Donnerstag, 18.08.2011 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: Sebastian Fery / Haufe

Dem Einbrecher die Hauptsaison vermiesen

Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Urlaubszeit = Einbruchszeit: Wenn es aber um den richtigen Schutz davor geht, kann es gleich richtig teuer werden, beschreibt meineimmobilie.de-Chefredakteur Jörg Stroisch.

Ich bin ja eigentlich nicht der ängstliche Typ, aber in einer Beziehung habe ich ein wenig eine Paranoia entwickelt: dem Einbruch ins Haus. Denn vor einiger Zeit hat mir ein Kriminalbeamter in Köln eindrucksvoll demonstriert, wie er mit einem einfachen Schraubenzieher ungelogen binnen drei Sekunden ein Kippfenster ausgehebelt hatte. Danach war die Paronia geboren. Und seitdem stelle ich mir immer die Frage nach der sicheren Tür und dem sicheren Fenster.

Kosten können explodieren

Allerdings ist das keine ganz billige Angelegenheit. Fallbeispiel: Wohnungstüre. Wie es sich gehört – und ich es ja in meinen Büchern auch schreibe – habe ich mich zunächst intensiv informiert, was gut ist und dann im Anschluss insgesamt fünf Schlosser angeschrieben, um ein Angebot zu erhalten. Ich kenne Menschen, die halten das Auswechseln eines Schlosses für extrem schnell verdientes Geld. Nur zwei Betriebe wollten aber offensichtlich schnell viel Geld verdienen – und sendeten mir ein Angebot.

Zunächst interessierte ich mich für einen Panzerriegel und ein ausgewechseltes Wohnungstürschloss. Beide Handwerker kamen vorbei, schauten es sich an, empfahlen vergleichbare Aktionen – und lagen am Ende 300 Euro auseinander. 700 Euro bei Handwerker A, 1.000 Euro bei Handwerker B. Das ist doch schon mal ein happiger Unterschied – der einerseits beweist, dass das Einholen von Angeboten wichtig ist, andererseits auch, dass ich offensichtlich Glück mit der Auswahl der angeschriebenen Anbieter hatte. Denn es hätten ja mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in etwa gleich hohe Angebote dabei herauskommen können.

Nun gut: 700 Euro fand ich dann dennoch ein wenig zu hoch und entschied mich zum Downsizen der Sicherheitsmaßnahme. Ein vernünftiges Schloss, nebst speziell gesichertem Blech sollte die stabil-schwere Tür gut sichern – hier fielen allerdings die Aussagen der Handwerker auch eher dürftig aus. Ich habe durch den Angebotsvergleich herausgefunden, dass es offensichtlich Schließbleche mit besonders tief sitzenden Schrauben gibt. Das Internet übrigens hat mir hier überhaupt nicht weitergeholfen. Das Downsizen hatte einen ganz gewaltigen finanziellen Effekt: 300 Euro bei Handwerker A und 500 Euro (nach einem bisschen verhandeln) bei Handwerker B. Die Leistung wirkt nahezu identisch, Handwerker A hat sogar noch einen Zylinder mit Schlüsselkarte dazu. Aber ist sie es tatsächlich?

Die Quintessenz: Wer kann mir mal eine wirklich gute – und unabhängige – Website verraten, bei der mir zum Beispiel der Unterschied zwischen verschiedenen Schließzylindern erklärt wird? Oder einfach nur, wann welche Sicherung Sinn macht. Und die zweite Schlussfolgerung: Vergleiche immer, wenn es um Handwerkerleistungen geht. Was für Erfahrungen haben Sie gemacht?

Kommentare (3)

24.8.2011, 14:11 Uhr von mml@flowmarketing.de Profil ansehen
Liebe Immobilieneigentümer, sehr geehrter Herr Stroisch, Ganz gleich ob es sich bei Ihrer Immobilie um einen Neu- oder Altbau handelt, empfehlenswert ist in jedem Fall auch eine neue technische Möglichkeit zu nutzen, mit der man selbst gekippte Fenster und Türen wirkungsvoll gegen Einbrecher absichern kann. Sicher fühlen Sie sich wohl in Ihren eigenen vier Wänden und genießen gemeinsam mit Ihrer Familie den Komfort, den Sie sich selbst geschaffen haben. EiMSIG|HausDisplay® macht Ihr Fenster intelligenter! Selbst das Kontrollieren und Sichern von gekippten Fenstern und Türen sowie das automatische Öffnen des Fluchtweges im Brandfall gehören bei EiMSIG bereits zum Standard. Weitere Funktionen: z.B. die automatische Rollladen- und Lichtsteuerung, das Einbinden universeller Funksensoren, -steckdosen und -brandmeldern bieten eimsigartige Möglichkeiten für Ihren Kunden. Erfahren Sie mehr über EiMSIG|HausDisplay® unter www.eimsig.de Mit bester Empfehlung M.Martin-Leck
24.8.2011, 11:44 Uhr von saarloop Profil ansehen
Liebe Haus- und Wohnungsbesitzer, statt in teure Schlösser zu investieren, empfehle ich einen Geminy-Schlosstresor der Firma Drumm (www.geminy.info). Damit wird der Zugang zum vorhandenen Schlosszylinder verwehrt. Das bringt zusätzliche Vorteile (Aufbohren erschwert, kein Dietrich, kein Schlagschlüssel einsetzbar, keine Klebersabotage). Dadurch werden z.B. auch Einbrüche ohne die Hinterlassung von Spuren vermieden, was oft zu Schwierigkeiten mit den Versicherungen führt. Voraussetzungen sind jedoch immer mechanisch robuste Fenster und Türen mit entsprechenden Schließsystemen und im Idealfall eine zusätzliche Vergitterung, sowie eine elektronische Alarmanlage. Diese kann durch eine Zonenstruktur auch nachts bei Anwesenheit genutzt werden. Achten Sie zusätzlich auf die Sicherheit bei Terrassen und Balkonen auch in oberen Stockwerken sowie den Zugang vom Dach zur Wohnung. Denken Sie außerdem an eine variierende Innenbeleuchtung mit Hilfe von Schaltuhren in der dunklen Jahreszeit. Motorisierte Rollläden/Markisen und ein stets geleerter Briefkasten helfen zusätzlich den Eindruck der Abwesenheit zu verschleiern. Mit diesen Maßnahmen hat man die Chance, die Verweilzeit des Einbrechers zu minimieren und Gelegenheitstätern die Lust zu verderben. Meiner Meinung nach führt nur ein Gesamtkonzept zur Reduzierung des Einbruchrisikos (erhöht es aber gegebenenfalls bei den Nachbarn!). Mit freundlichen Grüßen saarloop
24.8.2011, 11:06 Uhr von nightharvest Profil ansehen
Sehr geehrter Herr Stroisch, da wir erst kürzlich unsere Wohnungseingangstür ausgetauscht haben, besitzen wir einiges an Erfahrung, auch bezüglich dem Thema Sicherheit. Mailen Sie mich doch einfach an. andreas.schmidt@strabag.com MfG Schmidt