Mittwoch, 29.05.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

VPB: Kanalprüfungen nicht voreilig beauftragen

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s
  • Pflichtinspektion für Abwasserkanal ab 2015
  • Grundstücksentwässerungsanlagen auf Dichtigkeit überprüfen
Stichworte zu diesem Thema

Ab 2015 sollen laut EU alle Abwasserkanäle von Immobilien auf Dichtigkeit geprüft werden. Doch wie die Kanalprüfung durchgeführt wird und wie Immobilienbesitzer diese nachweisen müssen, steht noch nicht fest.

Abwasserkanäle müssen dicht sein, denn sonst gerät Schmutzwasser ins Erdreich und belastet dort das Grund- und damit auch das Trinkwasser. Genau aus diesem Grund sollen ab 2015 alle Abwasserkanäle von Immobilien auf Dichtigkeit geprüft werden. Doch keine Eile – wie die Kanäle überprüft werden müssen und welcher Nachweis verlangt wird, ist noch unklar, erläutert der Verband Privater Bauherren (VPB) in einer aktuellen Pressemitteilung.

Bestimmungen zur Kanalprüfung

Der Verband Privater Bauherren rät Hausbesitzern, sich zunächst bei der eigenen Kommune oder beim unabhängigen Sachverständigen zu erkundigen, welche Regeln vor Ort für die Kanalprüfung gelten. Das ist sinnvoll, denn in Wasserschutzgebieten gelten auch heute schon besondere Bestimmungen und nicht jeder, der beispielsweise erst in den vergangenen Jahren ein Haus gekauft hat, weiß auch, ob seine Straße in einem solchen Gebiet liegt.

Wer neu baut, der hat es leichter. Er klärt am besten vorab, ob die Kommune für die neuen Entwässerungsanschlüsse auch Dichtheitsnachweise verlangt und wie und von wem diese auszustellen sind. In diesen Gemeinden kann es sinnvoll sein, die geforderten Prüfungen auch schon in den Bauvertrag aufzunehmen, raten VPB-Experten. Hier muss allerdings von Fall zu Fall genau geklärt werden, was sinnvoll ist. Eine vorauseilende Prüfung, die sich nachher als unnötig oder gar als gesetzlich nicht ausreichend entpuppt, ist Geldverschwendung.

Haustürgeschäft zur Kanalprüfung

Auf keinen Fall sollten Immobilienbesitzer fahrende Firmen mit der Kanalprüfung beauftragen. Es gehöre zum Geschäftsmodell manch dubioser Firma, Schäden zu finden und diese möglichst sofort zu sanieren. Besser ist es, eine seriöse Firma aus der Region mit der Prüfung zu beauftragen, die in der Regel auch nur zwischen 300 und 500 Euro kostet. Bei einem Fund sollte nicht gleich die Sanierung in Auftrag gegeben werden. Immobilieneigentümer sollten sich Rat einholen, denn es gibt heute auch Sanierungsmethoden, bei denen nicht gleich der Kanal aufgegraben werden muss.

Kommentare (1)

5.6.2013, 13:16 Uhr von Matulla Profil ansehen
Wenn die Dichtigkeitsprüfung von Abwasserleitungen und-kanälen ab 2015 zur Plicht wird, sollten Hauseigentümer sich an Fachbetriebe für Kanalsanierung weden. Diese sind professionell ausgebildet sind mit dem notwendigen Equipment zur Verfügung. Es muss nicht mehr wie früher das Erdreich aufgegraben werden. Weißt ein Abwasserkanal Schäden auf, wird mit Inliner-Rohrsanierung Abhilfe geschaffen. Ausgehend von einem Kanalschacht wird ein Textilschlauch, der mit einem pastigen weichen Kunstoff versehen ist, innen in das Schadensrohr eingführt und dann mit Druckluft wie ein Ballon aufgeblasen. In diesem Zustand unter Druck gehalten, bis der weiche Kuststoff im Textilschlauch, der innen an dem defekten Außenrohr angepresst,,nach etwa 24 Stunden ausgehärtet ist und nunmehr das Abwasser problemlos in den Hauptkanal ableitet.
News: Anfallende Kosten zur Überprüfung der Dichtheit verlaufender Abwasserleitungen auf dem Grundstück eines Hauseigentümers können nicht als haushaltsnahe Handwerkerleistungen steuerlich geltend gemacht werden. Sie werden aber von der Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert.
News: Auf Haus- und Grundstückseigentümer kommen Inspektionskosten zu: bis spätestens Ende 2015 sollten die Abwasserleitungen der Grundstücksentwässerungsanlagen in Nordrhein-Westfalen auf ihre Dichtheit überprüft werden. Doch diese Regelung betrifft nicht alle Bundesländer.

 meineimmobilie.de-Tipp

Für die Überprüfung der Dichtheit Ihrer Abwasserleitungen und die Instandsetzung bei Lecks können Sie einen Förderkredit der staatlichen KfW-Bank in Anspruch nehmen. Das Programm "Wohnraum modernisieren" (Nr. 141) enthält die Förderung für die Dichtheitsprüfung.