Mittwoch, 21.01.2009 | Autor: Mirjam Büttner

Grüne Oase auf dem Dach

Worum geht´s

Ein schönes Dach kann ein Haus sehr aufwerten. Die Dachbegrünung ist dazu eine Möglichkeit. Doch dabei muss auf die Statik geachtet werden.

Topstory: Noch ist es draußen kalt und ungemütlich. Auf den Dächern liegt immer wieder Schnee. Wenn in einigen Monaten Gräser und Blumen auf den Garagen oder dem Hausdach wachsen sollen, müssen Hausbesitzer aber schon jetzt damit anfangen, die Begrünung zu planen.

Immer mehr Hausbesitzer entscheiden sich, ihr Dach zu begrünen. Nach Angaben des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau sind mittlerweile rund 13 Millionen Quadratmeter Dachfläche in Deutschland begrünt.

Die Dachgärten erfreuen nicht nur ihre Besitzer, sondern auch die Umwelt. "Waren es in den 70er Jahren nur einige probierfreudige Umweltschützer, die vereinzelt mit Dachbegrünungen begannen, sind sich heute Architekten und Stadtplaner, Ökologen und Industrieverbände über die Vorteile einig", heißt es beim Umweltschutzbund NABU.

Vor- und Nachteile von Dachgärten

Ein Vorteil von begrünten Dächern liegt darin, dass die Pflanzenschicht die Dachauflage vor dem Verfall durch UV-Strahlen schützt. Zusätzlich wird das Dach durch die Begrünung gedämmt, was sich beim Energieverbrauch positiv bemerkbar macht. Und ein Dachgarten kann in vielen Fällen als begehbare Fläche genutzt werden. Das ist besonders in Großstädten praktisch, wo herkömmliche Gartenflächen meist teuer und begehrt sind.

Ein Nachteil: Wenn das Dach vor der Begrünung nicht fachgerecht abgedichtet wird oder die Entwässerung nicht funktioniert, kann es zu Schäden am Haus kommen. Wer gleich zu Beginn des Jahres mit der Planung beginnt und Experten zu Rate zieht, kann solche Probleme vermeiden. Verbände wie der Deutsche Dachgärtnerverband oder die Fachvereinigung Bauwerksbegrünung geben Auskunft über Firmen vor Ort und helfen bei der fachgerechten Planung eines Gründachs.

Extensive und intensive Dachbegrünung

Ob Gräser, Blumenbeete, Kräutergärten oder sogar Bäume und Sträucher das Dach zieren sollen, ist Geschmackssache. Und es hängt von der Neigung des Daches ab. Auf steilen Dächern können nur Gräser und kleinere Gewächse angebaut werden, während ein Flachdach dem Hausbesitzer nahezu freie Wahl bei der Bepflanzung lässt.

Dachbegrünungsexperten sprechen von extensiver Bepflanzung, wenn nur vereinzelt ein paar niedrige Gewächse angebaut werden. Soll das Dach auf der gesamten Fläche mit höheren Stauden oder Bäumen begrünt werden, ist von intensiver Bepflanzung die Rede.

Belastbarkeit des Daches prüfen

Bevor mit der Dachbegrünung begonnen werden kann, sind einige Vorüberlegungen notwendig. So muss der Hausbesitzer klären, ob die Statik des Daches einer Begrünung standhalten würde. Denn neben den Pflanzen kommt auch noch das Gewicht von Abdichtungsbahnen, Erde, Granulat und Steinen hinzu. Außerdem soll das Dach in den meisten Fällen nutz- und begehbar sein. Das Dach muss all diese zusätzlichen Belastungen aushalten können.

Nach der Prüfung der baulichen Voraussetzungen wird das Dach fachgerecht abgedichtet. Hierfür gibt es DIN-Normen und Qualitätstests durch die einzelnen Fachverbände. Das Material der Abdichtungsbahnen sollte "wurzelfest" sein. Falls das nicht ausreicht, muss das Dach mit einer zusätzlichen Wurzelschutzschicht versehen werden.

Entwässerung für den Dachgarten

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Vorplanung ist die Entwässerung des Daches. Durch die Begrünung wird viel Regenwasser aufgesogen. Der Großteil davon verdunstet wieder, doch je nach Beschaffenheit des Dachgartens kann auch ein Überschuss bleiben. Er muss über geeignete Entwässerungseinrichtungen aufgefangen werden. Bei Flachdächern sind besondere Entwässerungssysteme notwendig, denn hier kann das überschüssige Wasser nicht selbstständig abfließen.

Bei intensiver Bepflanzung kann es auch sinnvoll sein, eine Bewässerungsanlage für den Dachgarten miteinzuplanen. Das erleichtert die Pflege der Pflanzen in warmen Monaten. Wenn nur Gräser angebaut wurden, ist eine Bewässerung höchstens in den ersten Wochen nötig. Eine solche Vorplanung kann einige Wochen in Anspruch nehmen, denn in der Regel geht die Dachbegrünung einher mit einer Dachsanierung.

Bepflanzung des Gründachs

Im April oder Mai können dann endlich die Pflanzen auf dem Dach angebaut werden. Geeignet sind Saatgut und Pflanzen mit flachem Wurzelballen. Rasen kann auch in Matten verlegt werden. Als Nährboden und Schutz für das Dach werden auf die Wurzelabdichtung mehrere Schichten aus unterschiedlichen Stoffen aufgetragen: Schaumstoff, Lavagestein oder Kies zum Entwässern, Vlies zum Filtern, Substrate und Erde für die Pflanzen. Die Schichten simulieren Erdreich und ermöglichen somit eine dauerhafte, natürliche Begrünung des Daches.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Wenn Sie eine Dachbegrünung planen, sollten Sie sich vorab über Fördermöglichkeiten erkundigen. In vielen Städten und Gemeinden wird die Anlage von Dachgärten wegen der Vorteile für Mensch und Umwelt öffentlich subventioniert.