Dienstag, 15.04.2014 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © IMaster - Fotolia.com

Schadenersatz bei Baumängeln

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Worum geht´s
  • Schadenersatzanspruch bei Baumangel 

Den Traum von der Immobilie erfüllt und stolzer Immobilienbesitzer - doch dann beginnt der Albtraum: Die Immobilie weist Baumängel auf. In der Regel hat der Immobilienkäufer dann Anspruch auf Schadenersatz – die Höhe der Schadenersatz-Summe ist allerdings begrenzt. 

Beim Immobilienkauf hat der Käufer den Anspruch auf Gewährleistung, doch diese kann beim Kaufvertrag unter Privatpersonen ausgeschlossen werden. Im Falle eines Baumangels hat der Käufer dann ein Recht auf Schadenersatz – es sei denn, der Mangel wurde arglistig verschwiegen. Doch auch hier gibt es Grenzen: Der Immobilienkäufer kann höchstens den Betrag als Schadenersatz verlangen, den das Gebäude mängelbedingt weniger wert ist. Dies entschied nach Angaben der D.A.S. Rechtsschutzversicherung der Bundesgerichtshof.

BGH begrenzt Schadenersatz-Summe bei Baumängeln

Die Klägerin hatte für 260.000 Euro ein Grundstück mit einem Mietshaus erworben. Nach der Übergabe erkannte sie, dass das Gebäude mit Hausschwamm befallen war. In den unteren Gerichtsinstanzen erstritt die Hauskäuferin insgesamt 639.230 Euro Schadenersatz für die über längere Zeit aufgelaufenen Sanierungskosten. Doch der Bundesgerichtshof hielt den Schadenersatz für zu hoch. Grundsätzlich könne die Käuferin die für die Mängelbeseitigung nötigen Kosten als Schadenersatz verlangen. Seien diese unverhältnismäßig, sei jedoch der Schadenersatz auf den mangelbedingten Minderwert des Kaufobjekts beschränkt. Ein Anhaltspunkt dafür liege vor, wenn die Kosten der Mängelbeseitigung den Verkehrswert des mangelfreien Gebäudes oder 200 Prozent der mangelbedingten Wertminderung überstiegen. Hier wurde der Zeitwert mit Schwammbefall bei 507.000 Euro angesetzt, ohne bei mindestens 600.000 Euro. Eine Unverhältnismäßigkeit komme damit in Betracht. Allerdings müsse bei den Mängelbeseitigungskosten der zu Beginn der Arbeiten absehbare Betrag angesetzt werden. (Bundesgerichtshof, Urteil vom 4. April 2014, Az. V ZR 275/12

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Wer durch einen Handwerker neue Bauteile an seiner Immobilie einbauen lässt und dabei im Nachhinein einen Mangel entdeckt, sollte erst einmal in Ruhe überprüfen, ob es sich dabei tatsächlich um einen Baumangel handelt. Und erst dann darf gemeckert werden. 
Durchschnittlich 24.200 Euro müssen Bauherren zusätzlich aufbringen, wenn sie ihren Hausbau nicht von Beginn an von einem Sachverständigen betreuen lassen. Kosten, die verursachte Baumängel beseitigen sollen, die durch Lässigkeit und mangelnde Baukontrolle entstanden sind.
Schimmelbildung oder eine unzureichende Wärmedämmung sind oft Anzeichen für Baumängel. Informationen rund um den Baupfusch gibt das meineimmobilie.de Baumängel Dossier.

 meineimmobilie.de-Tipp

Dokumentieren Sie Schäden an Ihrem Eigentum möglichst genau. Notieren Sie sich wichtige Daten und machen Sie Fotos oder Filmaufnahmen von den Baumängeln. Wenn Sie unsicher sind, an welchen Stellen Mängel vorliegen, können Sie einen unabhängigen Gutachter beauftragen.