Montag, 18.10.2010 | Autor: Jörg Stroisch/mb

Brennwert für die gute Heizung

Der alte Kessel im Keller heizt auch, wenn es draußen wärmer wird. Energiekosten lassen sich vor allem auch durch eine neue Heizung erreichen. Der Brennwertkessel ist dabei besonders effizient. Tipps rund um die Heizung.

Die Leistung und somit der Energieverbrauch einer Heizungsanlage richten sich nach dem Bedarf an Heizwärme und Warmwasser. Deshalb wirkt sich die Qualität der Fassadendämmung sofort auf die Größe der Heizungsanlage aus. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt folgende Rahmenbedingungen verbindlich vor:

  • CE-Kennzeichnungspflicht,
  • Niedertemperatur- oder Brennwertkessel,
  • Zentralheizungen mit automatischer Steuerung nach Zeit und Außentemperatur,
  • selbsttätige und raumweise Regelung bei Zentralheizungen,
  • Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen und Warmwasserspeicher dämmen (Dämmung regelt Anhang 5 der EnEV).

Um die notwendige Leistung der neuen Heizungsanlage im Zusammenhang mit einer neuen Fassadendämmung ausrechnen zu können, ist eine Energieberatung notwendig. Wird nämlich eine Heizungsanlage mit zu starker Leistung betrieben, verbraucht sie zu viel Energie. Die EnEV lässt dabei die Wahl zwischen Niedrigtemperatur- und Brennwertkessel.

Brennwertkessel für die Heizung

Beim Brennwertkessel wird das entstehende Kondensat der Abwärme erneut in den Heizkreislauf eingeführt, wodurch der Normnutzungsgrad 100 Prozent und mehr betragen kann. Durch die Kondensierung der Abwärme entstehen weniger Abgase.

Die Abgasrohre müssen deshalb auch säurebeständig sein, da sonst Wasserdampfsäuren entstehen. Da sich gerade bei Gas als Energieträger durch die Brennwerttechnik der Nutzungsgrad um 15 Prozent steigern lässt, hat sie sich hier als Quasi-Standard durchgesetzt.

Niedrigtemperaturkessel für die Heizung

Technisch gesehen sind Brennwertkessel eine Weiterentwicklung der Niedrigtemperaturkessel. Bei diesen wird die Kondensation vermieden bzw. nicht genutzt. Deshalb liegt hier der Normnutzungsgrad bezogen auf den Heizwert auch nur bei etwa 95 Prozent. Die Technik ist Quasi-Standard bei Ölheizanlagen, da Öl bei der Verbrennung wesentlich weniger Wasserdampf abgibt als Gas und somit die Brennwerttechnik ökonomisch weniger sinnvoll erscheint.

Niedrigtemperaturkessel werden so genannt, weil die Kesseltemperatur mit steigender Außenlufttemperatur abgesenkt wird. Bei der Technik der Vergangenheit wird sie konstant auf einer Temperatur gehalten, wodurch sich dort hohe Wärmeverluste ergeben. Die Brennwerttechnik als Weiterentwicklung der Niedrigtemperaturtechnik setzt natürlich auch auf die Regelung der Temperatur.

Regeltechnik für die Heizung

Die Regeltechnik hat bei diesen beiden von der EnEV vorgeschriebenen Systemen einen extrem hohen Stellenwert. Intelligente Technik reagiert auf die Außentemperatur sowie den Bedarf und berücksichtigt auch Tageszeiten. Dabei ist es wichtig, dass der Brenner nicht zu häufig anspringt, weil dies viel Energie kostet. Beide Systeme werden mit einer Vorlauftemperatur zwischen Zimmertemperatur und etwa 80 Grad Celsius geregelt.

Interessant kann es übrigens sein, die Heiz- und Warmwasserenergie komplett oder teilweise durch weitere regenerative Energiequellen zu ergänzen: Dabei bieten sich lang erprobte Systeme wie Solarenergie durch Solarkollektoren für das Dach oder die Erdwärmepumpe an.

Rohrwärmedämmung

Die EnEV schreibt zusätzlich vor, Warmwasser- und Heizungswärmeleitungen in nicht beheizten Räumen - also etwa dem Keller - ordentlich zu dämmen. Die Rohrwärmedämmung wird in verschiedenen Materialien angeboten. Als Faustformel gilt, dass sie mindestens so dick sein sollte wie der Rohrinnendurchmesser.

Warmwassergewinnung für das Haus

Für die Warmwasserversorgung kann der zentrale Heizkessel im Keller verwendet werden. Durchaus sinnvoll sind hier aber auch dezentrale Durchlauferhitzer, da sie ihre Wärme sehr nahe am Verbrauch erzeugen und so die Wärmeverluste durch den Leitungsweg minimiert werden.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch

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Wenn die Heizungsanlage saniert wird, sollte sie zum Haus passen. Wenn Sie zum Beispiel gerade oder vor kurzem auch die Fassaden gedämmt haben, dann kann der Kessel kleiner ausfallen. Verlassen Sie sich hier nicht auf das Gefühl: Jede Überkapazität erhöht die Energiekosten unnötig.