Montag, 26.11.2012 | Autor: Heidi Hecht , Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Rohbauten vor Winterwetter schützen

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s
  • Rohbau im Winter schützen, um teure Schäden zu vermeiden

 

Eis, Schnee und Frost: Der Winter naht und deshalb sollten angehende Hausbesitzer ihre Baustelle absichern. Denn schneit es in ungeschützte Kellerabgänge und regnet es in offene Mauerkronen, entstehen schnell teure Schäden.

 

Der Winter-Schutz eines Rohbaus ist nach DIN 18299 klare Sache der Baufirma. Doch zwischen Vertrag und Wirklichkeit klaffen oft Welten. Der Verband Privater Bauherrn (VPB) rät Bauherren daher, sich in den nächsten Wochen nicht allein auf die Sorgfalt ihrer Baufirmen zu verlassen und im Zweifel die Baustelle selbst abzusichern.

Winter-Schutzmaßnahmen für den Rohbau

Je nachdem, wie weit der Bau bereits fortgeschritten ist, müssen angehende Hausbesitzer unterschiedlichste Schutzmaßnahmen treffen. Stehen beispielsweise Keller und das Erdgeschoss und nur das Dach fehlt noch, sollten die Bauherren zwei Dinge erledigen: Zum einen den offenen Kellertreppenausschnitt schließen, zum anderen die Mauerkronen abdecken. Denn wenn Regen und Schmelzwasser in den Keller rinnen und dort wochenlang stehen, ist das später der beste Nährboden für Schimmel.

Deshalb rät Hildegard Brunner, Bausachverständige des Verbands Privater Bauherren (VPB), den Keller trocken zu legen, Wasser und Schnee mit Eimern und Schaufeln zu entfernen und dann den Kellerabgang sowie Kellerschächte, Deckendurchbrüche und Löcher für Wasser- und Heizungsrohre abzudichten. Dazu eignen sich nach Erfahrung der Baufachfrau Folien, die mit Dielen und Brettern beschwert und befestigt werden. Unentbehrlich ist außerdem der Schutz der offenen Mauerkronen. Dringt dort über Wochen Wasser ein, laufen die Steine voll. Gefriert dann das Wasser im Stein, dehnt es sich aus und zerstört den Stein.

Maßnahmen gegen Frostschäden am Rohbau

Wird das Haus bereits von einem Dach geschützt, sollten Bauherren prüfen, ob alle Dachluken und Fenster dicht sind. Falls nicht, diese auch mit Folie sichern. Ist das Dach bereits gedeckt, sind meist auch schon Regenrinnen und Fallrohre montiert. "In diesem Fall sollten die Bauherren schauen, wohin die Fallrohre entwässern. Auf gar keinen Fall darf das Wasser einfach neben der Hauswand ins Erdreich sickern. Wasser muss immer weg vom Haus", betont Hildegard Brunner und empfiehlt: "Am unteren Ende des Fallrohres ein Kunststoffrohr aufstecken und das Regenwasser ins Gelände umleiten - möglichst weit vom Haus!"

Achten sollten angehende Hausbesitzer auch auf die bereits verlegten Wasser- und Heizungsrohre im Haus. Sind sie gefüllt und die Heizung läuft noch nicht, drohen Frostschäden. Das kann richtig teuer werden, denn wenn Rohre platzen, müssen zur Reparatur in der Regel die Wände wieder aufgestemmt werden.

 

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News: Die Zahl der Winterbaustellen nimmt aus Kostengründen zu. Doch das ist nicht ohne Risiko. Denn die große Gefahr beim Bauen im Winter ist die Schimmelbildung.

 meineimmobilie.de-Tipp

Nicht immer ist es möglich, die Bauarbeiten im Winter ruhen zu lassen. Achten Sie deshalb auf folgende Punkte:

  • Beheizen und belüften Sie den Rohbau im Winter gut. Die entstehenden Stromkosten sollten dabei in Kauf genommen werden.
  • Schützen Sie Mauerwerk und Haus vor Regen und Frost, wenn vor Einbruch des Winters kein Dach aufgesetzt und keine Fenster eingebaut werden konnten. Mauerwerkskronen sollten sorgfältig mit Folie abgeklebt werden, um sie vor Frost und Feuchtigkeitseinbruch zu schützen.
  • Schließen Sie vor dem Ausbau Treppenlöcher zum unausgebauten Dach. So sind kühle und beheizte Bereiche getrennt, und die Feuchtigkeit aus Putz und Estrich kann nicht ins Dach ziehen. Sie sollte dann über die Fenster entlüftet werden.
  • Schließen Sie nach Möglichkeit alle Öffnungen. Durchbrüche und Treppenausschnitte sollten Sie abdichten, damit kein Wasser in Haus und Keller eindringt und dort eventuellen Nährboden für Schimmel bildet.