Dienstag, 10.12.2013 | Autor: mb, Foto: © igor - Fotolia.com

Dokumentieren statt lamentieren: Wie Sie bei Baumängeln richtig vorgehen

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Worum geht´s

Wie Sie bei Pfusch am Bau richtig vorgehen.

News: Egal ob Neubau oder Sanierung: Wird an einer Immobilie an- oder umgebaut, besteht das Risiko, dass gepfuscht wurde. Dann ist der Eigentümer an der Reihe: Er muss versuchen, die Baumängel beheben zu lassen.

Schäden an der eigenen Immobilie, die durch Pfusch oder falsches Material entstanden sind, gehören zu den größten Risiken, mit denen Eigenheimbesitzer rechnen müssen.

Darauf weist der Bauherrenschutzbund (BSB) in einer Pressemitteilung hin. Baumängel können sowohl beim Neubau als auch bei einer Sanierung entstehen.

Baumangel: Ziehen Sie einen neutralen Fachmann hinzu

Rechtlich liegt ein Mangel vor, wenn der Ist-Zustand von der Soll-Beschaffenheit abweicht. Maßstab ist, was laut Vertrag gebaut werden sollte.

Eigentlich sollte die Immobilie nach Abschluss der Bauarbeiten mängelfrei übergeben werden. In der Praxis sieht das leider oft anders aus. Wenn ein Bauherr Mängel an seiner Immobilie entdeckt, sollte er grundsätzlich unabhängige Fachleute zu Rate ziehen, um den Schaden bewerten zu lassen, rät der Bauherrenschutzbund.

Rügen und dokumentieren Sie Baumängel

Bevor Sie als Bauherr den Verursacher zur Rechenschaft ziehen können, müssen Sie erst einmal die Baumängel dokumentieren. Schicken Sie dazu dem zuständigen Unternehmen eine schriftliche Mängelrüge und setzt eine Frist, bis zu deren Ablauf Nachbesserungsarbeiten erfolgen können.

Sie können zudem von Ihrem gesetzlichen Zurückbehaltungsrecht in Höhe der doppelten Mängelbeseitigungskosten Gebrauch machen und diesen Betrag von der Abschlagszahlung abziehen.

Belibt das Bauunternehmen trotz Fristsetzung untätig und bleiben die Baumängel weiter bestehen, müssen Sie abwägen, wie Sie weiter verfahren wollen.

Nach Fristablauf: Sie können die Nacherfüllung selbst regeln

Als Bauherr haben Sie die Möglichkeit, die Nacherfüllung selbst in die Hand zu nehmen. Das Bauunternehmen muss dann für die Kosten aufkommen. Das hört sich in der Theorie gut an. Allerdings steht Ihnen Ärger ins Haus, wenn die Baufirma bestreitet, dass es Mängel gibt und dass dass sie dafür verantwortlich ist. 

Dann spricht alles für ein gerichtliches Beweisverfahren. Dafür sollten Sie sich einen auf Baurecht spezialisierten Rechtsanwalt nehmen, empfiehlt der BSB.

Baumängel: Wann Sie zum Anwalt gehen sollten

Neben der Nacherfüllung haben Sie als Bauherr im Fall von Baumängeln außerdem noch die Möglichkeit zu mindern, Schadenersatz zu verlangen oder bei erheblichen Mängeln auch zum Rücktritt vom Bauvertrag.

Ein Rücktritt vom Vertrag sollten Sie allerdings auf keinen Fall ohne juristischen Rat erklärt werden, so der Bauherrenschutzbund.

So vermeiden Sie Fehler bei der Bauabnahme

Damit es gar nicht erst zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt, sollten Sie sich als Bauherr intensiv mit dem Thema Bauabnahme beschäftigen.

Denn mit der Bauabnahme bestätigt der Bauherr, dass er im Wesentlichen mit der Arbeit des Bauunternehmens zufrieden ist.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Da die meisten privaten Bauherren nicht das nötige fachliche Wissen besitzen, um Schäden und Baumängel zu erkennen, sollten sie im Zweifel grundsätzlich unabhängige Experten zu Rate ziehen. Sowohl bei der Bauabnahme als auch bei später auftretenden Schäden.