Montag, 11.05.2009 | Autor: Jörg Stroisch

Dachsanierung nach Vorschrift der EnEV

Mit einer Dachsanierung können Eigentümer die Energiebilanz ihres Hauses entscheidend verbessern. Wird das Dach in Teilen neu eingedeckt, müssen die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) eingehalten werden.

Werden mehr als 20 Prozent vom Dach neu eingedeckt, so muss die Modernisierung entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) durchgeführt werden. Dabei darf ein festgelegter sogenannter Wärmedurchgangskoeffizient nach der Modernisierung nicht überschritten werden. Dieser beträgt bei:

  • Dächern und Dachschrägen: 0,30 U
  • Flachdächern: 0,25 U

Um diese Werte zu erreichen, wird bei Steildächern entweder die sogenannte Zwischensparrendämmung oder eine Aufsparrendämmung eingesetzt.

Zwischensparrendämmung bei der Dachsanierung

Bei der Zwischensparrendämmung wird eine Folie - die sogenannte Dampfsperre - zwischen und auf die Sparren gelegt. Die Folienstöße sowie die Wand- und Deckenanschlüsse werden luftdicht verklebt. Zwischen die Sparren kommt nun die Wärmedämmung (Dicke = Sparrenhöhe). Darüber wird waagerecht die Unterspannbahn zur Abführung von Regen und Schnee angebracht. Auf die Sparren wird nun eine drei Zentimeter dicke Dachlatte genagelt.

Damit entsteht ein drei Zentimeter hoher Luftraum. Um den erlaubten Maximalwert von 0,30 U nicht zu überschreiten, müssen zwölf bis 16 Zentimeter dicke Wärmedämmplatten beispielsweise aus Steinwolle oder auch organische Dämmplatten eingesetzt werden. Oft ist deshalb im Zuge der Modernisierung eine Erhöhung der Sparren erforderlich.

Aufsparrendämmung bei der Dachsanierung

Weitere Probleme können durch Kältebrücken bei einer nicht lückenlosen Dämmung entstehen. Eine schlecht angebrachte Dampfsperre kann aber auch zu Tauwasserbildung und somit zu einer Durchfeuchtung der Wärmedämmung und des Holzdachstuhls führen.

Bei der Aufsparrendämmung ist der Aufbau identisch mit der Zwischensparrendämmung, jedoch wird erst auf die Sparren eine Schalung als Tragschicht aufgebracht. Hier muss ein Statiker hinzugezogen werden. Darüber hinaus ist beim Bauamt zu klären, ob die Erhöhung der Trauf- und Firsthöhe zulässig ist. Diese Lösung ist auf jeden Fall wesentlich teurer als die Zwischensparrenlösung.

Sollte das Dachgeschoss nicht ausgebaut sein, kann die Dämmung auch auf der obersten Geschossdecke liegen. Dies hat den Vorteil, dass dies wesentlich einfacher und billiger ist.

Warmdachsanierung

Das Flachdach als Warmdach besteht aus der obersten Decke, auf der die Dampfbremse, die Wärmedämmung mit Abdichtung und abschließend oftmals eine Kiesaufschüttung aufgebracht sind. Das Warmdach ist unbelüftet. Um den geforderten U-Wert von 0,25 nicht zu überschreiten, muss die PUR/PIR-Dämmplatte je nach Qualitätstyp zwischen zehn und zwölf Zentimetern dick sein.

Kaltdachsanierung

Handelt es sich beim Flachdach um ein hinterlüftetes Kaltdach, dann kann die Wärmedämmung lose zwischen die Sparren gelegt werden. Viele bereits bestehende Kaltdächer sind zwar belüftet, d. h. zwischen Oberkante Wärmedämmung und Unterkante Dachkonstruktion besteht ein Zwischenraum mit Querlüftung.

Die gesamte Konstruktionshöhe ist aber in der Regel oft so niedrig, dass eine nachträgliche Verlegung von zusätzlicher Wärmedämmung nicht möglich ist.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
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