Mittwoch, 02.06.2010 | Autor: heihec

Digitale Stromzähler überzeugen nicht

News: Seit Anfang des Jahres sind digitale Stromzähler für Neubauten und bei größeren Renovierungen vorgeschrieben. Trotz der genauen Erfassung von Verbrauchsdaten und dem dadurch möglichen Energieeinsparpotential überzeugt die neue kostenpflichtige Technik die Verbraucher nicht. Und auch Vermieter sollen vielleicht noch etwas abwarten, bevor sie in die neue Technik für Bestandsbauten investieren.

Die derzeitig angebotenen digitalen Stromzähler überzeugen die Verbraucher nicht. Dies ist das Ergebnis einer umfassenden forsa-Studie im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv). Die Befragten stehen der technischen Neuerung zwar grundsätzlich positiv gegenüber, doch kaum ein Verbraucher erklärt sich dazu bereit, Geld für einen marktüblichen digitalen Zähler auszugeben.

Zustimmung für kostenlose digitale Stromzähler

Mit den digitalen Stromzählern können Immobilienbesitzer Verbrauchsdaten genau erfassen und somit den Stromverbrauch besser kontrollieren und leichter Energie einsparen. 71 Prozent der Befragten sind zwar von dieser Idee überzeugt und sogar 69 Prozent würden sich einen kostenlosen Basiszähler einbauen lassen. Doch die Betonung liegt dabei auf kostenlos.

Kosten-Nutzen-Verhältnis der digitalen Stromzähler

25 Prozent der Befragten wären dazu bereit, Geld für den digitalen Stromzähler zu zahlen, wenn der Preis niedrig und die Möglichkeit Geld zu sparen groß ist. Blockiert wird dies allerdings durch die vielen variierenden Stromtarife. "Veraltete Vorgaben verhindern, dass die Zähler ihr Potential wirklich entfalten können", kritisiert vzbv-Vorstand Gerd Billen. "Wir brauchen neue Tarifstrukturen, die gleichzeitig fair und transparent sein müssen."

Digitale Stromzähler mit Kundenbedürfnissen abstimmen

Da jeder Haushalt anders mit dem Thema Strom umgeht, sind auch die Erwartungen an die Zählerleistung unterschiedlich. "Die Firmen müssen Modelle entwickeln, die sich flexibel an die Bedürfnisse der Kunden anpassen lassen", so Billen. Die Anbieter sollten zudem den Umweltaspekt der neuen Zähler stärker herausstellen und die Vorbehalte der Verbraucher ernst nehmen. Hauptbedenken gegen digitale Stromzähler sind mögliche Tariferhöhungen (71 Prozent) und mangelnder Datenschutz (59 Prozent).

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 meineimmobilie.de-Tipp


Beim digitalen Stromzähler ist es für Vermieter sicherlich sinnvoll, zunächst die Marktentwicklungen zu beobachten. Wenn auch Mieter dieser Technik eher skeptisch gegenüber stehen, müssen Sie nicht gerade mit teuren Neuausstattungen vorpreschen, die dann doch nicht deren Bedürfnissen entsprechen.