Donnerstag, 29.11.2012 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Richtiges Heizen und Lüften: Die 8 größten Irrtümer

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s
  • Die Irrtümer zum Heizen und Lüften
  • Tipps, wie sich Kosten und Energie einsparen lassen
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Im Winter nur bei gekippten Fenstern lüften, beim Verlassen des Hauses alle Heizkörper abdrehen und die Heizung nur austauschen, wenn die alte den Geist aufgibt: Beim Thema Heizen und Lüften wird viel falsch gemacht und das Geld unnötig zum Fenster rausgeworfen. Dabei genügt schon die Befolgung weniger Tipps, um den Energieverbrauch zu senken und ein gesundes Raumklima zu erhalten.

Die Heizperiode hat begonnen, doch einige Hausbesitzer lüften und heizen immer noch falsch. Die Initiative WÄRME+ deckt in einer aktuellen Pressemitteilung die größten Irrtümer beim Heizen und Lüften auf und erklärt, wie sich Energie und Kosten einsparen lassen.

Irrtum Nr. 1: „Gekippte Fenster sorgen für dauerhaft frische Luft“

Durchgängige Kipplüftung bringt nur wenig Luftaustausch und ist dabei extrem ineffizient, da viel Wärme verloren geht. Zudem kühlt das Mauerwerk um das Fenster aus, wodurch sich ungesunder Schimmel bilden kann. Regelmäßiges Stoßlüften bei weit geöffnetem Fenster für mindestens fünf Minuten bei geschlossenem Heizkörperventil ist da effektiver, da Raumluft komplett ausgetauscht wird.

Irrtum Nr. 2: „Mit abgedrehten Heizkörpern beim Verlassen des Hauses Energie sparen“

Falsch: Die Räume sollten gleichmäßig beheizt werden und sich möglichst nicht auf weniger als 18 Grad abkühlen. Denn der Energieaufwand, um kalte Räume wieder aufzuheizen, ist größer, als eine Mindesttemperatur zu halten. Außerdem nimmt kalte Luft die Feuchtigkeit weniger gut auf, sodass schnell die Wände feucht werden können. Allerdings lohnt es sich, die Zimmertemperatur zu reduzieren: Schon eine Senkung um ein Grad spart rund sechs Prozent Heizkosten ein.

Irrtum Nr. 3: „Wenig genutzte Räume können über offene Türen mitgeheizt werden“

Die Türen von nicht beheizten Räumen sollten geschlossen bleiben. Durch offene Türen gelangt zwar wärmere, aber auch wesentlich feuchtere Luft aus geheizten Wohnräumen in das kalte Zimmer. Kühlt die warme Luft dann ab, kann die Feuchtigkeit in die Wände ziehen und es bildet sich Schimmel.

Irrtum Nr. 4: „Bei nächtlichem Frost im Herbst die Heizungsanlage in Betrieb nehmen“

Die Zentralheizung in der Übergangszeit gleich ganztägig in Betrieb zu nehmen, lohnt sich aufgrund der meist sehr milden Tageswerte noch nicht. In Wohnräumen ist tagsüber eine Temperatur von 20 Grad und nachts von 16 Grad ausreichend. Geschlossene Rollläden oder Jalousien verhindern nachts einen Wärmeverlust am Fenster.

Irrtum Nr. 5: „Nachträglicher Einbau einer Lüftungsanlage ist kompliziert und teuer“

Der Einbau von Lüftungsanlagen ist auch nachträglich kein Problem. Dezentrale Einzel-Geräte können auch nur in ausgewählten Zimmern ohne großen Aufwand eingerichtet werden. Die Verlegung zusätzlicher Luftkanäle im Raum ist dabei überflüssig. Zur Installation genügen ein Stromanschluss und eine freie Außenwand zur Direktmontage.

Irrtum Nr. 6: „Wer eine Lüftungsanlage betreibt, darf die Fenster nicht mehr öffnen“

Eine Fensterlüftung ist nicht mehr notwendig, da das Belüftungssystem kontinuierlich pollenfreie Frischluft ins Haus bringt und Feuchtigkeit und Schadstoffe aus der Raumluft abführt. Damit ist ein angenehmes und gesundes Raumklima garantiert. Selbstverständlich dürfen die Fenster aber auch beim Betrieb einer Lüftungsanlage noch geöffnet werden.

Irrtum Nr. 7: „Lüftungsanlagen erhöhen die Heizkosten“

Mit Lüftungsanlagen können die Energiekosten sogar reduziert werden, denn sie vermeiden Wärmeverluste, wie sie bei der Fensterlüftung entstehen. Geräte mit Wärmerückgewinnung sind besonders effizient. Sie können bis zu 95 Prozent der Wärme aus der Abluft zurückgewinnen und wieder ins Gebäude führen. Damit lassen sich die Heizkosten deutlich senken.

Irrtum Nr. 8: „Solange die Heizungsanlage läuft, muss sie auch nicht ersetzt werden“

Wer seine veraltete Heizung gegen eine moderne und effizientere Anlage austauscht, kann bares Geld sparen. Neue Heizsysteme arbeiten äußerst effizient und umweltschonend. Außerdem werden Heizungsmodernisierer von Bund, Bundesländern, Städten und Gemeinden sowie Energieversorgern mit verschiedenen Programmen unterstützt.

Kommentare (1)

6.12.2012, 18:25 Uhr von nachtflug Profil ansehen
zu Irrtum Nr. 2: „Mit abgedrehten Heizkörpern beim Verlassen des Hauses Energie sparen“: Sie schreiben: "der Energieaufwand, um kalte Räume wieder aufzuheizen, ist größer, als eine Mindesttemperatur zu halten." => Es ist durchaus möglich, dass dies richtig ist. Mich interessiert WARUM dies so ist. Auch eine Quellenangabe o.ä. wäre nützlich: Ich hätte erwartet, dass auch die kürzeste Absenkung der Soll-Raumtemperatur Energie spart: Der Wärmeverlust ist proportional zur Temperaturdifferenz innen-außen. Da durch die Temperaturabsenkung im Raum die Temperaturdifferenz kleiner wird (konstante Außentemperatur vorausgesetzt), sinken durch Absenkung der Raumtemperatur auch Wärmeverluste und damit der Gesamt-Energieverbrauch!
Eine positive Energieeffizienz bei Gebäuden hat auch viel mit richtigem Heizen zu tun. Wird die Luft in den Räumen nicht regelmäßig durch Lüften ausgetauscht, kann es zu Schimmel kommen. Wer dagegen zu lange lüftet oder zu viel heizt, verbraucht unnötig viel Energie.
News: Schimmel, hoher Energieverbrauch und saftige Nachzahlungen: Das Heiz- und Lüftungsverhalten der Mieter lässt oft zu wünschen übrig. Tipps rund um das effiziente Heizen und Lüften, die Vermieter ihren Mietern ans Herz legen sollten.
News: Es sind nur ein paar Dinge, die Eigenheimbesitzer und Mieter beim Heizen beachten sollten, wenn sie die Umwelt und den eigenen Geldbeutel schonen wollen. Mehr als 15 Prozent Energie lassen sich bei richtigem Heizen und Lüften einsparen.

 meineimmobilie.de-Tipp

Falsches Heizen und Lüften wirkt sich auf die Substanz Ihrer Immobilie aus. Als Vermieter sollten Sie Ihre Mieter darüber informieren, welche Heizregeln sie beachten sollen. Sie können beispielsweise dem Mietvertrag einen Hinweistext zum richtigen Heizen beilegen.