Freitag, 12.11.2010 | Autor: mb

Pflichtinspektion für Abwasserleitungen

News: Auf Haus- und Grundstückseigentümer kommen Inspektionskosten zu: bis spätestens Ende 2015 sollten die Abwasserleitungen der Grundstücksentwässerungsanlagen in Nordrhein-Westfalen auf ihre Dichtheit überprüft werden. Doch diese Regelung betrifft nicht alle Bundesländer.

Im Rahmen des Wasserhaushaltsgesetz (WHG) haben einige Bundesländer verfügt, dass bis spätestens 31.12.2015 sämtliche private Grundstücksentwässerungsanlagen auf ihre Dichtheit hin überprüft werden sollten. Für Haus- und Grundstückseigentümer bedeutet das, dass sie auf eigene Kosten eine Inspektion der Leitungen bis zur Grundstücksgrenze durchführen lassen müssen. Darauf weist der Verbraucherschutzverband wohnen im eigentum e.V. in einer Pressemitteilung zum Thema Abwasserleitungen hin.

Fristen für Inspektion von Abwasserleitungen beachten

Grund für die Inspektionspflicht: Nach Schätzungen sollen 30 bis 70 Prozent der privaten Abwasserleitungen undicht sein. Dadurch gerate ungeklärtes Abwasser in den Boden und damit ins Grundwasser. Das Wasserhaushaltsgesetz schreibe jedoch vor, dass Abwasser so beseitigt werden müsse, "dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird". Um die Verschmutzungen zu stoppen, sollten alle Abwasserleitungen überprüft werden. Die Frist können die Länder und Kommunen selbst wählen. In Bayern müssen die Leitungen beispielsweise bereits bis Ende 2013 überprüft sein, während in Schleswig-Holstein die Dichtheitsprüfung erst zum 31.12.2025 vorgesehen ist. Der Verbraucherschutzverband wohnen im eigentum e.V rät Haus- und Grundstückseigentümer sich bei ihrer Kommune nach der geltenden Frist zu erkundigen.

Die Inspektionskosten trägt der Eigentümer

Die Inspektion muss professionell durchgeführt und dokumentiert werden. Da die Haus- und Grundstückseigentümer selbst für die Kosten der Überprüfung aufkommen müssen, rät der Verbraucherverband, sich mit Nachbarn abzusprechen und gemeinsam einen Rabatt auszuhandeln. Allerdings sollte die Inspektion nicht mit einem Reparaturauftrag gekoppelt werden, um auszuschließen, dass der Inspekteur nur deshalb Lecks findet, weil er an der Reparatur verdient. Zur Instandsetzung undichter Abwasserleitungen sind Haus- und Grundstückseigentümer jedoch verpflichtet. Kommen sie dem nicht nach, machen sie sich strafbar.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.

 meineimmobilie.de-Tipp


Für die Überprüfung der Dichtheit Ihrer Abwasserleitungen und die Instandsetzung bei Lecks können Sie einen Förderkredit der staatlichen KfW-Bank in Anspruch nehmen. Das Programm "Wohnraum modernisieren" (Nr. 141) enthält die Förderung für die Dichtheitsprüfung.