Montag, 20.03.2017 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © Christian Nitz - Fotolia.com

Aus DVB-T wird DVB-T2: Warum es auf Ihrem Fernsehen ab dem 29.3. schwarz werden könnte

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Worum geht´s
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Was haben Länderspiele, Volksmusik und der Tatort gemeinsam? Ganz einfach: Am 29.3. könnte es auf vielen Fernsehern schwarz werden, sodass Sie keine dieser Sendungen mehr sehen können.

 

Der Grund: Ab dann gilt nämlich der neue DVB-T2-Standard für die Nutzer von Antennen. Die Umstellung ist unkompliziert, kostet aber Geld. Deswegen macht sie nicht für jeden uneingeschränkt Sinn.

Alle Nutzer von Antennenfernsehen sollten jetzt langsam prüfen, ob ihr Fernseher den neuen Standard DVB-T2 empfangen kann, empfiehlt der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland in einer aktuellen Pressemitteilung.

Am 29.3.2017 startet nämlich die flächendeckende Umstellung des herkömmlichen Antennenfernsehens DVB-T auf DVB-T2. Das bedeutet: Ihr Fernsehgerät bleibt ab dann womöglich schwarz!

Achten Sie auf das grüne DVB-T2-HD-Logo am Fernseher  

Nur, wer ein Gerät mit dem grünen DVB-T2 HD-Logo im Wohnzimmer stehen hat, ist für die Umstellung auf das moderne HD-Antennenfernsehen gut gewappnet. Aber auch Geräte, die das Logo nicht aufweisen, können dennoch geeignet sein.

Hier hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung oder auf die Internetseite des Herstellers, um festzustellen, ob Ihr Fernseher auch mit DVB-T2 bzw. H265 läuft.

DVB-T2: Wie Sie Ihren alten Fernseher "nachrüsten" können 

Ältere Geräte müssen mit einer zusätzlichen Set-Top-Box ausgestattet werden. Ein solches externes Empfangsgerät ist ab etwa 50 Euro im Handel erhältlich, informiert Haus & Grund. Wer mehrere Fernseher nutzt, braucht mehrere Set-Top-Boxen. Haus & Grund rät, beim Kauf genau hinzuschauen.

Denn Deutschland geht bei der Umstellung des Antennenempfangs einen anderen Weg als beispielsweise Frankreich, Österreich oder Großbritannien. Hierzulande wird DVB-T2 zusammen mit dem neuen Kompressionsverfahren HEVC eingeführt.

Deswegen Vorsicht beim Kauf: Das HEVC wird von Set-Top-Boxen, die im Ausland hergestellt wurden, in der Regel nicht unterstützt, informiert der Verband. Die bisherige Haus-, Zimmer- oder Außenantenne kann weiterhin genutzt werden. Im Einzelfall kann es nötig sein, sie neu auszurichten oder sogar komplett auszutauschen.

Kostenlos gibt es nur noch öffentlich-rechtliches Programm

Mit der bisherigen Ausrüstung können Sie nur noch die öffentlich-rechtlichen Programme auch nach der Umstellung unverschlüsselt und kostenlos empfangen. Wer jedoch zukünftig Privatfernsehen sehen will, muss nach einer dreimonatigen Schonfrist ab 1.7.2017 rund sechs Euro im Monat zusätzlich zahlen und benötigt außerdem zur Entschlüsselung noch das CI+-Modul von freenet.tv.

Von der DVB-T-Umstellung sind zunächst nur die Ballungsgebiete betroffen. In mehreren Teilschritten folgen die übrigen Regionen. Die gesamte Umstellung soll bis Mitte 2019 abgeschlossen sein.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
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Der Wechsel des Übertragungsverfahrens betrifft nur den terrestrischen Empfang, Satellit, Kabel oder Internet sind davon nicht betroffen.

 

Sofern Sie so also auch weiterhin privates Fernsehen empfangen wollen, kann es womöglich günstiger sein, zu einer der anderen Übertragungswege zu wechseln. Kontrollieren Sie deswegen vor dem Kauf einer oder sogar mehrerer Set-Top-Boxen die Kosten-Nutzen-Relation!