden werden kann, tunlichst aber nicht in allzu hoher Höhe. Wer hier etwas Ausgefallenes haben will, sollte sich an spezialisierte Firmen wenden. Segerath: „Je nach Verwendung müssen noch ganz andere statische Dinge beachtet werden, womöglich eine Baugenehmigung eingeholt werden.“ Und damit wird das Baumhaus dann zum Architektenhaus – und auch entsprechend teuer.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
Ihr Haus steht direkt neben einem Kindergarten, einem Spiel- oder Bolzplatz? Na, dann sind Sie ja vielleicht beim Thema Kinderlärm ein "gebranntes Kind"!   Neuerdings müssen Sie sogar noch etwas toleranter sein als bisher. Wer das sagt? Der BGH, denn der hat gerade ein neues Urteil zu Kinderlärm von einem Bolzplatz gefällt.   Doch schon seit dem 28.07.2011 hat der Gesetzgeber das Bundes-Immissionsschutzgesetz zugunsten von Kinderlärm aus der Nachbarschaft geändert.  
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