Mittwoch, 24.12.2008 | Autor: Mirjam Büttner, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Brandschutz: Feueralarm an Weihnachten

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s

Weihnachten kann einiges passieren. So kommt es regelmäßig zu Bränden. Diese zu vermeiden, ist wichtig. Für finanziellen Schaden zahlen Versicherungen.

Topstory: Wer zu Weihnachten die Kerzen am Christbaum anzündet, sollte einen Feuerlöscher griffbereit haben. Selbst eine harmlose kleine Flamme kann die Gardinen in Brand setzen oder Möbel ankokeln. Unachtsamkeit mit offenem Feuer kann die Hausbewohner teuer zu stehen kommen, denn bei Fahrlässigkeit zahlt die Versicherung den Brandschaden nicht.

Zu Weihnachten und Silvester herrscht bei der Feuerwehr Hochbetrieb. Die Einsatzkräfte müssen in diesen Tagen besonders häufig ausrücken, weil viele Unfälle mit Kerzen und Feuerwerkskörpern passieren. "Vor allem an Weihnachten gibt es viele Brände, die durch unachtsamen Umgang mit Feuer verursacht werden", sagt Ralf Ackermann, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

Zwar ist die Zahl der Weihnachtseinsätze nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) leicht zurückgegangen, seit immer mehr Deutsche ihre Christbäume mit elektrischen Kerzen beleuchten. Ein Grund zur Entwarnung sei dies jedoch nicht. Durch unbeaufsichtigte Kerzen an Adventskränzen, Gestecken und Weihnachtsbäumen komme es immer wieder zu verheerenden Bränden. In der Silvesternacht entstünden häufig Verletzungen beim leichtsinnigen Hantieren mit Feuerwerkskörpern, heißt es beim GDV.

Versicherungsschutz bei Bränden im Haushalt

Je nachdem, wie der Unfall passiert ist und welche Schäden dabei aufgetreten sind, springen unterschiedliche Versicherungen ein:

Allerdings besteht kein Anspruch auf Leistungen der Versicherung, wenn der Brand vorsätzlich oder durch grobe Fahrlässigkeit verursacht wurde. Wer also die Kerzen am Adventskranz oder Weihnachtsbaum anzündet und sie dann völlig unbeaufsichtigt brennen lässt, muss den Schaden selbst tragen.

Brände vermeiden

Viele Brände könnten vermieden werden, indem die Hausbewohner ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen treffen. Mehr Sicherheit im Advent könne zum Beispiel schon dadurch erreicht werden, dass trockene Zweige aus dem Adventskranz rechtzeitig gegen frisches Grün ausgetauscht werden, raten Vertreter der Aktion "Das sichere Haus" (DSH).

Auch sollten Kinder nie mit brennenden Kerzen allein gelassen werden. Kerzenhalter sollten aus feuerfestem Material sein, etwa Metall, Ton oder Glas, und die Kerze stabil halten. Weihnachtsbäume, die mit "echten Kerzen" geschmückt sind, sollten nicht der Zugluft ausgesetzt sein und genügend Abstand zu brennbaren Gegenständen wie Zeitungsständer oder Gardinen haben. Haushalte mit kleinen Kindern oder Haustieren sollten lieber elektrische Kerzen verwenden.

Brände löschen

Und auch beim Kochen lauern Gefahren. Brennendes Fett in Pfanne oder Fritteuse dürfe nie mit Wasser gelöscht werden, mahnt der Deutsche Feuerwehrverband. Dies führe zu einer Fettexplosion, die für Umstehende lebensgefährlich ist. Falls ein Topf brennt, sollte ein Deckel drauf gelegt und der Behälter von der Herdplatte genommen werden. Ein fest sitzender Deckel erstickt das Feuer, die Flamme erlischt.

In vielen Fällen kann auch der Feuerlöscher bei einem Brand im Haus Leben retten. "Wichtig ist, dass alle Familienmitglieder, auch die Kinder, schon vor dem Ernstfall wissen, wie sie den Feuerlöscher bedienen müssen. Wer im Brandfall erst einmal die aufgedruckte Gebrauchsanweisung studieren muss, verliert unnötig Zeit", sagt DSH-Geschäftsführerin Susanne Woelk. Außerdem muss der Feuerlöscher regelmäßig gewartet werden, damit er im Ernstfall tatsächlich funktioniert.

Rechtzeitig vorbeugen

Andere Vorsichtsmaßnahmen im Vorfeld können dafür sorgen, dass ein Brand sich nicht sofort ausbreiten kann. So regeln konkrete Bestimmungen den Brandschutz bereits beim Bau eines Hauses. In einigen Bundesländern sind mittlerweile Rauchmelder in jeder Wohnung Pflicht.

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Wenn es zu einem Brand kommt, sollten Sie schnell die Feuerwehr alarmieren, um weitere Schäden zu vermeiden. Über den europaweit einheitlichen Notruf 112 sind die Feuerwehren rund um die Uhr erreichbar.