Freitag, 10.04.2015 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © thomasklee - Fotolia.com

Haushaltsnahe Dienstleistung: Wie Sie das Finanzamt an Ihren Gartenpflegekosten beteiligen können

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Worum geht´s
  • Kosten für Gartenarbeit steuerlich geltend machen
  • Steuerbonus für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen
  • Steuerbonus für Handwerkerleistungen
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Im Garten lässt sich viel Geld vergraben. Klar erfreut sich das Gärtnerherz an den blühenden Pflänzlein, die liebevoll im Garten eingegraben wurden - aber das kostet leider auch!

Selbstnutzer, die sich den Garten vom Gärtner machen lassen bzw. extra dafür jemanden angestellt haben, der jeden Monat z. B. 10 Stunden den Rasen mäht, die Hecke schneidet oder das Unkraut zupft, können einen Teil der Kosten jetzt steuerlich als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen.

Nach einem langen Winter ist es für Immobilieneigentümer an der Zeit, den eigenen Garten wieder in Schuss zu bringen. Wer dabei fremde Hilfe in Anspruch nimmt, kann einen Teil der anfallenden Kosten steuerlich geltend machen.

Wie Sie das Finanzamt an Ihren Gartenkosten beteiligen

Grundsätzlich bietet das Steuerrecht Immobilienbesitzern zwei Möglichkeiten, den Fiskus an den Kosten für Gartenarbeiten zu beteiligen: zum einen den Steuerbonus für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen, zum anderen den Steuerbonus für Handwerkerleistungen.

Bei haushaltsnahen Dienstleistungen handelt es sich um solche Arbeiten, die normalerweise von den Haushaltsmitgliedern selbst erledigt werden, wie beispielsweise Heckenschneiden, Beetpflege oder regelmäßiges Rasenmähen.

Arbeitskosten für Gartenarbeiten wie Rasen mähen, Baumpflege oder Hecken schneiden können Sie maximal in Höhe eines Rechnungsbetrages von 20.000 Euro in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Daraus ergibt sich ein direkter Abzug von bis zu 4.000 Euro im Jahr von Ihrer Steuerschuld.

Haushaltsnahe Dienstleistung: Bitte nicht bar zahlen

Wichtig: Die Arbeiten müssen haushaltsnah sein und direkt in Ihrer Eigentumswohnung, Ihrem Eigenheim oder auf dem dazu gehörenden Grundstück ausgeführt werden, damit das Finanzamt den Steuervorteil anerkennt.

Und: Da Sie dafür eine Rechnung oder auch Lohnbescheinigungen vorlegen müssen, sollten Sie die Kosten dafür keinesfalls in bar zahlen!

Wenn der Gärtner zu Ihnen nach Hause kommt

Sind im Laufe des Winters beispielsweise einige Gehwegplatten abgesackt, so ist der Arbeitsaufwand meist etwas größer. Für diese Fälle gibt es zusätzlich einen Steuerbonus für Handwerkerleistungen.

Eigentümer, die an ihrem selbstgenutzten Haus oder der selbstgenutzten Eigentumswohnung Erhaltungs-, Renovierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen durchführen lassen, können den Staat jährlich mit bis zu 1.200 Euro (20 Prozent von bis zu 6.000 Euro) an den Arbeitskosten beteiligen.

Auch bei einer Neugestaltung des Gartens kann der Steuerbonus in Anspruch genommen werden. Alle Materialkosten sind allerdings nicht abzugsfähig.

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
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 meineimmobilie.de-Tipp

Gartenbesitzer können sich über zwei Steuerboni freuen: Zum einen dürfen sie für haushaltsnahe Dienstleistungen wie Heckenschneiden oder Rasenmähen in Ihrer Steuererklärung Aufwendungen bis zu einer Höhe von 4.000 EUR geltend machen.

 

Zum anderen können sie bis zu 1.200 EUR für Handwerkerleistungen absetzen - etwa solche fürs Erneuern von Gehwegplatten, sofern die ein Handwerker vornimmt. Allerdings sind nur die Arbeitskosten, nicht die Materialkosten absetzbar.