Montag, 22.04.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Baumschutz beim Hausbau beachten

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Worum geht´s
  • Mit Baumschutzmaßnahmen gegen Beschädigungen am Pflanzenbestand vorbeugen

Wer ein Haus baut, sollte auf vorhandene Bäume achtgeben. Ausgrabungsarbeiten beschädigen oft die Wurzeln, was sich dann später auf die Standfestigkeit des vorhandenen Grüns auswirkt. Wer bestimmte Richtlinien einhält, schützt auch die Gesundheit des Baumes.

Bauausführungen können Schädigungen von Vegetationsbeständen verursachen. Daher rät die GTÜ -  Gesellschaft für Technische Überwachung Baumschutzmaßnahmen bereits in der Planungsphase von Bauvorhaben einzuleiten.

Baumschutz beginnt in der Planungsphase beim Hausbau

Wenn plötzlich erkannt wird, dass ein Baum zu nah an einem zu errichtenden Gebäude steht oder sogar Umsturzgefahr besteht, weil die Wurzel bereits beschädigt wurde, kann es zu spät sein, um sowohl die Verkehrssicherheit eines Baumes zu gewährleisten und gleichzeitig den wertvollen Gehölzbestand zu erhalten. „Die besten Schutzmöglichkeiten mit dem geringsten Aufwand bestehen in der Planungsphase“, erklärt Hartmut Neidlein, Sachverständiger für die Verkehrssicherheit von Bäumen, Baumschäden, Wertermittlung von Gehölzen und Baumpflege. „Bereits während der Bauplanung sollte die Erhaltungswürdigkeit und Erhaltungsfähigkeit von Bäumen geprüft werden, damit böse und auch teure Überraschungen vermieden werden.“

Sachverständigen zum Baumschutz einbeziehen

Die GTÜ rät bereits vor Baubeginn einen Sachverständigen zu beauftragen, der im Rahmen einer Voruntersuchung die Mindestabstände oder den statistisch notwendigen Wurzelraum eines Baumes überprüft. Dieses Vorgehen ist sinnvoll, denn diese Untersuchungen zeigen auf, ob sich Wurzeln im Baufeld befinden, und bewerten die Baumaßnahmen hinsichtlich ihrer Auswirkung auf Bäume und Pflanzenbestände. Vorgeschädigte Bäume können dann bereits entfernt werden. Weiterhin können Alternativlösungen und mögliche Schutzmaßnahmen für die Erhaltung der Vegetation direkt mit in die Bauplanung integriert werden. „Um tatsächlich abschätzen zu können, ob und welche Maßnahmen zum Ziel und Erhalt von Bäumen führen, bedarf es erheblicher Erfahrung. Die Maßnahmen müssen an die für jede Baumart spezifischen Fähigkeiten und Reaktionen sowie deren Vielfalt, statistischer Situation und Standort angepasst werden. Ein bloßes buchstabengetreues Umsetzen von Vorgaben hilft dabei wenig“, warnt Hartmut Neidlein.

Baumschutz lohnt sich

Für den Erhalt der Vegetation gibt es neben dem Umweltschutz noch andere gute Gründe für den Baumschutz. So können Bäume und Sträucher etwa als Wind- und Erosionsschutz dienen, das Kleinklima positiv beeinflussen, sie haben als Staubfilter erhebliche Auswirkungen auf die Lufthygiene und erfüllen eine Lärmschutzfunktion. Im Vergleich dazu benötigen Neupflanzungen lange Entwicklungszeiten, bis sie annähernd gleichwertige Wirkungen erzielen. Oft sind nur wenig aufwendige Maßnahmen oder geringe Veränderungen des Bauablaufes notwendig, um den Baumschutz zu realisieren.

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