Mittwoch, 01.04.2009 | Autor: heihec/mb

Erste Stromversorger senken ab April die Preise

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News: Acht deutsche Stromgrundversorger senken ab April die Strompreise zwischen 1,2 Prozent und 10,3 Prozent. Allerdings planen wiederum etwa 50 Unternehmen eine erneute Preiserhöhung.

Die Strompreise an der Leipziger Energiebörse sinken seit Mitte 2008. Nach Recherchen des Verbraucherportals toptarif.de profitiert nun auch erstmals ein Teil der Endkunden von den gesunkenen Beschaffungskosten der Versorger. So planen acht regionale Stromversorger ab April, ihre Preise zwischen 1,2 Prozent und 10,3 Prozent zu senken.

Bei den Stadtwerken Schleswig und Wedel in Schleswig Holstein, den Stadtwerken Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern und den Stadtwerken Uelzen in Niedersachsen werden die Tarife zwischen zwei Prozent und 3,6 Prozent günstiger. Die Stadtwerke Krefeld in Nordrhein-Westfalen sowie die Stadtwerke in Bremen und Bremerhaven reduzieren ihre Preise für einzelne Produkte zwischen 1,2 Prozent und 2,3 Prozent. In Heidelberg kommt es bei den lokalen Stadtwerken zur Einführung eines neuen Tarifs, welcher rund 10,3 Prozent unter dem bisher günstigsten Angebot liegt.

Preissenkungen und Preiserhöhung

Doch trotz der sinkenden Einkaufspreise und der Preissenkungen planen andere Unternehmen eine Preiserhöhung. "Den Preissenkungen stehen über 50 Versorger gegenüber, die ihre Tarife ab April um rund 7,5 Prozent verteuern", macht Thorsten Bohg von toptarif.de deutlich. "Für diese Differenzen in der Tarifgestaltung der Versorger können hauptsächlich drei Faktoren - die Beschaffungskosten, das allgemeine Preisgefüge und der zunehmende Wettbewerb am Strommarkt - verantwortlich gemacht werden."

Die Erhöhung begründen die Energieversorger mit den langfristigen Bezugsverträgen. Die Unternehmen kauften vom Regionalversorger den Strom für 2009 zu einem Zeitpunkt, als die Bezugspreise noch wesentlich höher lagen. Diese hohen Einkaufspreise sind seit Beginn des Jahres von rund 80 Prozent aller Grundversorger in Deutschland an die Kunden weitergegeben worden.

Anders bei den Stadtwerken Uelzen: Hier sinken bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die Strompreise mit dem Verweis darauf, die stark gesunkenen Börsen- und Marktpreise der letzten Monate sehr schnell an die Kunden weitergeben zu können. "Da das Gros der Energiekonzerne für 2009 aber mit langfristigen Bezugsverträgen aus dem letzten Jahr argumentiert, können die meisten Endkunden erst 2010 mit der Möglichkeit spürbar sinkender Strompreise rechnen", so Bohg.

Positionierung im Wettbewerb

Viele lokale Stromversorger reagieren auf den zunehmenden Wettbewerb in ihrer Region mit neuen Tarifmodellen und versuchen mit ähnlichen Aktionen und Boni ihre Kunden längerfristig an sich zu binden. So ist beispielsweise der ab April gültige "FoXeco2010"-Tarif der Heidelberger Stadtwerke rund 10 Prozent günstiger als die bisherigen Angebote des Unternehmens. Allerdings besitzt der Tarif eine sehr lange Vertragslaufzeit bis Ende 2010 und ist limitiert auf 20 Millionen Kilowattstunden.

"Da auch in diesem Jahr nicht mehr mit flächendeckend fallenden Strompreisen zu rechnen ist, sollten Verbraucher jetzt aktiv die Möglichkeit des Anbieterwechsels nutzen", weist Bohg hin. "Noch nie war die Wettbewerbsdichte am Strommarkt so hoch wie heute und noch nie konnten Verbraucher so hohe Einsparpotenziale erzielen."

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