Donnerstag, 22.03.2012 | Autor: mb, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Weiße Wanne für wasserdichten Keller

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s
  • Weiße Wanne statt schwarze Wanne
  • Schutz vor Grundwasser
  • Häufige Fehler beim Einbau der weißen Wanne
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Bauherren, die ihr Haus unterkellern lassen, sollten vor allem auf eines achten: den Einbau einer sogenannten "weißen Wanne". Dazu rät der Bauherrenverband VPB und kritisiert gleichzeitig, dass dieser Schutz vor Grundwasser im Keller bei vielen Bauverträgen noch nicht zum Standard gehört. 

Wenn es für private Bauherren darum geht, ihren Neubau vor Schäden durch eindringendes Grundwasser zu schützen, sollten sie vor allem darauf achten, dass eine sogenannte "weiße Wanne" eingebaut wird. Dazu rät der Verband Privater Bauherren (VPB) in einer Pressemitteilung. Denn im Gegensatz zur "schwarzen Wanne" hätten weiße eine wesentlich höhere Lebensdauer. Und: "Weiße Wannen sind heute nicht mehr teurer als schwarze. Sie sollten deshalb längst Standard sein", fordert Dipl.-Ing. Klaus-Dieter Hammes, Bausachverständiger im VPB. "Aber das Gegenteil ist der Fall. Immer noch bekommen viele Bauherren einen konventionellen Keller unter ihr Haus und plagen sich jahrzehntelang mit drückendem Grundwasser. Manche Schlüsselfertiganbieter sind offenbar nicht Willens, sich dem Stand der Technik anzupassen." 

Weiße Wannen halten etwa 60 bis 80 Jahre

 

Schwarze Wannen sind Keller mit Betonbodenplatte und gemauerten Außenwänden, die vor dem Befüllen von außen mit einem schwarzen Bitumenanstrich oder einer Schweißbahn vor Feuchtigkeit geschützt werden. Die Konstruktion verdankt ihren Namen der teerfarbenen Oberflächenbeschichtung, die aber laut VPB meist nur etwa 30 Jahre lang hält. Weiße Wannen sind rundum geschlossene Konstruktionen, bei denen alle Teile aus hochwertigem, wasserundurchlässigem Beton bestehen. Seine Lebensdauer liegt bei 60 bis 80 Jahren. 

"Weiße Wannen sind dort unentbehrlich, wo Wasser von unten oder seitlich auf die Kellerwände oder die Bodenplatte drückt, und das ist fast überall der Fall", erläutert Bauingenieur Hammes. Eine der Ursachen ist der steigende Grundwasserspiegel - weil inzwischen weniger Trinkwasser entnommen wird als noch vor einigen Jahren. Außerdem darf vielerorts die Drainage, die Regenwasser vom Haus wegleiten soll, nicht mehr ans Kanalsystem angeschlossen werden. Das nicht abgeleitete Wasser drückt dann als aufstauendes Sickerwasser ebenfalls auf die Kellerwände. 

Fehler beim Einbau der weißen Wanne

 

Weiße Wannen müssen sauber konstruiert und eingebaut werden. Ein Bodengutachten ist dafür laut VPB unerlässlich. In der Praxis werden die nötigen Schritte von den Baufirmen häufig äußerst schludrig ausgeführt, zum Beispiel beim Gießen des Betons. Dazu sind bestimmte Kleinteile aus Kunststoff oder zementgebundene Abstandshalter nötig. "Viele Schlüsselfertiganbieter nehmen aber, was sie gerade auf dem Hof herumliegen haben. Das ist unzulässig und führt zu Schäden an der Konstruktion", kritisiert Hammes. Entdeckt werden solche Nachlässigkeiten nur, wenn die Baustelle regelmäßig von einem unabhängigen Sachverständigen kontrolliert wird. 

Ein weiteres Problem ist laut VPB die richtige Zusammensetzung des Betons. Damit er wasserdicht wird, müssen Zuschlagstoffe eingearbeitet werden. "Auch das wird oft falsch gemacht. Die Zuschlagstoffe werden zu gering dosiert und falsch eingesetzt", beobachtet Klaus-Dieter Hammes. Resultat ist minderwertiger Beton, der Druckwasser nicht standhält. Diesen und weitere Fehler entdecken die Sachverständigen des VPB immer wieder auf Baustellen. Hammes rät: "Bauherren sollten sich also lieber nicht auf ihr Glück verlassen, sondern den unabhängigen Sachverständigen mit der regelmäßigen Kontrolle ihrer Baustelle beauftragen, damit sie nachher auch wirklich einen wasserdichten Keller bekommen."

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