Donnerstag, 18.04.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Ab in den Garten

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Worum geht´s
  • Bundesnaturschutzgesetz setzt Grenzen bei der Gartenarbeit
  • Was Gartenbesitzer im Garten dürfen
Stichworte zu diesem Thema

Sträucher trimmen, Bäume fällen und Unkraut zupfen: Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen zieht es viele Immobilieneigentümer in den Garten. Doch aufgepasst: Das Gesetz setzt dem gärtnerischen Entfaltungstrieb Grenzen!

Wer einen Garten – egal ob Haus- oder Kleingarten – sein eigen nennt, verfällt jetzt womöglich in hektische Betriebsamkeit, um Bäume und Sträucher auf Sommer zu „trimmen“. Aber aufgepasst: Das Gesetz setzt dem gärtnerischen Entfaltungstrieb Grenzen! ARAG Experten sagen, was Sie als Gartenbesitzer unbedingt wissen sollten.

Garten: Regeln aus dem Bundesnaturschutzgesetz 

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) regelt in Paragraf 39 Abschnitt fünf seit 2010 bundesweit einheitlich, dass Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September nicht abgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden dürfen. Bäume, die in Haus- oder Kleingärten stehen, sind von dem Verbot zwar ausgenommen, das heißt, sie dürfen auch innerhalb dieses Zeitraums grundsätzlich gefällt oder radikal zurückgeschnitten werden.

Bevor der Gartenbesitzer allerdings die Säge zur Hand nimmt, gilt abzuklären, ob es in der Kommune eine Baumsatzung gibt, die das Fällen verbietet oder einer Genehmigung bedarf. Und wenn sich Vögel den Baum als Nistplatz ausgesucht haben, muss das Vorhaben leider zurückgestellt werden. Denn nach Paragraf 39 Abschnitt eins BNatSchG ist es verboten, „Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.“

Form- und Pflegeschnitte im Garten erlaubt

Jederzeit erlaubt sind laut BNatSchG dagegen schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen. Die Spitzen, die seit dem letzten Rückschnitt an der Ligusterhecke gesprießt sind, dürfen also abgeschnitten werden und auch dem Obstgehölze darf ein Pflegeschnitt verpasst werden. Aber auch hier gilt: Nicht die Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund beeinträchtigen oder zerstören, denn Verstöße gegen die Verbote des Gesetzes werden mit üppigen Geldbußen bis zu zehntausend Euro bestraft.

Garten gefährdet die Verkehrssicherheit

Die Verbote des Bundesnaturschutzgesetzes gelten im Übrigen auch dann nicht, wenn die Maßnahmen der Gewährleistung der Verkehrssicherheit dienen und nicht zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden können. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die große Hecke nach einem Sturm auf den angrenzenden Bürgersteig zu kippen droht. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte aber – wenn möglich – die zuständige Naturschutzbehörde informieren und erfragen, ob eine Genehmigung erteilt wird.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Immobilienbesitzer können den Fiskus an den Kosten für Gartenarbeiten beteiligen: zum einen den Steuerbonus für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen, zum anderen den Steuerbonus für Handwerkerleistungen. Bei haushaltsnahen Dienstleistungen handelt es sich um solche Arbeiten, die normalerweise von den Haushaltsmitgliedern selbst erledigt werden, wie beispielsweise Heckenschneiden, Beetpflege oder regelmäßiges Rasenmähen. Aufwendungen hierfür können in Höhe von bis zu 4.000 Euro (20 Prozent von bis zu 20.000 Euro) pro Jahr von der Steuerschuld abgezogen werden.