Mittwoch, 15.02.2012 | Autor: Heidi Schnurr, Rechtsanwältin und Redakteurin meineimmobilie.de

Ehrlich oder schön blöd?

Respekt vor dem ehrlichen Handwerker, der in Hannover beim Renovieren einer Küche auf Münzen, Goldbarren und Tafelsilber stieß. Wert: Mindestens 100.000 Euro.

 

Statt es in sein Eimerchen zu tun, um es so unbemerkt in seinen Monteurwagen zu transportieren, entschied er sich für den ehrlichen Weg: Er rief die Hausverwaltung der Mietwohnung an und meldete dort brav seinen spektakulären Fund.

 

Die Hausverwaltung informierte wiederum die Erben des verstorbenen Mieters, dessen Wohnung der Handwerker gerade renovierte. Die freuten sich natürlich über den wertvollen Fund des ehrbaren Handwerkers. Doch wahrscheinlich nicht nur die: Auch das Finanzamt dürfte jetzt nochmals bei den Erben anklopfen und für den Fund schlimmstenfalls noch Erbschaftsteuer nachfordern.  

 

Auch für den Handwerker ist die Geschichte noch nicht zu Ende: Nach § 971 BGB stehen dem Finder 3 % Finderlohn zu. Immerhin sind das 3.000 Euro für den Handwerker. Allerdings: Wäre er weniger ehrlich gewesen, wären es 100.000 Euro.

 

Was hätten Sie an der Stelle des Handwerkers getan: Eingesteckt oder den Fund brav gemeldet? 3.000 Euro und ein reines Gewissen oder 100.000 Euro an Geld, das bisher noch keiner vermisst hat?

 

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Kommentare (1)

2.3.2012, 23:06 Uhr von Elba Profil ansehen
Mit Sicherheit hätte ich keine ruhige Minute mehr gehabt, wenn ich die 100.000 Euro genommen hätte !!!