Fußboden: Nicht nur das Äußere zählt

Entscheidend für Fußböden ist nicht nur das Aussehen, sondern auch die Belastbarkeit. Die an einen Fußboden zu stellenden Anforderungen hängen entscheidend von der Nutzungsart ab.
In Wohnräumen kommt es in erster Linie auf das Aussehen, die Belastbarkeit und die Pflegebedürftigkeit an.
Drei Schichten des Fußboden
Ein Fußboden besteht aus drei Schichten: zum einen aus der Tragschicht (Rohdecke), die entweder aus einer Bodenplatte, die an das Fundament grenzt, oder aus einer Geschossdeckenkonstruktion besteht. Zum anderen aus einer Zwischenschicht (Unterbodenkonstruktion), also dem gesamten Aufbau über der tragenden Konstruktion, die selbst wieder aus folgenden Einzelschichten besteht:
- Glätte- und Ausgleichsschicht: Unebenheiten in der Rohbetondecke und im Estrich werden durch eine Spachtelmasse ausgeglichen.
- Abdichtung gegen Feuchtigkeit: Eine abdichtende Schicht gegen Feuchtigkeit muss unter Estrichen und Unterböden eingezogen werden.
- Wärme- und Schalldämmschicht: Je nach Art der Nutzung und der Deckenkonstruktion müssen die Anforderungen der DIN 4108 und der DIN 4109 berücksichtigt werden.
- Abdeckung: Die Dämmschicht muss mit Bitumen- oder Folienbahnen bedeckt werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit während der Anlegung des Estrichs zu verhindern.
- Trennschicht: Eine Trennschicht aus Bitumen- oder Folienbahnen wird überall dort eingezogen, wo übereinanderliegende Schichten keine Verbindung eingehen dürfen.
- Lastverteilende Schicht: Druckempfindliche Zwischenschichten müssen durch eine lastverteilende Schicht aus Estrich geschützt werden.
- Gefällschicht: Eine Gefällschicht wird in Nassräumen eingezogen, um die Ableitung von Oberflächenwasser zu gewährleisten.
Nutzschicht
Den Abschluss bildet die Nutzschicht (Bodenbelag), also die oberste Schicht des Fußbodens, die einer vielseitigen abnutzenden Beanspruchung unterliegt. Für den Bodenbelag kommen die unterschiedlichsten Materialien in Betracht:
- Naturstein,
- keramische Fußbodenbeläge,
- Bodenbeläge aus zement- oder bitumengebundenen Materialien,
- Holz,
- Bodenbeläge aus Kunstharz,
- Textilien.
Beim Bodenbelag kann aus einer Vielzahl an Materialien wie beispielsweise Parkett oder Laminat gewählt werden. Der Querschnitt der Schichten sieht demnach von oben nach unten typischerweise wie folgt aus:
- Nutzschicht (beispielsweise Holzfußboden),
- Schwimmender Estrich zur Lastverteilung,
- Abdeckung aus Bitumen- oder Folienbahnen,
- Schall- und Wärmedämmschicht,
- Glätteschicht aus Spachtelmasse,
- Tragschicht (Massivdecke).
Bei einer Decke folgen hierauf in der darunterliegenden Etage eine
- schalldämmende Mineralfasereinlage,
- Tragelattung,
- Sichtdeckenplatten.
Trittschall
Gemeinsam haben alle Fußbodenkonstruktionen, dass eine Entkoppelung der Nutzschicht vom Estrich und insbesondere von der Decke erfolgen muss, um Trittschall auszuschließen. Dies erfolgt mithilfe von Dämmmatten und Randdämmstreifen.
Schallbrücken entstehen in der Regel durch eine ungenügende Entkoppelung. Das gilt auch für den sogenannten Körperschall, bei dem nebeneinanderliegende Bauteile nicht ausreichend isoliert sind und deshalb Schwingungen übertragen.
So müssen beispielsweise die Innenwände zwingend auf der Rohdecke errichtet werden. Ein gravierender bautechnischer Fehler wird begangen, wenn eine Innenwand erst nach Fertigstellung des Estrichs aufgezogen wird.
meineimmobilie.de-Tipp
Kontrollieren Sie beim Bau oder der Modernisierung genau, ob die Vorgaben eingehalten sind. Ist erstmal alles verschlossen, müssen Sie sonst mit schlechten Schall- und Dämmeigenschaften notgedrungen leben.
