Donnerstag, 18.06.2009 | Autor: mb

Erste Hilfe bei Überschwemmung im Keller

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News:Eine Überschwemmung im Keller kann weitreichende Schäden verursachen. Wenn das Wasser nicht sofort abgepumpt wird und Trockengeräte eingesetzt werden, droht unter anderem Schimmelbefall.

Wenn nach einem schweren Gewitter der Keller unter Wasser steht, müssen die Bewohner schnell handeln. "Das Wasser beginnt umgehend mit der Zerstörung der Substanz, und feuchte Wände sind idealer Nährboden für Schimmel. Deshalb ist es wichtig, das Wasser so schnell wie möglich zu stoppen und dann wieder aus dem Keller zu pumpen", erklärt Bausachverständiger Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB) in einer Pressemitteilung.

Nasse Gegenstände entfernen

Sobald das Wasser aus dem überschwemmten Keller vollständig abgepumpt wurde, müssen alle Gegenstände entfernt werden, die nass geworden sind. Durchweichte Teppiche, nasse Möbel, alle feuchten Tapeten müssen möglichst schnell entsorgt werden, rät Thomas Penningh. "Sie sind ohnehin nicht mehr zu retten."

Dann können Fachleute mit dem Trocknen der Bausubstanz beginnen. "Mit Heizen und Lüften allein ist das in der Regel nämlich nicht getan", sagt Penningh. "Die meisten Hausbesitzer unterschätzen die Wassermengen, die sich in Hohlräumen sammeln." So hätten vor allem Böden ihre Tücken: Hat der Keller einen Verbund-Estrich, kann die Feuchte mit einem Kondensationstrockner entfernt werden. Die Methode hat sich bewährt: Der Kondensationstrockner saugt die feuchte Raumluft an. Im Gerät wird die Luft dann so lange abgekühlt, bis sie kondensiert. Das Kondenswasser wird aufgefangen und über ein Schlauchsystem abgeleitet. Die trockene Luft wird wieder zurück in den feuchten Raum geblasen, wo sie von Neuem Feuchte binden kann. "Das Ganze dauert eine Weile, führt aber zum Erfolg", resümiert Thomas Penningh.

Trockenlegung von schwimmendem Estrich

Bei einem schwimmendem Estrich wird die Trocknung dagegen komplizierter, denn häufig steht das Wasser auch zwischen Rohdecke und Estrich. "Um den Boden wieder auszutrocknen, muss der gesamte Bereich mit trockner Luft unterströmt werden", erläutert Thomas Penningh das komplizierte Verfahren, das nur ein Fachbetrieb leisten kann. "In jedem Fall sollte zunächst ein Bausachverständiger den Schaden begutachten. Er weiß, welche Trocknungsmethode in Frage kommt und ob Trocknen allein ausreichend ist." Ist dies der Fall, und ist die Trocknungsfirma schnell genug vor Ort, bevor weiterer Schaden entsteht, werden Arbeit und Erfolg der Trocknung genau dokumentiert.

Wenn die Hausbewohner das Wasser im Keller zu spät bemerken oder nicht gleich einen Fachmann rufen, kann es zu noch größeren Schäden kommen: Schimmelpilzbildung oder Keimbildung drohen. Verkeimungen sind vor allem bei Hochwasserschäden und Abwasserschäden zu erwarten. "In so einem Fall", erläutert Thomas Penningh, "reicht die Trocknung allein nicht mehr aus. Die nassen Bauteile müssen desinfiziert werden. Bei massivem Schimmelpilzbefall müssen Wärme-, Trittschalldämmung und Estrich unter Umständen sogar ganz ausgebaut und erneuert werden. Wie umfangreich die Sanierung ausfallen muss, das klärt der Sachverständige vor Ort."

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