Montag, 27.02.2017 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © Marccophoto - Fotolia.com

Wo verschenken Sie Heizkosten? Dieser "Spürhund" deckt Wärmelecks auf

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Worum geht´s
  • Gebäudesanierung
  • Thermografie
  • Kosten

Wärmelecks sorgen für Ineffizienz. Und Ineffizienz sorgt für höhere Kosten. Das gilt ganz besonders auch für Ihr Haus, denn hier entstehen durch die Lecks höhere Heizkosten. Doch wo genau sind die? Die lassen sich mit einer einfachen und noch dazu günstigen Methode sehr leicht ausfindig machen: Mit Thermografiebildern.

Ein Thermografiebild zeigt auf einen Blick und in Farbe, wie viel Ihrer Wärme durch die Fassade, die Fenster und das Dach nach außen entweichen.

Energetische Sanierung: Schauen Sie der Wahrheit ins Auge

So sehen Sie sofort, was Sie als Hauseigentümer vielleicht gar nicht sehen wollen: Einen eindeutigen Hinweis, ob und wo eine energetische Sanierung an Ihrem Haus dringend nötig ist. Darüber informiert die vom Baden-Württembergischen Umweltministerium geförderte Aktion "Zukunft Altbau" in einer Thermografie.pdf">Pressemitteilung.

Heizkosten: Was Thermografieaufnahmen zeigen

Thermografieaufnahmen sind sinnvoll

  • wenn generell der Zustand der Gebäudehülle getestet werden soll
  • und auch während einer Sanierungsmaßnahme, um die Qualität der durchgeführten Arbeiten zu überprüfen.

Beim Erstellen von Thermografien muss jedoch einiges beachtet werden“, erklärt Petra Hegen von Zukunft Altbau. „Beispielsweise müssen die Außentemperaturen im niedrigen einstelligen Bereich oder darunter liegen.“

Damit ist das Verfahren nur im Winterhalbjahr anwendbar. Die Aufnahmen sollten zudem nur von Fachleuten gemacht werden, da nur sie die vielen möglichen Fehlerquellen vermeiden und die Bilder korrekt interpretieren können.

Was Ihnen eine Thermografieaufnahme über Ihre Gebäudehülle verrät

Thermografiekameras wandeln die für das menschliche Auge unsichtbare Wärmestrahlung mit Hilfe von Spezialsensoren in Farbbilder um. Grundsätzlich wird zwischen Außen- und Innenthermografie unterschieden.

Bekannt ist vor allem die Außenthermografie: „Die Außenthermografie stellt in den Farben Rot, Orange und Gelb dar, welche Stellen des Gebäudes hohe Wärmeverluste und einen entsprechenden Sanierungsbedarf aufweisen“, sagt Dieter Bindel vom Gebäudeenergieberaterverband GIH.

Grün und Blau zeigen an, dass eher wenig Wärme nach außen dringt.“

Bei der Innenthermografie verhält es sich umgekehrt: Ist die Farbe dunkel, dann ist das Bauteil kalt und sanierungsbedürftig und entsprechend schlecht gedämmt.

Wie Sie eine perfekte Thermografieaufnahme vorbereiten

Die Zukunft Altbau informiert auch über die Vorbereitung für die Thermografieaufnahme:

  • Temperaturunterschied: Die Differenz zwischen der Außen- und Innentemperatur muss möglichst groß sein.
  • Außentemperatur: Die sollte möglichst im niedrigen, einstelligen Bereich sein.
  • Innentemperatur: Die Innentemperaturen in den Räumen sollten 24 Stunden vor der Aufnahme bei 20 bis 22 Grad liegen.
  • Geschlossenes Haus: Fenster und Außentüren müssen geschlossen bleiben. „Sonst kann sich die Fassade durch die herausströmende, warme Innenluft erwärmen und falsche Temperaturwerte anzeigen“, erklärt Bindel. Rollläden und Fensterläden bleiben in dieser Zeit geöffnet, auch nachts, damit die energetische Qualität der Fenster auf den Wärmefotos abgebildet werden kann.
  • Gute Wetterbedingungen: Die Aufnahmen dürfen außerdem nicht bei Regen oder Schneefall durchgeführt werden, denn das verfälscht die Ergebnisse. Die Witterung sollte kalt und trocken sein. Wichtig ist zudem, dass kein Sonnenschein am Tag der Aufnahmen herrscht.

Was Sie eine Thermografieaufnahme kostet

Die Leistung von Fachmännern und -frauen schlägt bei kleineren Objekten nur mit 250 bis 400 Euro zu Buche.

Laien sollten solche Aufnahmen besser nicht machen, zumal die Fotos nicht selbsterklärend sind. „Die Fotos sagen Ihnen zwar nicht, was Sie tun sollen. Sie zeigen Ihnen aber auf, wo die Defizite der Gebäudehülle lauern", sagt Petra Hegen von Zukunft Altbau.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
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Eine schöne Überraschung: Die Heizkosten sollen 2016 für jeden zweiten Mieterhaushalt niedriger ausfallen als die Jahre davor. Das jedenfalls prognostiziert der Deutsche Mieterbund (DMB) und baut damit eine gewisse Erwartungshaltung der Mieter gegenüber Ihren Vermietern auf.   Kleiner Trost: Die Gründe für die geringen Heizkosten sorgen dafür, dass auch Ihre private Heizkostenrechnung für 2016 voraussichtlich geringer ausfällt als letztes Jahr.   

 meineimmobilie.de-Tipp

Gerade, wenn Sie eine Altbausanierung planen, kann eine Thermografieaufnahme ein nützliches Hilfsmittel sein, um die tatsächlichen Schwachstellen Ihres Hauses einmal zu dokumentieren.

 

Bevor Sie dann aber zur Tat schreiten, sollten Sie lieber noch einmal die Hilfe eines Energieberaters in Anspruch nehmen – zumal Sie dessen Expertise ohnehin später für den Energieausweis benötigen.